20.06.2018, 20:01 Uhr

LBV-Experte „Wasservögel sollte man nicht füttern!“


Tod einer Schwanenmutter heizt Diskussion um Wildtierfütterung an

SPIEGELAU Der Tod einer Schwanenmutter im Kurpark Spiegelau löste letzte Woche tiefe Bestürzung und Betroffenheit aus. Woran das Tier letztendlich gestorben ist, kann nicht mehr festgesellt werden. Spaziergänger berichten, dass die Schwanenmutter in den letzten Tagen immer apathischer wurde. Am vergangenen Freitag fand man sie dann tot auf. Allerdings hegen mehrere Spaziergänger den Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen einer nicht artgerechten Fütterung und dem Tod des Wasservogels gibt.

Tatsache ist wohl, dass mehrere Leute sowohl die Schwäne, als auch die Enten mit Toast, Brot, Semmeln und sogar Sahnetorten füttern. Wir haben beim Ersten Vorsitzenden der LBV-Kreisgruppe Freyung-Gafenau, Wolfgang Reichenberger, nachgefragt, ob so etwas zum Tod eines Tieres führen kann. „Wasservögel sollten nicht gefüttert werden, da Semmeln und Brot durchaus sehr problematisch für diese Tiere sein können. Es kann auch sein, dass ein Tier daran eingeht.“ Aber ob in diesem Fall falsches Futter die Todesursache war, kann der Experte definitiv nicht sagen. Fest steht aber ohne Zweifel: Backwaren sind kein artgerechtes Futter, da Enten und Schwäne zu 50 Prozent auch Fleischfresser sind. Außerdem sind die im Brot enthaltenen Backtriebmittel gefährlich für die Tiere.

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Grund, warum man das Füttern von Wasservögeln unterlassen sollte. „Das Brot, das nicht gefressen wird, sinkt auf den Boden ab und fängt dort zu gären an. Die dadurch entstehenden Faulgase sorgen für immer weniger Sauerstoff im Gewässer“, erklärt Wolfgang Reichenberger. Und damit kommt eine unendliche Spirale in Gang: Das Algenwachstum verstärkt sich, der Sauerstoffgehalt wird weniger, Kleinstlebewesen können oft nicht mehr überleben und wenn nicht genügend frisches Wasser nachkommt, dann kann ein See auch umkippen.

Doch wie kann man die Fütterung der Wasservögel verhindern? „Da muss man an die Vernunft der Bürger appellieren“, sagt der LBV-Experte. Denn Verbotsschilder, wie sie zum Beispiel im Stadtpark Grafenau aufgestellt sind, werden meistens übergangen.


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