29.06.2018, 16:40 Uhr

Neues Zertifikat und neuer Mann Franz Thoma beginnt seinen Dienst am Forstbetrieb Bodenmais mit dem PEFC-Audit

v.l.n.r.:  Stv. Forstbetriebsleiter  Franz Thoma, Auditor Horst Gleißner, Forstbetriebsleiter Jürgen Völkl (Foto: Forstbetrieb Bodenmais          )v.l.n.r.: Stv. Forstbetriebsleiter Franz Thoma, Auditor Horst Gleißner, Forstbetriebsleiter Jürgen Völkl (Foto: Forstbetrieb Bodenmais )

Franz Thoma startet als neuer stellvertretender Leiter im Forstbetrieb Bodenmais, der erst kürzlich für seine nachhaltige Waldbewirtschaftung ausgezeichnet wurde. „Dem Betrieb kann in alle zutreffenden Bereichen vorbildliche PEFC-Konformität bestätigt werden“- so schreibt Horst Gleißner, Auditor der HW-Cert GmbH, am Ende des zweiten Tages in sein Ergebnisprotokoll. Doch was bedeutet das alles?

BODENMAIS Zum Ersten:

Franz Thoma folgt Dominik Schwarz nach, der nach dem Tod von stellvertretendem Forstbetriebsleiter Anton Bauriedl im Jahr 2017 befristet die Stelle übernommen hatte. Schwarz hat sich mit seiner sehr engagierten und offenen Art im letzten Jahr sehr für den Forstbetrieb eingesetzt und wurde zurück an die BaySF-Zentrale in Regensburg in den Bereich Waldbau geholt.

Franz Thoma (37), geborener Deggendorfer, hat nach dem Forststudium in München, nach Referendarzeit und Staatsprüfung verschiedene Stationen absolviert – vom Forstbetrieb Bodenmais über die Landwirtschaftskammer Steiermark in Österreich, den Europäischen Waldbesitzerverband (CEPF) in Brüssel – an den Forstbetrieb Sonthofen und in die BaySF-Zentrale in Regensburg. Nun hat sein „Heimspiel“ in Niederbayern begonnen. Er ist voller Begeisterung über seine neue Aufgabe „nach vielen Jahren und unterschiedlicher Stationen freue ich mich jetzt in meiner Heimat meine forstlichen Erfahrungen und Begeisterung für den Wald einzubringen.“

Zum Zweiten:

PEFC ist ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und damit ein weltweiter „Wald-TÜV“. PEFC ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“, also übersetzt ein „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“. Wird ein Wald nach diesen Standards zertifiziert, gelten für seine nachhaltige Bewirtschaftung sehr strenge Richtlinien. In Bayern gibt es das Verfahren seit 18 Jahren, und bis heute wurden rund 80 % der rund 2,4 Mio. Hektar Waldflächen zertifiziert. Auch die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) sind seit Gründung des Unternehmens im Jahr 2005 dabei.

Wie bei allen Systemen von Qualitätsmanagement, ISO-Normen oder Zertifizierungen genügt es natürlich nicht, dass ein Zertifikat einfach verliehen wird. Vielmehr ist eine wiederholte Überprüfung der Konformität notwendig. Jährlich werden im Rahmen einer Kontrollstichprobe rund 10 % der zertifizierten Waldfläche auf die über 50 Regelungen kontrolliert, im Fall der BaySF also meist 4 der 40 Forstbetriebe.

Horst Gleißner, geschäftsführender Gesellschafter der HW-Zert GmbH, und seit rund 30 Jahren im praktischen Einsatz als Auditor für Systeme dieser Art, nahm sich dazu am Forstbetrieb Bodenmais zwei Tage Zeit.

Was passiert beim Audit? Worum ging es nun konkret? Beispielhaft ein Auszug aus den Prüfkriterien:

•Wird nach Bewirtschaftungsplänen gearbeitet und werden diese auch eingehalten?

•Wie werden Unternehmer und deren Maschinen eingesetzt?

•Werden die Bodenschutzvorgaben beachtet, findet Maschineneinsatz unter höchstmöglicher Schonung des Waldbodens statt?

•Werden die Rückegassen eingehalten?

•Wird auf die biologische Vielfalt in den Waldökosystemen geachtet?

•Wird alles getan, um angepasste Wildstände zu haben und damit die Erhaltung standortgerechter Mischwälder sicherzustellten?

•Setzt der Betrieb forstwirtschaftlich ausgebildetes Fachpersonal ein?

•Kommt der Forstbetrieb seinen Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft in ausreichendem Maße nach?

Zuerst gab es in der Früh am Forstbetrieb einen theoretischen Teil: anhand von Karten, Plänen und den Ausführungen des Betriebsleiters Jürgen Völkl und seines Stellvertreters Franz Thoma verschaffte sich Horst Gleißner einen genauen Überblick über die forstlichen Verhältnisse im Forstbetrieb Bodenmais. Dann drängte es ihn in den Wald. Denn Papier ist geduldig! Der Wald aber verrät schnell, wie bei Holzernte und Durchforstung gewirtschaftet wurde. Gemeinsam mit Jürgen Völkl, Franz Thoma, dem Servicestellenleiter Karlheinz Fuchs suchte er daher ausgewählte Waldbestände auf und überprüfte dabei die Einhaltung der Kriterien wie den Verzicht auf flächiges Befahren der Waldbestände mit Maschinen **), das Vorgehen bei der Waldverjüngung, die Qualität der der Waldarbeit sowie die Schonung von naturschutzrelevanten Biotopen. Auch wurden die Arbeitsverhältnisse der Waldarbeiter begutachtet.

Nach Abschluss des Audits fand der Gutachter viele lobende Worte für den Wald des Forstbetriebs Bodenmais und konnte feststellen: „Dem Betrieb kann in allen zutreffenden Bereichen eine vorbildliche PEFC-Konformität bestätigt werden.“ Somit hatten am Ende des zweiten Tages nicht nur der sonst so strenge Auditor, sondern vor allem Forstbetriebsleiter Jürgen Völkl und sein neuer Stellvertreter Franz Thoma ein richtiges Strahlen auf dem Gesicht.

Übrigens: Viele Holz- und Papierprodukte gibt es bereits mit dem PEFC-Label. Verbraucher können mit der gezielten Nachfrage nach zertifizierten Produkten die Waldbesitzer in ihrer Entscheidung für eine nachhaltige Waldwirtschaft unterstützen und aktiv etwas für den Waldschutz leisten.


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