28.01.2018, 19:41 Uhr

OB Putz droht den EVL-Krawallmachern „Werden gegen Hass und Gewalt vorgehen – und die Verursacher bestrafen!“

Landshuts OB Alexander Putz sprach am Sonntag direkt zu den Fans. (Foto:  Georg Gerleigner)Landshuts OB Alexander Putz sprach am Sonntag direkt zu den Fans. (Foto: Georg Gerleigner)

Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz hat am Sonntagabend – vor dem Spiel des EVL gegen Sonthofen – direkt an die Zuschauer gesprochen und appelliert, sich gegen aggressive und gewaltbereite „Fans“ zu stellen und Zivilcourage zu zeigen. Man werde gegen die Verursacher von Hass und Gewalt vorgehen.

LANDSHUT Hier die Rede von Oberbürgermeister Alexander Putz im Wortlaut:

„Liebe Eishockeyfans aus nah und fern,

ich begrüße Sie ganz herzlich zum heutigen Heimspiel unseres EV Landshut gegen die Mannschaft des ERC Sonthofen. Ganz besonders möchte ich unsere Gäste aus dem Allgäu begrüßen, sowohl die Spieler, als auch die Fans aus Sonthofen.

Es gibt in den letzten Wochen und Monaten viel Erfreuliches über den Eishockeysport in Landshut zu berichten. Wer hätte sich vor einem Jahr gedacht, dass der EVL heute sportlich und wirtschaftlich so gut da steht? Die junge Mannschaft hat uns in der Hauptrunde begeistert und diese sogar als Tabellenführer beendet. Die neuen Gesellschafter haben den Verein reorganisiert und mit großem persönlichen und finanziellen Einsatz auf gesunde Beine gestellt.

Dazu hat der Stadtrat in großer Einmütigkeit beschlossen, das Stadion zu sanieren und umzubauen und liebe Eishockeyfreunde, erst vorgestern wurden die aktuellen Pläne dafür im Stadtrat vorgestellt. Ich kann Ihnen eines versprechen: Das umgebaute, neue Stadion wird ein Schmuckstück und wir alle können uns gemeinsam darauf freuen.

Aber auch für die nächsten Wochen gibt es eine gute Nachricht. Wir haben, zusammen mit Planern, Gutachtern und dem Verein, ein Konzept auf die Beine gestellt, das ermöglicht, die Anfang der Saison deutlich reduzierte Zuschauerzahl wieder anzuheben. Die Kapazität wird somit von jetzt maximal 4.100 auf ca. 5.500 Plätze erhöht, so dass wir für die Playoffs gerüstet sind und hoffentlich tolle, gut besuchte Heimspiele erleben können.

Das alles sind gute Nachrichten für die Eishockeyfreunde in der Region. Aber ich stehe heute auch vor Ihnen, um ein unerfreuliches Thema anzusprechen. Es geht um gewalttätige Ausschreitungen „sogenannter Fans“ in Deggendorf. Es geht auch um Flyer und um Transparente mit Hass- und Schmähbotschaften, gegenüber gegnerischen Mannschaften und Fans.

Liebe Eishockeyfreunde, der EV Landshut hat tolle Fans, die im heimischen Stadion für eine fantastische Atmosphäre sorgen und die Mannschaft auch zu Auswärtsspielen begleiten. Auch auf diese Fans können wir stolz sein. Aber die kleine Minderheit derjenigen, die zu Hass und Gewalt aufrufen, Steine und Flaschen werfen, dabei Menschen verletzen oder zumindest billigend in Kauf nehmen, dass Menschen verletzt werden können, das sage ich mit aller Deutlichkeit, diese Leute sind keine Fans. Sie mögen sich vielleicht so nennen, aber sowohl die Stadt Landshut, als auch der Verein distanzieren sich von diesem inakzeptablen Verhalten.

Dieses schädigt auch das Image und den Ruf des EV Landshut und unserer wunderschönen Stadt. Für die aktuellen Vorfälle der jüngsten Vergangenheit möchte ich mich daher im Namen der Stadt Landshut entschuldigen. Hass und Gewalt hat in unserer Gesellschaft keinen Platz – weder außerhalb, noch innerhalb des Umfelds von Sportveranstaltungen. Zum Sport gehören insbesondere auch Fairness und Respekt vor den Konkurrenten und deren Anhängern und es gehört auch dazu verlieren zu können.

Die Stadt Landshut und der Verein sind sich da absolut einig. Wir werden die Polizei 100-prozentig dabei unterstützen, gegen Hass und Gewalt vorzugehen – die Verursacher sollen nach Möglichkeit identifiziert und auch bestraft werden. Liebe Eishockeyfans, bitte zeigen Sie auch Zivilcourage und distanzieren Sie sich von solchen Umtrieben, wenn Sie damit konfrontiert werden. Helfen Sie uns dabei, dass Landshut als Sportstadt auch ein Aushängeschild und Vorbild für Fairness im Sport sein kann. Der Verein wird Stadionverbote verhängen, wenn solche Leute identifiziert werden können.

Für heute wünsche ich uns allen ein tolles Spiel und einen schönen Sonntagabend.“


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