14.02.2020, 12:20 Uhr

Prozess um Vergewaltigung Von „Bande“ unter Druck gesetzt?

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger. Foto: uhDer Angeklagte mit seinem Verteidiger. Foto: uh

Mit einiger Verspätung, einem nicht auffindbaren Zeugen und einem weiteren Antrag des Verteidigers ging der Prozess um eine Vergewaltigung am Montag, 10. Februar, vor dem Landgericht Regensburg weiter.

Regensburg. Der Angeklagte, ein 35-jähriger Afghane, soll einen Landsmann in einer Asylunterkunft in Mitterfels im Landkreis Straubing-Bogen mehrfach vergewaltigt haben und die Taten sogar gefilmt haben. Mit diesen Videos soll er sein Opfer erpresst und so für weitere sexuelle Handlungen gefügig gemacht haben. Bereits zum Prozessauftakt am Dienstag, 21. Januar, bestritt der Angeklagte diese Vorwürfe. Im Gegenteil: Er selbst sei mehrfach tätlich von seinem „Freund“ angegriffen worden, da ihn dieser gemeinsam mit einer „Bande“ weiterer Afghanen zum Verkauf von Drogen zwingen wollte. Als Zeuge eines dieser Angriffe sagte ein Nachbar des Angeklagten aus. Er habe im Frühjahr 2019 einen lautstarken Streit zwischen dem Angeklagten und dem Opfer mitbekommen, bei dem auch ein Blumentopf geworfen wurde.

Am Angeklagten habe er erst nach der Auseinandersetzung ein blaues Auge bemerkt. Von diesem sei er zudem gebeten worden, falls weitere Afghanen in der Unterkunft auftauchen sollten und es zu einem Streit käme, die Polizei zu rufen. Nachdem der Richter stark zweifelte, dass ein blaues Auge so schnell ohne Schwellung zu sehen sei, räumte der Angeklagte selbst ein, dieses schon einige Tage zuvor verpasst bekommen zu haben. Es sei jedoch richtig, dass er an besagtem Tag erneut wie auch schon zuvor von dem aufbrausenden Opfer tätlich angegriffen wurde. Zudem wollte ihn eine Bande, „vor der alle Afghanen Angst hatten“, zwingen, Drogen zu verkaufen beziehungsweise Mittel für eine Reise nach Frankreich zu stellen. Der Prozess geht am 12. Februar weiter.


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