11.10.2019, 10:19 Uhr

TSV Natternberg Zielsicher bei der EM Feldbogen

Teresa Wellner und Florian Stadler freuen sich über ihren Erfolg. (Foto: pm/Stadler)Teresa Wellner und Florian Stadler freuen sich über ihren Erfolg. (Foto: pm/Stadler)

Florian Stadler verteidigt Europameisterschaftstitel, Teresa Wellner holt Silbermedaille.

DEGGENDORF Nachdem Sie sich diese Saison mit hervorragenden Ergebnissen in der Feldbogen-Rangliste und allen voran bei der EM-Ausscheidung in Scharnitz, Österreich, durchgesetzt hatten, wurden Florian Stadler und Teresa Wellner für den Bundeskader Feldbogen nominiert und hatten sich damit die Qualifikation zur Europameisterschaft Feldbogen gesichert, die vom 30. September bis zum 5. Oktober in Mokrice/Slowenien stattfand.

Nach sechs Wochen intensiver Vorbereitung am Schießplatz in Natternberg, sowie einem Trainingslager ging es am 29. September los mit der Anreise nach Slowenien. In dem Gelände rund um das Schloss Mokrice fand in der folgenden Woche der Wettkampf der besten Feldbogenschützen Europas statt.

Erfolgreich im Einzel

Nach der Eröffnungszeremonie und dem offiziellen Training starteten die beiden am Dienstag zunächst in den Parcours mit Scheiben auf unbekannten Entfernungen, wo Stadler mit 415 Ringen und Teresa mit 400 Ringen gut vorlegen konnten. Damit positionierten sich beide unter den besten vier ihrer Klasse und starteten damit am zweiten Tag in der Top-Gruppe ihrer Klassen. Wellner war im Vorjahr bereits im deutschen Team bei der Weltmeisterschaft, dort aber noch in der Juniorenklasse. Nun startet sie zum ersten Mal in der Erwachsenenkategorie. Sie war zu Beginn richtig nervös nun mit weltbekannten Schützinnen in einer Gruppe zu sein: „Ich hab mich die ersten drei Scheiben lang kaum getraut, was zu sagen – dabei sind sie alle richtig nett und wir hatten einen richtig tollen Tag im Parcours zusammen!“

Mit einem Ergebnis von 403 Ringen am Mittwoch im bekannten Parcours sicherte Stadler sich den 4. Platz und damit den Einzug in die Eliminationsrunde. Wellner konnte ihre Leistung vom ersten Tag ebenfalls wiederholen und schaffte es mit 392 Ringen sogar auf Platz 3.

Am Donnerstag ging es dann mit über zwei Stunden Verzögerung in die Ausscheidungsrunde. Wegen Nebels waren am Morgen die bis zu 60 Meter weit entfernen Scheiben nicht zu erkennen. Wellner musste sich gegen die aktuelle Junioren-Weltmeisterin Sara Ret aus Italien behaupten. Nach sechs Scheiben lagen beide Schützinnen gleich auf und so musste ein Stech-Pfeil auf 55 Meter entscheiden. Wellner war hier nur wenige Zentimeter vom Pfeil Ihrer Konkurrentin entfernt, schied damit aber aus.

Stadler traf in der Eliminationsrunde der besten Sechs auf den Franzosen Adrien Gontier und schied dort als letzter Deutscher Compounder knapp gegen den späteren Bronze-Medaillen-Gewinner aus.

Gold und Silber mit der Mannschaft!

Noch erfolgreicher lief es allerdings in der Teamwertung für die Deutschen: Im Feldbogen wird eine Mannschaft, anders als in den anderen Disziplinen, aus je einem Schützen der drei Bogenarten (Compound, Recurve und Blankbogen) gebildet.

„Ich habe im Vorfeld nicht gedacht, dass wir unseren Erfolg von vor zwei Jahren wiederholen können. Nach den Qualifikationsrunden standen wir mit der Mannschaft auf dem 7. Platz – nicht die beste Ausgangsituation. Das hieß, wir mussten direkt gegen das Team aus Schweden starten, die es auf Platz 2 geschafft hatten“, so so Stadler.

Ein Match besteht aus vier Scheiben auf unterschiedlichen Entfernungen und Winkeln, auf die jeder Schütze einer Mannschaft einen Pfeil schießt. Welche Mannschaft am Ende die meisten Treffer (maximal möglich sind 72 Ringe) erreicht hat, gewinnt das Match.

Das erste Match gegen die sehr starken Schweden gewannen Florian Stadler (Compound), Michael Meyer (Blankbogen) und Karsten Sprenger (Recurve) souverän. Ebenso das Halbfinale gegen Frankreich mit 61 zu 58 Ringen. Damit stand die Deutsche Mannschaft wie bereits 2017 erneut im Goldfinale der Europameisterschaft! In einem spannenden und engen Match (das zu Hause im Live-Stream von vielen Fans mitverfolgt wurde) konnten sich die drei deutschen Schützen mit einem Ring Vorsprung durchsetzen und so den Meistertitel erfolgreich verteidigen!

Auch in der Damenklasse stellte Deutschland eine starke Mannschaft, bestehend aus Teresa Wellner (Compound), Nora Kipferler (Blankbogen) und Daniela Klesmann (Recurve).

Da sich insgesamt nur sechs Mannschaften bei den Damen qualifiziert hatten, hatte Deutschland als Zweitplatzierter der Qualifikationsrunden im 1/4-Finale ein Freilos. Die Zeit nutzten sie für ein Trainingsmatch, bevor sie im Halbfinale gegen Frankreich antraten. Das Aufwärmen hat sich dann auch gleich bezahlt gemacht. Die drei Schützinnen gewannen das Match und zogen damit ebenfalls in das Goldfinale ein, wo sie auf Italien stießen. Das Deutsche Team behielt auch hier die Nerven und zeigte eine gewohnt starke Leistung mit 51 Ringen. Die Mannschaft aus Italien war allerdings trotzdem nicht zu schlagen. Mit 64 Ringen haben sie sich die Goldmedaille redlich verdient. Damit ging die Silbermedaille an Deutschland! Ein riesen Erfolg, der im Anschluss auch gebührend gefeiert wurde.

Für Wellner war das Finale noch einmal eine Herausforderung im Vergleich zu den Vortagen: „Wir haben gefühlt die ganze Woche bergauf geschossen, das Finalfeld war auf einmal bergab – das war eine besondere Challenge, aber auch eine schöne Abwechslung, ein schwieriger Parcours, aber auf alle Fälle finalwürdig.“

Am Ende der Woche zogen Teresa Wellner und Florian Stadler eine durchaus positive Bilanz: „Die Meisterschaft war super organisiert, der Parcours war abwechslungsreich und anspruchsvoll gestellt. Die Stimmung im deutschen Team und auch unter allen Schützen der verschiedenen Länder hätte kaum besser sein können. Und die ersten zwei Tage wurde es ganz überraschend sogar noch einmal warm und sonnig, wir haben uns alle noch einmal ordentlich einen Sonnenbrand geholt – was will man mehr?“


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