23.05.2018, 11:03 Uhr

Fußball Jahns Kader für 18/19 wird eine Herausforderung

Knolls Blick geht gen Hamburg. Der FC St. Pauli ist sich mit dem Defensivmann einig. (Foto: Sascha Janne)Knolls Blick geht gen Hamburg. Der FC St. Pauli ist sich mit dem Defensivmann einig. (Foto: Sascha Janne)

Vor allem in der Defensive muss der Zweitligist jetzt nachbessern.

REGENSBURG Nach der Saison ist vor der Saison. Die sensationelle Spielzeit mit Platz fünf und dem Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga ist etwas über eine Woche vorbei, die Spieler weilen im verdienten Urlaub. Doch hinter den Kulissen basteln die Verantwortlichen des SSV Jahn fleißig am Kader der neuen Saison. Denn es kommt Bewegung in die Mannschaft!

Zwei Spieler, die im Sommer kommen, sind bereits bekannt und sechs Abgänge stehen fest. Und mindestens einer dürfte noch folgen: Die Jahn-Fans werden sich wohl sehr bald schon von Publikumsliebling Marvin Knoll verabschieden müssen. Der 27-jährige Innenverteidiger ist sich nach Medieninformationen bereits mit dem FC St. Pauli einig, derzeit ginge es nur noch um die Ablösemodalitäten, die der Hamburger Klub mit den Verantwortlichen des SSV Jahn aushandelt. Knoll hat in Regensburg eigentlich noch einen bis 2020 gültigen Vertrag. Der Jahn selbst bestätigte gegenüber dem Wochenblatt am Dienstag, dass es Gespräche gebe, jedoch noch keine abgeschlossene Transfervereinbarung. Sollte sich der Jahn mit St. Pauli aber über eine Ablöse einig werden, verliert der Oberpfälzer Traditionsverein einen seiner wichtigsten Stützen im Team, wenn nicht die wichtigste: Der gebürtige Berliner, der unter anderem auch ein Angebot von Union Berlin hatte, ist der notenbeste Abwehrspieler der abgelaufenen Zweitliga-Saison.

Knoll äußerte sich zuvor bereits gegenüber mehreren Medien, dass er einem Wechsel nicht abgeneigt sei. Durch seine herausragenden Leistungen in Regensburg habe er nun die vielleicht letzte Chance, nocheinmal zu wechseln. So oder so, ein Abgang Knolls würde ein riesiges Loch in die Defensive des Jahn der kommenden Saison reißen. Eine Mammutaufgabe für Christian Keller! Immerhin gehen auch die Leistungsträger Benedikt Gimber (FC Ingolstadt 2004) und – Stand heute – Asger Sörensen (Red Bull Salzburg), während der vierte Akteur, der im defensiven Zentrum stets seine Leistung bringt, aus Verletzungsgründen wohl erst im Winter wieder ins Training einsteigen kann: Sebastian Nachreiner.

Was passiert mit Mees und Sörensen?

Zwei Neuzugänge im weiteren Sinne hat der Jahn bereits vermelden können: Mit André Weis und Sebastian Stolze wurden zwei Akteure verpflichtet, die bisher nur ausgeliehen waren. Zwei weitere Spieler werden im Sommer nach Leihe zum SSV zurückkehren: Innenverteidiger Ali Odabas und Stürmer Haris Hyseni. Beide wollten in der Dritten Liga Spielpraxis sammeln, waren in diesem Vorhaben aufgrund von Verletzungen allerdings nicht sonderlich erfolgreich. Über weitere Neuzugänge ist noch nichts bekannt, mehr als Gerüchte, wie die der Bayern-Talente Awoudja und Götze, drang noch nicht nach außen. Offen sind noch die Personalien Sörensen und Joshua Mees (Hoffenheim), beide möchte der SSV Jahn nach der Leihe fest verpflichten, doch bei beiden muss auch der abgebende Verein mitspielen. Eine Ablösesumme, wie sie der Oberbayerische Nachbar aus Ingolstadt dank seines Großsponsors für Gimber hinblätterte, wird Jahn Regensburg auf alle Fälle nicht zahlen können.

Vor allem in der Innenverteidigung drückt nun wohl der Schuh durch den Wegbruch der vier Leistungsträger. Drei Akteure, die diese Position spielen können, stehen zwar unter Vertrag. Ali Odabas, Sven Kopp und Markus Palionis haben in der abgelaufenen Spielzeit jedoch zusammen gerade einmal zehn Pflichtspiele absolviert. Da die Defensive des SSV heuer 53 Gegentore zuließ, dürfte das Hauptaugenmerk von Geschäftsführer Keller also auf dem defensiven Zentrum liegen. Zudem müssen die Abgänge Uwe Hesse und Marcel Hofrath (Ziel unbekannt) noch ersetzt werden. Torhüter Bastian Lerch (Karriereende) wird aller Voraussicht nach durch Alexander Weidinger (Jahn-U21) ersetzt. Der Kader für die Saison 2018/19 wird, vor allem in der Abwehr, aber eine Herausforderung!


0 Kommentare