19.07.2018, 15:13 Uhr

Schiri Wolfgang Stark spricht Klartext „Beim Video-Assistenten gibt es Luft nach oben und einiges zu verbessern“

Video-Assistent Wolfgang Stark will die Erfahrung aus der Bundesliga und der WM mit in die neue Saison mitnehmen. (Foto:  tg)Video-Assistent Wolfgang Stark will die Erfahrung aus der Bundesliga und der WM mit in die neue Saison mitnehmen. (Foto: tg)

Er ist der Bundesliga-Rekordschiedsrichter, aktuell Video-Assistent und der herausragende Referee Niederbayerns. Wolfgang Stark hat – natürlich – die Fußball-WM in Russland mit riesigem Interesse verfolgt. Wir sprachen mit dem Ergoldinger.

ERGOLDING Wochenblatt: Herr Stark, die Fußball-WM ist nun vorbei. Wie fällt Ihr sportliches Fazit aus?

Insgesamt positiv. Ein verdienter Weltmeister Frankreich, starke Kroaten, ebenfalls sehr gut die Belgier und Engländer. Leider nicht ganz so perfekt war das Abschneiden unserer Nationalmannschaft.

Beim Turnier in Russland wurden auch erstmals Video-Assistenten eingesetzt. Hat sich deren Einsatz bei der Premiere bewährt?

Trotz negativer Vorhersagen der sogenannten „Experten“ wurde man eines besseren belehrt. Der Video-Assistent war insgesamt sehr positiv, auch wenn es ein paar wenige diskussionswürdige Szenen gab.

Die Video-Assistenten bei der WM hatten – für den Beobachter – mehr „Macht“ als die Kollegen in der Bundesliga: Worin lag tatsächlich der Unterschied?

Der Video-Assistent hat keine „Macht“. Er ist ein zusätzlicher Assistent für den Schiedsrichter. Die Vorgaben der FIFA-Instruktoren, bei klaren und offensichtlichen Fehlern den Schiedsrichter darauf hinzuweisen, wurden sehr gut umgesetzt. Trotzdem gibt es noch Luft nach oben und einige Dinge zu verbessern.

Nach Ihrem ersten Jahr als Video-Assistent in der Bundesliga und nach Ihrer Beobachtung der WM: Wie kann sich die Arbeit der Video-Assistenten noch verbessern?

Man muss weiter an der ganzen Sache arbeiten, Fehler versuchen zu minimieren. Das betrifft nicht nur den Video-Assistenten, sondern auch den Schiedsrichter auf dem Platz. Auch dieser muss versuchen, seine Fehlerquote zu reduzieren. Und das Ganze muss nach außen hin transparenter gemacht werden, wie bei der WM. Der Fan im Stadion muss wissen, was und wann wird ein Vorgang überprüft. Hier sind DFL, DFB und die Vereine alle in einem Boot.

Sie sind in dieser Woche beim Lehrgang der Bundesliga-Schiedsrichter: Welche Punkte gehören in Ihren Augen unbedingt mit auf die Tagesordnung und sollten besprochen werden?

Fehlerminimierung und mehr Transparenz. Klare Vorgaben für die Schiedsrichter und Video-Assistenten – und auch dementsprechende Infos an Vereine und Medien.

WM-Schiedsrichter Felix Brych sowie die beiden Video-Assistenten Bastian Dankert und Felix Zwayer sind beim Lehrgang sicher auch dabei: Freuen Sie sich auf die Erfahrungen des Trios bei der WM in Russland?

Natürlich, ihre Erfahrungen und die Auswertungen der FIFA von der WM werden entscheidende Punkte für die weitere Arbeit der Video-Assistenten sein.

Mit welchen Erwartungen starten Sie in die neue Bundesliga-Saison?

Weiterhin an den guten Leistungen der letzten Rückrunde anknüpfen, die Fehler der letzten Saison – nach der entsprechenden Analyse – zu minimieren. Mehr Transparenz und auch mehr Verständnis für die schwierige Arbeit eines Schiedsrichters und Video-Assistenten.


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