18.08.2016, 11:49 Uhr

Gesundheit Studie deckt auf: Laufen hält den Körper besser jung als jede andere Sportart

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Laufen ist der „Jungmacher“ schlechthin! Das stellte eine Studie am Universitätsklinikum Homburg/Saar fest. Man könne zwar den Organismus nicht wieder verjüngen, aber nach Aussage der Studie kann man den Alterungsprozess aufhalten. Außerdem entdeckte ein Forscher Erstaunliches zu anderen Formen des Sportes.

SAARLAND Der ewige Kampf gegen das Alter und die dabei auftretenden Probleme beschäftigen Forscher schon seit Jahrtausenden. Der Kardiologe Dr. Christian Werner vom Universitätsklinikum Homburg/Saar beschäftigte sich damit, welche Sportart am gesündesten ist. Mit seiner jetzt veröffentlichten Studie wurde der Mediziner mit dem Wilhelm P. Winterstein-Preis ausgezeichnet.

Bei seiner Studie wählte der Mediziner mehr als 200 Personen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren aus, die in vier Gruppen aufgeteilt wurden. Über sechs Monate hinweg mussten die vier Gruppen entweder dreimal die Woche locker laufen, ein anstrengendes Intervalltraining absolvieren, Kraftsport betreiben oder als vermeintlich glückliche vierte Gruppe einfach nichts tun. Dabei untersuchte der Forscher die Zellen der Blutgefäße im Bereich des Herzen und stieß auf erstaunliches.

Die Telomerase ist ein Enzym, das die Endstücke der Chromosomen im menschlichen Körper schützt und wieder herstellt. Mit fortschreitendem Alter nimmt allerdings dieser Prozess ab, sodass die Zellen schließlich altern und absterben. Dr. Werner konnte in seiner Studie nachweise, dass Laufen die Aktivität dieser Telomerase um das doppelte im Vergleich zu den anderen Gruppen steigern konnte. „Moderate und regelmäßige Ausdauerbewegung bremst den Alterungsprozess der Zellen im Gefäßsystem und erhöht so den Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, sagt der Mediziner.

Laufen kann nicht verjüngen aber den Alterungsprozess aufhalten

„Joggen und Intervalltraining sind dabei dem Krafttraining deutlich überlegen“, stellte er in der Studie fest. Aber kein Grund zur Sorge für alle Kraftsportler, die sich regelmäßig in verschwitzten Studios um einen Adoniskörper bemühen: „Allerdings verbessern alle Trainingsformen die körperliche Fitness“, beruhigt Werner. Er empfiehlt eine gesunde Mischung der verschiedenen Sportarten. So konnte zwar die Telomeraseaktivität beim Kraftsport nicht gesteigert werden, dennoch konnte die Telomerase, also auch die Alterung der Zellen, deutlich stabilisiert werden im Vergleich zu der Gruppe, die keinen Sport betreiben musste.

„Gesunde Menschen können sich durch regelmäßige Ausdauerbewegungen vor Herzkrankheiten schützen. Dabei sollte Krafttraining ergänzend zu Ausdauertraining durchgeführt werden, nicht aber als Ersatz dafür“, erklärt der Kardiologe. Also Schwein gehabt – Krafttraining ist immer noch gut für den Körper, wenn man dazu noch ab und zu laufen geht.  


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