23.03.2018, 13:30 Uhr

Grenzenlose Ranger Mitarbeiter der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava verstärken gemeinsame Kontrollgänge

Gemeinsame Streifen bayerischer und tschechischer Ranger, wie hier von Michael Pscheidl (links) und Pavel Nedved in der Nähe des Grenzübergangs Gsenget, wird es in Zukunft häufiger geben. (Foto: Michael Pscheid)Gemeinsame Streifen bayerischer und tschechischer Ranger, wie hier von Michael Pscheidl (links) und Pavel Nedved in der Nähe des Grenzübergangs Gsenget, wird es in Zukunft häufiger geben. (Foto: Michael Pscheid)

Es ist ein kalter, spätwinterlicher Morgen. Nebel hängt über Scheuereck. Und trotzdem freuen sich Michael Pscheidl und Pavel Nedved auf den Tag. Die beiden Ranger der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava gehen heute gemeinsam Streife – grenzüberschreitend. Diese Art der Kontrollgänge wird in Zukunft weiter intensiviert. Es ist ein weiteres Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen den Großschutzgebieten.

SCHEUERECK Die Kooperation liegt den beiden Rangerchefs, Michael Großmann und Adam Diviš, sehr am Herzen. Schließlich seien hüben wie drüben dieselben Schutzgüter zu erhalten, dieselben Fragen zu beantworten, dieselben Herausforderungen zu meistern. „Wir sind für ähnliche Lebensräume zuständig“, betont Großmann. „Und die Besucher, die ebenfalls beidseits der Grenze unterwegs sind, haben zudem ähnliche Fragen.“ Daher liege es nah, sich verstärkt zu vernetzen. So könnten nicht nur Erfahrungen ausgetauscht, sondern auch Besucher besser betreut werden. Schließlich sei genau das die Hauptaufgabe der Ranger: Gästen die Notwendigkeit des Naturschutzes spannend zu vermitteln, gerade in punkto Erhalt der Biodiversität.

Doch auch in anderen Arbeitsbereichen wollen die Nationalparkwächter enger zusammenarbeiten. Etwa bei der Überwachung der Schutzbestimmungen oder bei Monitoring-Projekten. Gerade bei den wissenschaftlichen Methoden besteht die Notwendigkeit nach gleichen Standards vorzugehen, um die gesammelten Daten später gemeinsam auswerten zu können. Das wird etwa schon beim grenzüberschreitenden Monitoring von Raufußhühnern umgesetzt, eine Erfassung von Bruthöhlen soll folgen.

„Gemeinsame Kontrollgänge unserer Ranger sind ein weiterer Beleg dafür, dass beide Nationalparks gleiche Zielsetzungen verfolgen und die Zusammenarbeit immer enger wird“, betont Nationalparkleiter Franz Leibl. „Mein großer Wunsch ist es, dass in den Augen der Besucher die Nationalparks Šumava und Bayerische Wald zu einem Gebiet werden. Ich weiß, dass es dahin noch ein langer Weg ist, aber jede solche Maßnahme, wie die gemeinsamen Streifen unserer Ranger, hilft beim Erreichen dieses Ziels“, ergänzt Pavel Hubený, Direktor des Nationalparks Šumava.


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