10.06.2019, 23:00 Uhr

Leichtathletik Telis-Läufer bei den 10.000-Meter-Meisterschaften erfolgreich

(Foto: Sportfoto Michael Willms)(Foto: Sportfoto Michael Willms)

Die Langstrecklerinnen und Langstreckler der LG Telis Finanz Regensburg lieferten auch bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter: Im Essener „Sportpark Am Hallo“ reichte es mittels der U23-Goldmedaille von Miriam Dattke, der damit gleichzeitig verbundenen Silberplakette in der Frauenwertung und dem hart umkämpften dritten Platz durch Simon Boch für den kompletten Medaillensatz.

REGENSBURG Die Regensburgerin hatte nach einer schwierigen Anreise am Wettkampftag selbst 25 lange Runden im Alleingang zu erledigen und löste diese Aufgabe mit bestleistungsnahen 32:50,10 Minuten bravourös. Frauensiegerin Alina Reh (SSV Ulm) lag zwar im Ziel nach 31:19,87 Minuten mit der drittbesten Zeit, die jemals von einer deutschen Läuferin auf dieser Strecke erzielt wurde, satte eineinhalb Minuten vor Miri Dattke, die aber wieder 45 Sekunden vor der übrigen Konkurrenz. Bei den Männern machte Favorit Richard Ringer (LC Rehlingen – 28:28,89 Minuten) durch einen forschen Antritt bei Kilometer vier alles klar. Dahinter entwickelte sich ein heißer Kampf um die Medaillen: Am Ende landete Titelverteidiger Sebastian Hendel (LG Vogtland) mit 28:43,67min knapp vor Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) mit 28:45,34min auf Platz zwei. Beide sind mit ihren neuen persönlichen Bestleistungen nun neben Richard Ringer Fixstarter beim am 6. Juli in London stattfindenden Europacup. Darauf Hoffnungen darf sich auch der mit 29:02,15 Minuten auf Platz fünf einlaufende Telis-Läufer Philipp Pflieger machen.

Auch Miriam Dattkes Nominierung für die U23-EM am 12. Juni im schwedischen Gävle steht nun nichts mehr im Wege. Miriam Dattke musste am Wettkampfvormittag an der Regensburger Uni noch eine Klausur schreiben, zum Bahnhof eilen und feststellen, dass auch ein ICE der Deutschen Bundesbahn 35 Minuten Verspätung haben kann. Durch geschickte Verbindungsänderungen und einigen Sprints zu den Anschlusszügen erreichte die Regensburgerin den Sportpark Am Hallo knapp eine Stunde vor ihrem Start, nachdem sie zuvor schon eine Zugtoilette zu ihrer ganz persönlichen Umkleidekabine umfunktioniert hatte. Das Rennen selbst ist schnell erzählt.

Deutschlands derzeitige „Überläuferin“ Alina Reh verabschiedete sich schon nach Runde eins nach vorne, das übrige Feld ebenso schnell nach hinten. Im im Blickkontakt zu ihrem Coach gelang es der Regensburgerin, ihr ganz ureigenes Rennen gegen die Uhr einigermaßen gleichmäßig zu gestalten und damit sogar noch bis auf neun Sekunden auf ihre Bestleistung vom letztjährigen Europacup aufzulaufen. „Da gab’s schon ein paar Momente, wo ich gedacht habe, in welchem Film ich gerade bin. Vor allem, als bei Kilometer acht mein Rücken zumachte“, erzählte die nun in diesem Jahr schon sechsfache Deutsche Meisterin nach ihrem Husarenstück, „ich bedanke mich auch bei Alina Reh, die ebenfalls noch der U23 angehört, aber eben nur bei den Frauen gemeldet hatte. Das war echt ein feiner Zug von ihr.“ Beide werden nun in Gävle ein starkes deutsches Duo auf der Jagd nach den 10.000m Medaillen sein.

36 Läufer standen bei der Entscheidung der Männer an der Startlinie, darunter gleich sechs Athleten der LG Telis Finanz. Nach forscher Tempoarbeit durch „Hase“ Felix Rüger hatte sich schnell ein Sechserpack mit Richard Ringer, Sebastian Hendel, Samuel Sibhatu Fitwi (LG Vulkaneifel) und dem Telis-Trio Boch, Pflieger sowie Dominik Notz gebildet. Bei Rügers sehr geschickter Beendigung seiner Hasentätigkeit verloren ausgerechnet die dadurch behinderten Pflieger und Notz den Anschluss an die Spitzengruppe, den dann nur noch der Regensburger Altmeister Pflieger mühevoll, aber eben nur kurzfristig wieder herstellen konnte. „Das war echt Mist und hat mich sehr viel Kraft gekostet, weil sich gerade zum selben Zeitpunkt Richard Ringer aus dem Staub machte und mit einer 65er-Runde das Grundtempo enorm erhöhte“, rümpfte Philipp Pflieger nach dem Rennen zurecht die Nase. In den letzten Runden entwickelte sich der Kampf um die Medaillen zu einem echten Krimi der Dreiergruppe Hendel-Boch-Fitwi: Bochs Angriff drei Runden vor Schluss kam dennoch bezüglich Hendel zu früh, reichte am Ende aber, Fitwi deutlich in die Schranken zu weisen. Philipp Pflieger finishte im Niemandsland als sicherer Fünfter, Tim Ramdane Cherif und Moritz Beinlich lieferten zwar neue persönliche Bestleistungen mit 29:29,40 bzw. 29:33,37 Minuten ab, „liefen aber auf Platz15 und 16“ nach Aussage ihres Coaches Kurt Ring „ zu zögerlich.“ „ Mit dem Auftritt der beiden muss man dennoch hochzufrieden sein. Bei Dominik Notz muss nach großen Schwierigkeiten unmittelbar nach dem Rennen festgehalten werden, dass seine 29:25,96 Minuten und Platz 12 keineswegs seine derzeitig sehr gute Verfassung widerspiegeln“, kommentiert Ring das Gesamtbild seiner Truppe. Kevin Key, die Nummer sechs der Telis-Crew, hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und schied nach sechs Kilometern aus.


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