10.07.2019, 11:11 Uhr

WM-Titel im Visier Der Herkules von Aschau am Inn


Paul Werfinger, der amtierende Deutsche Meister im Powerlifting, will den Nachwuchs im Kraftdreikampf fördern.

ASCHAU AM INN. Der 49-jährige Paul Werfinger ist ein wahres Kraftpaket. Vor etwa sieben Jahren hat er den Kraftdreikampf – international auch Powerlifting genannt – für sich entdeckt. Mit viel Fleiß und Schweiß trainiert der 126-Kilo-Mann seither Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben. Die Belohnung dafür gab es heuer Anfang Juni bei den internationalen Deutschen Meisterschaften der Powerlifting Association Germany (PAG). Der Aschauer bewältigte insgesamt ein Gewicht von 580 Kilo, stellte dabei drei deutsche Rekorde auf und darf sich nun Deutscher Meister in der Altersklasse 45+ und Gewichtsklasse -140 Kilo nennen.

Mit seinem bisher größten Erfolg im Rücken will Paul Werfinger seinen Sport auch anderen Interessierten näher bringen: „Ich denke da vor allem an junge Leute, denn der noch relativ unbekannte Kraftdreikampf braucht dringend Nachwuchs!“ Erste Gespräche hat der Aschauer diesbezüglich schon geführt. Am liebsten wäre ihm die Gründung einer Kraftdreikampf-Abteilung unter dem Dach eines Vereins. „Wenn das nicht klappt, könnte ich mir aber auch vorstellen, mit ein paar Gleichgesinnten einen eigenen Verein aufzuziehen“, sagt der 49-Jährige.

Bevor Paul seine Leidenschaft für den Kraftdreikampf entdeckte, war er 15 Jahre lang Bodybuilder. „Irgendwann merkte ich dann, dass ich zwar Kraft habe, wie die Sau, aber Bodybuilding nichts für mich ist“, erinnert sich der Rangierbegleiter bei der Bahn an seinen Wechsel in den Kraftsport. „Schließlich konnte ich schon als zehnjähriger Bub zwei volle Getränkekisten links und rechts tragen, was mir den Spitznamen Herkules einbrachte“, grinst der gebürtige Mühldorfer.

Noch in diesem Jahr wird Paul Werfinger am 15. November seinen 50. Geburtstag feiern. Nur zwei Wochen vorher hat der Aschauer die Chance, sich selbst das größte Geschenk zu machen. Bei der Weltmeisterschaft in Wien will er unbedingt den Titel holen. „Das schaffe ich, da bin ich sehr zuversichtlich“, lautet Pauls Kampfansage an die Konkurrenz. „Beim ersten von jeweils drei Versuchen – dem sogenannten Opener in den Disziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben – wird immer ein wenig taktiert. Was machen die Anderen? Wer legt wie viel Gewicht auf? Gleichzeitig wollen die Kampfrichter gleich zu Beginn vor allem eine saubere Technik sehen“, schildert der Herkules von Aschau das übliche Psychospiel bei Wettkämpfen. „Aber bei aller Konkurrenz ist das Schöne am Powerlifting, dass sich alle gegenseitig anfeuern und total fair miteinander umgehen“, schwärmt Paul. Und noch einen großen Vorteil gibt es für ihn beim Kraftsport: „Da muss man nicht dauernd auf jedes Gramm achten und jede Kalorie zählen, da kann man einfach essen, was man will!“

Bleibt dem sympathischen Sportler nur noch zu wünschen, dass sein Traum vom WM-Titel in Erfüllung geht und er wie schon bei der Deutschen Meisterschaft als Erstes überglücklich seine Freundin Michaela anrufen kann, um zu sagen: „Schatz, ich hab‘s gepackt!“


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