22.08.2019, 11:56 Uhr

Finger weg Blühstreifen an Feldrändern sind nicht zur Selbstbedienung da


Sie bieten Tieren Schutz und Nahrung – und sollen nicht in Blumenvasen landen

LANDKREIS. Eine Rabatte aus Sonnenblumen und Akelei wiegt sich im Wind. Schmetterlinge, Bienen und Hummeln umschwirren die Blüten. Und auch zu Füßen der Blumen kreucht und fleucht es.

An vielen Feldrändern im Landkreis Altötting sind sie mittlerweile zu sehen – die von Landwirten angelegten „Blühstreifen“. Sie sind schön anzusehen und sollen Tieren Schutz und Nahrung bieten – und sind eindeutig nicht dazu da, von Spaziergängern abgeschnitten zu werden und daheim in einer Blumenvase zu landen.

Weil das aber immer wieder und gar nicht selten vorkommt, hat zum Beispiel die Gemeinde Haiming folgende Mitteilung auf ihrer Homepage veröffentlicht: „Im Gemeindegebiet haben viele Landwirte rund um ihre Felder Blühstreifen angelegt. In vielen Farben sind die verschiedensten Blumen erblüht und erfreuen das Auge. Allerdings gibt es einige Zeitgenossen, welche die Blumen nicht nur sehen wollen, sondern auch bei sich zuhause haben möchten. Und so ist es tatsächlich in erheblichem Umfang vorgekommen, dass sich Bürgerinnen und Bürger in den Blühstreifen einfach bedienen und zum Beispiel Sonnenblumen abgeschnitten und mitgenommen haben.

Die Blühstreifen sind kein Allgemeingut, sondern Eigentum der Landwirte. Wenn jemand vorher fragt, ob er sich etwas abschneiden darf, dann werden wohl die wenigsten Landwirte dies ablehnen. Ungefragtes Abschneiden ist schlicht und einfach Diebstahl. Das ist ja nichts anderes, als wenn jemand vom Blumenfeld etwas abschneidet und dann nichts oder zu wenig in die Geldbüchse wirft. Niemand würde es dulden, wenn sich ein anderer aus dem eigenen Garten Blumen abschneidet und nicht fragt.

Um es klar zu sagen: Bei uns hat sich kein betroffener Landwirt beschwert. Aber manche Leute sind einfach so unverschämt und bedienen sich am helllichten Tag an fremdem Eigentum. Und das ist nicht in Ordnung.“

Blumenfreunde sollten immer daran denken, welchem Zweck die Blühstreifen dienen – einzig und allein der Tierwelt.


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