17.04.2020, 00:23 Uhr

Bundesliga „Jahn sein“ auch während der Corona-Krise – die Jahnelf wendet sich mit einem offenen Brief an die Fans


Seit Mittwoch, 15. April, steht fest, dass es bis mindestes Ende August keine Großveranstaltungen in Deutschland geben wird. Darunter fallen auch Fußballspiele mit Zuschauern. Das trifft auch die Stadt Regensburg – der SSV Jahn spielt in der 2. Bundesliga! Die Fans vermissen die Spieler – die Mannschaft vermisst ihre Fans! Am Donnerstag, 16. April, haben sich die Spieler des SSV Jahn in einem offenen Brief an die Fans gewandt.

Regensburg. Der SSV Jahn Regesburg steht aufgrund der Corona-Krise „vor großen, noch nicht final absehbaren Herausforderungen“, schreiben die Spieler in ihrem Brief. Wichtige Einnahmequellen sind weggefallen , das hat spürbare Auswirkungen auf die Vereine – so auch auf den SSV Jahn. Es fehlen die Eintrittsgelder für die Heimspiele – und auch wenn der Fan-Shop online geöffnet ist, sinken auch hier die Einnahme. „Es ist bereits jetzt sicher, dass diese finanziellen Einschnitte noch zunehmen werden“, davon geht die Mannschaft schon jetzt aus. Man habe sich deshalb auch als Mannschaft Gedanken darüber gemacht, „wie wir unseren Teil dazu beitragen können, dass der SSV Jahn diese Zeit bestmöglich übersteht. Auf Initiative der Geschäftsführung haben wir uns in den zurückliegenden Wochen zunächst im Mannschaftsrat und daran anschließend mit dem kompletten Kader intensiv dazu ausgetauscht wie unser Beitrag konkret aussehen wird und möchten dies nun auf diesem Weg mitteilen“, so die Jahnelf. Und auch bei dieser Entscheidung geht es ums Geld: „Die Mannschaft wird dem Vorbild von Geschäftsführung, Trainerteam und Abteilungsleitern geschlossen folgen und verzichtet daher freiwillig ab April 2020 auf einen Teil ihres Grundgehalts sowie ihrer Prämien. Bei diesem Verzicht wird es auch so lange bleiben, bis der reguläre Spielbetrieb wieder mit Zuschauern stattfinden kann und unserem Club dadurch wieder sämtliche an den Spielbetrieb anhängigen Einnahmequellen zur Verfügung stehen“, heißt es in dem Brief an die Fans. Man sei auch bereit, „auf noch höhere Beträge zu verzichten“, je nachdem wie sich die Situation entwickelt. „Wir verstehen dies als Zeichen, mit dem wir unsere Solidarität und Identifikation mit dem SSV Jahn, seinen Mitarbeitern und allen Anspruchsgruppen zum Ausdruck bringen möchten.“ Der Mannschaft gehe es vor allem darum, die Kollegen zu stützen: „Denn wenn irgend möglich soll kein Jahn-Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen und kein Arbeitsplatz wegfallen müssen“, schreibt die Jahnelf. Gleichzeitig wolle man die Dankbarkeit für die Unterstützung gegenüber den Fans und den Sponsoren zeigen.

Des Weiteren wird die Mannschaft die Mannschaftskasse dieser Saison komplett spenden. Zum einen wird eine Förderpartnerschaft „Business“ abgeschlossen, mit der der Bau des Jahn-Turms am Jahnstadion mit 3.000 Euro unterstützt werden kann. „Zum anderen wird der Restbetrag einem wohltätigen Zweck zu Gute kommen. Denn natürlich ist uns sehr bewusst, dass der Fußball nur ein kleiner Teil der Gesellschaft ist – und dass über unseren eigenen Bereich hinaus Unterstützung von Nöten ist. Auch das sehen wir weiterhin als wichtige Aufgabe an“, so das Team.

Auch einen Blick in die Zukunft gibt es: Wie geht es weiter? Wird es bald wieder Fußballspiele geben? Die Mannschaft geht davon aus, dass es Spiele ohne Zuschauer, also so genannte Geisterspiele geben könnte: „Eine Konstellation, die wir uns wie Ihr niemals gewünscht hätten, die aber womöglich die einzige Option dafür ist, den Fortbestand unserer Branche und damit auch den des SSV Jahn sowie der daran gekoppelten rund 150 direkten Arbeitsplätze zu sichern. Schon jetzt versprechen wir Euch, dass wir alles daran setzen werden Euch weiterhin würdig zu vertreten und als Mannschaft auch in dieser herausfordernden Zeit für die Werte des SSV Jahn zu stehen: Ambition, Bodenständigkeit und Glaubwürdigkeit.“ Jetzt greife das Jahresmotto des SSV Jahn: „Denn ,Jahn sein‘ heißt, auch dann für Euch alles zu geben, wenn Ihr nicht bei uns im Stadion sein können“, schreibt die Mannschaft.


0 Kommentare