22.08.2018, 16:22 Uhr

Quer durch den Balkan Team Bayerwald meisterte Abenteuerrallye mit Bravour


Bei Rallye-Premiere Platz 10 unter 130 Teams gesichert.

REGEN/DEGGENDORF Sie waren auf das Schlimmste vorbereitet, doch zum Teil kam es noch schlimmer, aber die drei Jungs vom Team Bayerwald ließen sich nicht aufhalten und meisterten ihre Aufgabe perfekt. Keine Straße war ihnen zu schlecht, kein Schlagloch zu tief und auch ein gebrochener Auspuff konnte den drei Freunden den Spaß am Abenteuer nicht rauben. Der Plattlinger Tobias Spitzenberger, der Stephansposchinger Christoph Maier und der Regener Michael Bauer gaben in diesem Sommer beim Pothole Rodeo Vollgas (Wochenblatt berichtete). Mit ihrem 25 Jahre alten Audi 80 fuhren sie auf Schotterpisten in acht Tagen quer durch den Balkan. Elf Länder haben sie dabei gekreuzt und rund 4000 Kilometer runter geradelt. Am Ende belegten sie unter 130 Teams den beachtlichen 10. Platz. Ein Erfolg, mit dem die drei Rallyefahrer selbst nicht gerechnet haben.

Und nicht nur diese gute Platzierung im vorderen Fahrerfeld zaubert Teamchef Christoph Maier ein Lächeln ins Gesicht. Auch die Rallye selbst war ein voller Erfolg für die drei Niederbayern. „Es war einfach super, ein geiles Erlebnis, eine coole Zeit und wir durften durch eine atemberaubende Landschaft fahren, die noch völlig unberührt ist“, zieht der 25-Jährige Bilanz.

Gestartet wurde am 8. Juli in Graz. Von dort ging es über Ungarn, Rumänien, Moldawien, Bulgarien, Mazedonien, Albanien, Montenegro, Serbien und Bosnien-Herzegowina bis nach Kroatien, wo in Split durch das Ziel gefahren wurde. Die Streckenetappen waren dabei ziemlich unterschiedlich. „Bulgarien und Rumänien waren sehr hügelig und wir sind durch viele Wälder gefahren. In Albanien waren wir vor allem im Gebirge unterwegs und in Montenegro führte uns die Route an der Küste entlang“, erzählt Christoph Maier. Doch auch wenn die Landschaften unterschiedlicher nicht hätten sein können, eines war in allen Ländern gleich: die schlechten Straßenverhältnisse. Die Route führte die Niederbayern über abenteuerliche Schlaglochpisten. „Zum Teil waren das gar keine Straßen mehr. Nicht einmal mehr Schotter- oder Feldwege. Wir fuhren einfach auf der plattgewälzten Erde zwischen Maisfeldern hindurch“, erinnert der Teamchef. „Wenn das Navi die ,Straße‘ nicht gekannt hätte, hätten wir sicher gedacht, dass wir uns verfahren haben.“

Lange Fahrzeiten kosteten viel Konzentration

Dem war aber nicht so. Die drei jungen Männer waren voll auf Kurs. Die Zeit war bei der Amateurrallye ohnehin nicht ausschlaggebend. Die Jungs mussten nur jeden Tag ihre Etappe und eine Tagesaufgabe bewältigen. Und das machten sie ganz stark. „Wir mussten zum Beispiel die Hubräume der anderen Autos erraten, mit nur drei rumänischen Lei möglichst viele Obstsorten kaufen oder zum Beispiel möglichst viele Einheimische zu einem Drink einladen“, zählt Christoph Maier ein paar Aufgabenbeispiele auf. Am Ende eines jeden Tages gab es dafür dann entsprechende Punkte, die am Ende addiert wurden.

Eine besondere Herausforderung waren die langen Fahrzeiten. Bis zu 14 Stunden sind die drei oft gefahren, um vom Tagesstart zum Etappenziel zu kommen. „Dabei konnten wir wegen der brutalen Schlaglöcher oft nur 30 Kilometer pro Stunde fahren. Vor allem in der Dunkelheit war es auch sehr schwierig, den Löchern rechtzeitig auszuweichen“, berichtet Christoph Maier. Doch auch diese Schwierigkeit wurde bewältigt, sie schafften jede Tagesetappe ohne Verlust und mussten nur eine Pleiten-, Pech- und Pannenaktion meistern: „Der Auspuff ist uns gebrochen und in Rumänien konnte man uns nicht schnell genug weiterhelfen!“

Also fuhr das Rallyeteam einfach 600 Kilometer weiter bis nach Bulgarien. Zwar war das Auto so laut, dass den Rallyefahrern schon die Ohren dröhnten, doch die „Leidenszeit“ hat sich gelohnt. „In Bulgarien hat man uns den Auspuff für nur 45 Euro repariert. Jetzt ist das Auto leiser als jemals zuvor“, so Christoph Maier. Und so steht das „Schrottauto“ also noch top da und wartet auf seinen nächsten Einsatz. „Für die Pothole Rodeo im nächsten Jahr ist unser Team schon angemeldet. Außerdem wollen wir auch bei anderen, ähnlichen Abenteuerrallyes starten“, sagt Christoph Maier, der wie seine beiden Freunde „Blut geleckt hat“.


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