14.08.2020, 08:01 Uhr

Justiz „Geisterzugs“ – Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Hof vor dem Abschluss

 Foto: Ursula Hildebrand Foto: Ursula Hildebrand

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hof wegen des nahezu ungebremst durch die Oberpfalz rasenden Güterzugs mit Holzstämmen vom August vergangenen Jahres stehen kurz vor dem Abschluss.

Landkreis Schwandorf. Leitender Oberstaatsanwalt Reiner Laib teilte dem Bayerischen Rundfunk (Studio Niederbayern/Oberpfalz) am am Donnerstag, 13. August, mit, Ende August/Anfang September sei mit einer Entscheidung zu rechnen. Dann werde die Öffentlichkeit informiert.

Für das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn ist die Angelegenheit bereits geklärt. Als Ursache für den Zwischenfall wurde die Verbindung von zwei Fehlern festgestellt. Zum einen sei die Bremsleitung des Güterzugs nicht durchgehend durch alle Waggons gekuppelt gewesen, sodass nicht alle Waggons gebremst werden konnten, zum anderen sei die gesetzlich unbedingt vorgeschriebene Bremsprobe bei der Abfahrt unterlassen worden. Das betroffene Unternehmen, die K-Rail-GmbH mit Sitz in Freilassing im Landkreis Berchtesgadener Land, teilte dem BR mit, sie habe dem betroffenen Mitarbeiter inzwischen gekündigt. Außerdem sei dem Unternehmen ein Anspruch auf Schadensersatz gegen die Ex-Mitarbeiter zuerkannt worden. Das Unternehmen verwies darauf, dass trotz der fehlenden Bremswirkung nur auf einer kurzen Teilstrecke die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschritten wurde. Allerdings war der Güterzug teilweise mit bis zu 100 Stundenkilometern unterwegs.

Der Zwischenfall mit einem Güterzug hatte im August 2019 im tschechischen Eger begonnen. Dort war ein Güterzug losgefahren, ohne dass die Bremsen der Waggons kontrolliert worden waren. Das bemerkte der Lokführer aber erst, als der Zug auf deutschem Staatsgebiet bei Waldsassen war und bei Wiesau im Landkreis Tirschenreuth auf die überregional bedeutende Bahnstrecke Hof-Regensburg kam. Auf dieser Strecke rollte der Zug dann noch bis Schwarzenfeld im Landkreis Schwandorf. Lediglich dem Fahrdienstleiter der Bahn ist es zu verdanken, dass Schaden während der rund 100 Kilometer langen, nahezu ungebremsten Fahrt vermieden wurde. Er hatte geistesgegenwärtig alle anderen Züge gestoppt und die Schranken an den Bahnübergängen rechtzeitig niedergehen lassen.


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