26.10.2017, 16:13 Uhr

Ab jetzt wird’s schwer Schutzzeit des Auerhuhns beginnt in der Arberregion

(Foto: J. Matt)(Foto: J. Matt)

Vom 1. November bis zum 30. Juni nächsten Jahres gilt in der Arberregion wieder ein Wegegebot zum Schutz des Auerhuhns. Vom Mühlriegel über den Kleinen und Großen Arber bis hin zum Bretterschachten, sowie zum Kleinen und Großen Arbersee reicht das Auerwildschutzgebiet „Arber“. Zudem besteht für Hunde eine ganzjährige Anleinpflicht. Dies beinhaltet die landkreisübergreifende Verordnung, die von den Jagdbehörden der Landratsämter Regen und Cham gemeinsam erlassen wurde.

BAYERISCH EISENSTEIN Um das Thema Auerhuhn und den fortwährend notwendigen Schutz der vom Aussterben bedrohten Tierart aufzuzeigen, wurden vor kurzem von den beiden Gebietsbetreuern für die Arberregion Anette Lafaire vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald und Johannes Matt vom Naturpark Bayerischer Wald eine Fortbildung für die Wanderführer der Arberregion veranstaltet. Mehr als 20 Wanderführer kamen in Bayerisch Eisenstein zusammen, um einem Vortrag des Auerhuhnexperten Klaus Urban zu folgen, der bereits seit Jahren im Auftrag des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das Auerhuhn kartiert. Neben der Herkunft, Lebensweise und Schutzstatus, gab Klaus Urban interessante Einblicke in neu gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse. Beispielsweise wurden Wanderungen von Auerhühnern über mehrere Kilometer hinweg festgestellt, so dass die Vorkommen am Arber in Verbindung mit denen im Kühnischen Gebirge und den Nationalparken stehen.

Im Anschluss gaben die Gebietsbetreuer einen Überblick über die verschiedenen Schutzgebiete und deren Inhalte den Wanderführern mit auf ihren Weg. Gemeinsam mit Unterstützung der Wanderführer als Multiplikatoren möchten die beiden Gebietsbetreuer der Arberregion Anette Lafaire und Johannes Matt mehr Verständnis und Rücksichtnahme, die zum Schutz des Auerhuhns notwendig ist, schaffen. In der gesamten Arberregion steht den Erholungssuchenden ein breites Wegeangebot für alle Wintersportaktivitäten zur Verfügung, so dass nicht jeder letzter Winkel begangen werden muss und so für das Auerhuhn kaum ungestörte Rückzugsbereiche übrig bleiben.

Überleben ist schwer genug

Für das Auerhuhn beginnt jetzt schon die schwere Jahreszeit. Denn wird das Auerwild beispielsweise durch abseits der Wege gehende Wanderer und Schneeschuhgeher aufgeschreckt, wird es zur sehr energiezehrenden Flucht veranlasst. Aufgrund des Auffliegens und der hohen Fluchtdistanz muss das Auerhuhn rund den zwölffachen Energieaufwand aufbringen als im normalen Zustand. Wiederholen sich die Störungen, kann dies bis zum Tod des Auerhuhns führen.

Aber jeder Erholungssuchende kann einen Beitrag zum Erhalt des Auerhuhns leisten, indem er auf den markierten Wegen bleibt und nur die gespurten Loipen zum Langlaufen nutzt. Schneeschuh- und Skitouren sind auf die als umweltverträglich ausgewiesenen Routen und markierten Wegen zu beschränken. Mit dieser Rücksicht kann es gelingen, dass der eindrucksvollste Waldvogel des Bayerischen Waldes erhalten bleibt.


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