12.06.2018, 18:27 Uhr

Wer hat Fledermausbeobachtungen? Naturpark wünscht sich viele Quartier-Hinweise

Mückenfledermaus, eine kleine und seltene Fledermausart (Foto: Dr. Andreas Zahn)Mückenfledermaus, eine kleine und seltene Fledermausart (Foto: Dr. Andreas Zahn)

Wegen des warmen Frühjahrs haben die Fledermäuse zwei Wochen früher ihre Jungen geboren. Die seltenen Tiere sind jedoch durch Umweltgifte, Quartier- und Nahrungsmangel bedroht.

BAYERISCHER WALD Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. sucht auch dieses Jahr wieder nach den nützlichen Flattertieren in den Bayerwald - Landkreisen. Wer Fledermäuse gesehen hat, möchte seine Beobachtung bitte bei der Naturpark Geschäftsstelle unter Tel.: 09922 80 24 80 oder E-Mail: info@naturpark-bayer-wald.de melden.

Fledermäuse sind in jeder Hinsicht besondere Tiere, sie fliegen und orientieren sich als einzige Säugetiere in finsterer Nacht mit ihrem ausgeklügelten Echoortungssystem. Und sie bilden so genannte „Wochenstuben“, viele Weibchen finden sich hier im Sommer zusammen und gründen einen „Kindergarten“ in dem sie in gemeinsam ihr meist einziges Junges groß ziehen, erwachsene Männchen haben hier keinen Zutritt. In der Umgebung der Wochenstuben gehen die Fledermäuse Nachts auf die Jagd nach Insekten. Sie haben dabei großen Appetit und können bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts vertilgen. Sie sind damit ausgesprochen nützliche, natürliche Schädlingsbekämpfer. Im Spätsommer lösen sich die Wochenstuben wieder auf und die meisten Tiere verschwinden in Richtung Winterquartier. Nur wenige Arten überwintern auch an Häusern.

Umweltgifte, Nahrungsmangel und fehlende Quartiere setzen den bedrohten Tieren jedoch zu. Schon seit den 1960er Jahren war bei den Fledermausbeständen ein enormer Rückgang zu verzeichnen. Dabei sind die Bestände um 80 Prozent zurück gegangen und haben sich wegen der geringen Fortpflanzungsrate kaum erholt. Wegen des dramatischen Insektensterbens besteht jetzt akuter Nahrungsmangel. Zusätzlich reagieren Fledermäuse sehr empfindlich auf Umweltgifte, die sie in Ihren Fettreserven oft in hoher Konzentration anreichern. Natürliche Quartiere sind kaum noch vorhanden, Fledermäuse müssen deshalb in Gebäude ausweichen. Diese Vielzahl an Bedrohungen kann dazu führen, dass nun auch die letzten Restbestände verschwinden.

Seit 30 Jahren setzt sich der Naturpark Bayerischer Wald für den Schutz der Fledermäuse ein. „Der Bayerische Wald und der Donauraum sind für Fledermäuse sehr bedeutend, hier gibt es 19 verschiedene Fledermausarten“ weiß die Fledermausexpertin Susanne Morgenroth, die für den Naturpark den Fledermausschutz durchführt und dabei von Ehrenamtlern unterstützt wird. Ganz besonders wird nach den Wochenstuben und Kolonien, wo sich viele Fledermäuse zusammenfinden, Ausschau gehalten Der Juni und Juli sind dafür besonders günstig, denn die milden Temperaturen in diesem Frühjahr haben dazu geführt, dass die Weibchen zwei Wochen früher Nachwuchs geboren haben als in anderen Jahren.

Der Naturpark hofft auf viele Meldungen. Wer Fledermäuse, vor allem Kolonien beobachtet hat, möchte seine Beobachtung bitte an die Geschäftsstelle des Naturparks melden.


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