30.08.2019, 10:00 Uhr

Aufruf des Landratsamtes Beim Mähen auch auf Igel achten

Foto: serezniy/123RF (Foto: serezniy/123RF)Foto: serezniy/123RF (Foto: serezniy/123RF)

Mähroboter können den Tieren gefährlich werden

LANDKREIS. Der Trend, bei der Gartenarbeit auf die Hilfe durch Roboter zu setzen, hält weiter an. Besonders die Rasenmäher-Roboter gewinnen immer mehr an Beliebtheit, da sie völlig selbständig und meist geräuscharm lästige Arbeiten erledigen. Es sollte aber beim Einsatz solcher Geräte darauf geachtet werden, dass Igel und ihre Artgenossen nicht unter die Klingen geraten, dann wird die Sache nämlich schnell unschön. Seit 2018 gehört der Igel in Bayern zu den bedrohten Tierarten, und nicht nur, weil die Nahrungsgrundlage wegen der Anzahl an Kleintieren weniger wird, sondern auch, weil kleine Tiere, somit auch der Igel, von Mährobotern überfahren und dadurch schwer verletzt oder sogar getötet werden können.

Warum geschieht das?

Bei Gefahr flüchten Igel nicht, sondern rollen sich „nur“ zusammen. Dies ist zwar bei Raubtierangriffen nützlich, hilft nur leider gegen den Rasenmäher nichts. Meist sind die Tiere nach einem Rasenmäher-Angriff so schwer verletzt, dass sie nach langen qualvollen Stunden sterben. Selbst wenn von Menschen noch versucht wird, beim Tierarzt zu helfen, kann der Igel leider oft nicht mehr gerettet werden. Frösche, Eidechsen und andere Kleinstlebewesen werden auch nicht verschont. Eine Studie hat bewiesen, dass zwei von sechs getesteten Mährobotern einen exemplarischen Gegenstand z.B. einen künstlichen Fuß, auf dem Rasen überfahren, weil die Sensoren den Fuß einfach nicht erkennen. Vor einem Igel macht der Roboter daher auch kaum Stopp.

Um den kleinen Tierchen zu helfen, wird empfohlen, den Mähroboter nachts nicht zu benutzen, den Roboter während der Arbeit im Blick zu haben und vor dem Rasenmähen die Wiese nach Tieren abzusuchen. Landrat Erwin Schneider: „Merken sollte man sich ohnehin, dass zu viel Pflege und Mähen nicht nur die Igel gefährdet, sondern auch die Artenvielfalt von allen Tieren und Pflanzen mindert.“

Um Igel und seine Nahrungsgrundlage, dazu gehören unter anderem auch Insekten, zu schützen, sollte man versuchen, blühende Pflanzen im Garten zu belassen, d.h. seltener zu mähen. Hierbei könnte auch ein „wildes Eck“ behilflich sein, das erst sehr spät im Jahr gemäht wird oder einfach dauerhaft stehen gelassen wird. Hier können sich die Igel, die übrigens im Garten auch einige Vorteile bieten, wie z.B. das Fressen von Schnecken und Engerlingen, verstecken (und müssen keine Angst haben, vom Rasenmäher überfahren zu werden).

Weitere Informationen rund um das Thema Igel finden Sie unter der Internetseite www.pro-igel.de.


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