06.03.2018, 09:34 Uhr

Meisterschaft Zwei Medaillen auf höchster nationaler Ebene für die Judoka des TSV Abensberg

(Foto: Gerd Zitzelsberger/privat)(Foto: Gerd Zitzelsberger/privat)

Einmal im Finale, eine Bronzemedaille und zwei Top-Platzierungen unter den ersten Zehn, das ist die Ausbeute bei den Deutschen Einzelmeisterschaften der weiblichen und männlichen Unter-18-Jährigen in Herne Wanne-Eickel in Nordrhein Westfalen.

ABENSBERG Der erste, der am Samstag, 3. März, die Matten im Sportpark Wanne betrat, war Kevin Abeltshauser in der Gewichtsklasse bis 60 Kilo. Und der junge Babone zeigte, dass man heute mit ihm rechnen musste, in Runde eins dominierte er von vorneherein gegen einen Rumänen vom 1. Godesberger JudoClub, gegen Marc-Alexander Pacurariu. Mit einer Gegendreh- und einer Hüfttechnik beendete Kevin das Duell nach knapp der Hälfte der Kampfzeit. Hochkonzentriert von Kampf zu Kampf ging Abeltshauser die nächste Auseinandersetzung an, mit Dennis Klink vom JC Rüsselsheim wartete eine nicht zu unterschätzende Aufgabe auf das junge Nachwuchstalent. Nach einigem Abtasten und taktischen Manövern nutzte Kevin die Chance und beförderte Klink mit einem sehenswerten Wurf, der um den Kopf gegriffen wird, voll auf die Matte, der Kampfrichter gab sofort einen vollen Punkt als Wertung. Nach kurzer Analyse und Festlegung der taktischen Marschroute ging es ins Viertelfinale. Nach den ersten Angriffen lies Kevin Max Zinnagel vom Judo-Club Samura aus Oranienburg keine Möglichkeit für einen weiteren Angriff. Nach einem Gegendrehangriff hielt er Max noch zehn Sekunden fest und stand somit im Halbfinale. Dort wartete Marko Babic vom Polizei-Sport-Verein aus Berlin auf den jungen Abensberger. Mit dem Wissen um die technischen Fähigkeiten des Halbfinalgegners legten der Cheftrainer mit dem Landestrainer und dem Athleten zusammen die Vorgehensweise für das Duell um den Einzug in das Finale fest. Mit exzellentem Griffkampf und Angriffsmanövern stellte Abeltshauser seinen Berliner Gegner immer wieder am Mattenrand. Nach drei Bestrafungen für Verlassen der Wettkampffläche erhielt dieser die Disqualifikation und Abeltshauser den Einzug ins Finale. Im Finale traf er auf den Favoriten vom Judo-Club Leipzig, Lennart Slamberger. Der wurde seiner Favoritenrolle gerecht und überraschte Kevin mit einer Abtauchtechnik zweimal, somit blieb aber die absolute und hochverdiente Silbermedaille für Abeltshauser. Ein supertoller Erfolg für den jungen Nachwuchsrecken und die Abensberger Trainingsgruppe.

Im Leichtgewicht bis 50 Kilo startete Leon Zitzelsberger ebenfalls erfolgreich, genauso wie sein Vereinskamerad im Schwergewicht Michael Weber in der plus 90-Kilo-Kategorie. Beide gewannen ihre Auftaktbegegnung mit vollem Punkt (Ippon). Leon gewann auch die zweite Runde, bevor er das Viertelfinale mit Haltegriff verlor. In der Trostrunde konnte Leon keine Akzente mehr setzten und musste mit drei Bestrafungen das Feld räumen. Michael Weber veror in Runde zwei gegen den späteren Deutschen Meister Kone Losseni aus Hamburg. In der Trostrunde verlor er abermals, diesmal mit Armhebel.

Raffaela Igl, die Weltranglisten-Erste bei den Cadeten in der Gewichtsklasse bis 70 Kilo startete erwartungsgemäß in das Turnier um den Deutschen Meistertitel. Raffaela brauchte für die ersten drei Kämpfe bis zum Halbfinale nur insgesamt knapp drei Minuten. Erste Runde gegen Paola Onofaro von Rot Weiss Visbek – Haltegriff nach 39 Sekunden. Runde zwei gegen Jasmin Iqbal vom Judo-Club Vellmar – Hüftfeger und anschließender Haltegriff nach 59 Sekunden. Runde drei gegen Josephine Richter von der Judoschule Hermann Brandenburg – mit einem Innenschenkelwurf und Haltegriff nach 49 Sekunden beendet. Im Halbfinale nun ein ebenfalls ebenbürtiger Gegner, Anna-Monta Olek vom Judo-Team aus Hannover war von ihren Trainern bestens auf Raffaela eingestellt. Über die Hälfte der Kampfzeit war es ein Schlagabtausch, der für keinen einen Vorteil brachte, dann eine Situation, in der Olek in einer defensiven Bodenlage kurz nicht aufpasst und Igl zu einer ihrer Spezialtechniken kommt. Raffaela setzt an, wirft Olek aus der Bodenlage über sich und ist im Haltegriff, das wäre es eigentlich schon gewesen! Der Kampfrichter unterbricht die Situation, gibt Igl eine Strafe wegen Beinfassens und der Kampf geht im Stand weiter! Begründung: Beide waren im Bodenkampf, Olek stand auf, Igl war noch im Boden und kam anscheinend für einen Bruchteil auch nach oben in den Stand um den Übergang ausführen zu können, somit sind beide wieder im Stand und in diesem Augenblick darf nicht ans Bein gefasst werden, obwohl im Boden angesetzt!? 16 Sekunden vor Schluss dann eine Aktion von Olek mit einer kleinen Innensichel, Raffaela dreht sich gerade noch weg, fällt dabei in die seitliche Bauchlage. Kampfrichter entscheiden nach Videoanalyse für Wertung. Somit musste Raffaela wiederum aufs Finale verzichten und entschied im Anschluss das Duell um Bronze nach einer Minute gegen Lena Grzesiek vom Judo-Team Erkelenz mit Haltegriff.

Raffaela und Kevin sind vom Bayerischen Judoverband nominiert, am kommenden Wochenende in Zagreb einen European Judo Cup der Cadeten zu kämpfen. Für Kevin der erste internationale Auftritt in seiner jungen Judokarriere und für Raffaela ein weiterer Schritt nach oben. Anna Olek wird dort auch starten, vielleicht treffen beide ja nochmal aufeinander ...


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