24.02.2020, 16:51 Uhr

Bilanz der Faschingsumzüge Polizei registriert hohes Aggressionspotential unter den Partygästen

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Während die Faschingszüge in Beratzhausen am Samstag, 22. Februar, und in Hemau am Sonntag, 23. Februar, störungsfrei und problemlos verliefen, kann dies von den sich anschließenden Faschingspartys nicht behauptet werden.

Beratzhausen/Hemau. Auffällig war die starke Alkoholisierung und das hohe Aggressionspotential vieler Partygäste, was mehrfach dazu führte, dass die Polizeibeamten und deren Dienstfahrzeuge grundlos attackiert wurden.

In Beratzhausen mussten die Beamten unter anderem einen Streit zwischen zwei Männern schlichten, die um eine junge Frau buhlten. Zur Unterbindung weiterer Rivalitäten wurden sie des Festgeländes verwiesen.

Ein 17-Jähriger wurde mit knapp 1,6 Promille Atemalkoholkonzentration in der Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht, nachdem er ernsthaft gedroht hatte, seine Eltern „abzustechen“.

Ein 20-jähriger Heranwachsender mit 1,4 Promille Atemalkoholkonzentration pöbelte in Beratzhausen einen 55-Jährigen an und schlug ihm unvermittelt ins Gesicht. Der 16-jährige Neffe des Geschädigten, ebenfalls mit 1,4 Promille Atemalkoholkonzentration, wollte dem Angegriffenen zu Hilfe kommen und wurde sofort vom Aggressor attackiert und zu Boden gebracht. Die Kontrahenten wurden getrennt, der Angreifer musste gefesselt werden. Alle Beteiligten bedurften der ärztlichen Behandlung. Der 55-jährige Geschädigte war so schwer alkoholisiert, dass es nicht mehr möglich war, bei ihm einen Atemalkoholtest durchzuführen.

Auch zwei Kinder beziehungsweise Jugendliche wurden aufgrund Alkoholintoxikation ihren verständigten Eltern übergeben. Der Rettungsdienst verzeichnete acht medizinische Hilfeleistungen nach alkoholbedingten Verletzungen und Stürzen.

In Hemau verlor ein Faschingsumzugswagen auf der Heimfahrt Teile seines Aufbaus aufgrund von Sturmböen. Die Teile beschädigten ein nachfolgendes Fahrzeug.

Bei der Aufnahme einer vorangegangenen Körperverletzung mit mehreren Beteiligten, die so stark alkoholisiert waren, dass eine verständliche Sachverhaltsschilderung nicht mehr möglich war, ging ein bis dahin unbeteiligter 17-Jähriger mit einer Bierflasche auf drei Beamte los und beleidigte sie mit „Bullen“. Unter Anwendung unmittelbaren Zwanges wurde er festgenommen, wobei zwei Beamte verletzt wurden, einer so schwer, dass er mehrere Wochen wegen Dienstunfähigkeit ausfallen wird. Der Atemalkoholtest ergab hier einen Wert von knapp unter drei Promille. Er muss nun mit einer Anzeige wegen eines tätlichen Angriffes auf Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie Beleidigung rechnen.

Auch ein 16-jähriger Jugendlicher beleidigte grundlos den Einsatzleiter der Polizei als „Scheiß Bulle“ und „Vogel“. Auch er wird wegen Beleidigung zur Anzeige gebracht.

Die abschließende Bilanz des Rettungsdienstes zum Faschingsumzug in Hemau steht noch aus.


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