20.11.2019, 18:34 Uhr

Zweitägige Klausur Tagung der Feuerwehrführungskräfte – Chams Landrat Löffler fordert mehr Wertschätzung für das Ehrenamt

(Foto: Schuhbauer)(Foto: Schuhbauer)

Wertschätzung des Ehrenamtes, Feuerwehrbedarfsplanung, neue Wege in der Ausbildung, Qualitätsstandard bei Einsätzen, Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit oder Durchführung von Veranstaltungen: Diese Themen standen auf der Agenda der zweitägigen Klausur der Feuerwehrführungskräfte des Landkreises Cham zusammen mit Landrat Franz Löffler in der Tagungsstätte der Feuerwehren in Bayerisch Gmain.

LANDKREIS CHAM Landrat Franz Löffler stellte mit Blick auf die vielen Krisen und Unsicherheiten in der Welt heraus, dass die Gewährleistung der Sicherheit ein Standortfaktor für die Bevölkerung sei und einen hohen Stellenwert einnehme. „Dieses hohe Gut wird im Landkreis Cham im Feuerwehrbereich ehrenamtlich geleistet“ so der Landrat. Der Hilfeersuchende unterscheide nicht, ob dies von beruflichen oder ehrenamtlich engagierten Kräften abgeleistet werde. Die ehrenamtliche Arbeit verdiene und brauche aber mehr Wertschätzung, um auch in schwierigen Zeiten darauf bauen zu können. Es sei einzigartig, was hinter den Kulissen bei den Feuerwehren an Ausbildung und Vorbereitungen ausgearbeitet wird, um dann professionell die angeforderte Hilfe abarbeiten zu können. Dies müsse man verstärkt zeigen und verdeutlichen mit dem Ziel, diese Leistungen den Menschen bewusst zu machen und sie auch in die Pflicht zu nehmen, statt nur Anspruchsdenken zu befriedigen.

In diesem Zusammenhang diskutierten die Feuerehrführungskräfte um Kreisbrandrat Michael Stahl, wie Bürgerinnen und Bürger wieder vermehrt dazu bewegt werden können, in die Feuerwehr einzutreten, aber auch, wie der Dienst der ehrenamtlich tätigen Kräften bessere Anerkennung erfahren könne. Ansätze dazu seien etwa die Ehrenamtscard oder auch Vergünstigungen beim Benutzen öffentlichen Einrichtungen. Konsens war jedoch, dass die Ehrenamtlichkeit auch ehrenamtlich bleiben muss. Der Feuerehrdienst sei nicht monetär zu vergüten.

„Wieviel Feuerwehr braucht die Kommune?“, fragte Andreas Dittelmann zum Auftakt für sein Referat über die Gestaltung von Feuerwehrbedarfsplänen. Den Kommunen als Sachaufwandträger als auch den Feuerwehren werde damit Planungssicherheit etwa bei Beschaffungen, aber auch der Einhaltung von Hilfsfristen gegeben. Fundiert untersucht der Fachmann dabei verschiedene Parameter, angefangen von Anfahrtszeit zu Objekten über die Verfügbarkeit von Einsatzkräften zu unterschiedlichen Tageszeiten bis hin zu Ausrückezeiten und dem Vorhandensein bzw. der Verteilung von Fahrzeugen und Gerät im jeweiligen Zuständigkeitsbereich. Landrat Franz Löffler wies darauf hin, dass solche Pläne auch mit den Kommunen besprochen und hinsichtlich ihrer Auswirkungen diskutiert werden müssten. „Dabei sollte auch der gesellschaftliche Faktor einer Feuerwehr nicht außer Acht gelassen werden“, meinte Franz Löffler.

Den zweiten Tag der Klausurtagung begann Kommunikationstrainer Christian Glas mit der Frage „Was ist Qualität und wie wird diese erzeugt?“ Darauf aufbauend wurden die Themenfelder „Verbesserung der Motivation von Lehrgangsteilnehmern und neue Wege in der Ausbildung“, „Qualitätsstandard bei Einsätzen“ sowie „Zusammenarbeit mit den Kommandanten und der Führungsunterstützungsgruppe UGÖEL“ und „Durchführung von Symposien und Veranstaltungen sowie Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit“ behandelt. Das Ausbildungsangebot im Landkreis sei – so ein Ergebnis draus – breitgefächert, decke alle Themenfelder ab und gut aufgestellt. Neben neuen Wegen wie etwa e-Learning sei auch ein Angebot für die Fortbildung von Ausbildern anzugehen. Im Bereich der Veranstaltungen gelte es etwa neue Themen anzugehen oder bei bekannten Veranstaltungen die Tagesordnung zu straffen oder mit Fachvorträgen zu verbinden. Im Einsatzbereich könnte standardisierte Vorgehensweise erarbeitet werden, wie etwa der Einsatz des Wasserfördersystems oder die Vorgehensweise bei Waldbränden. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit gelte es neben den Printmedien auch die neuen Medien zu nutzen, um kurzfristig über Aktuelles zu berichten und Sachverhalte deutlicher darstellen zu können. Damit können man auch die Akzeptanz der Feuerwehr steigern und letztendlich der Bevölkerung die Arbeit der Feuerwehr besser erläutern.

Dank sagte Landrat Franz Löffler zum Abschluss der beiden Tage den Feuerwehrführungskräften für deren Arbeit, aber auch für die Bereitschaft, sich den Themen bei dieser Klausurtagung anzunehmen. Dabei schloss er auch deren Partnerinnen mit ein, die letztendlich dieses ehrenamtliche Engagement mittragen. Genauso sah es Kreisbrandrat Michael Stahl, der Landrat Franz Löffler für dessen Anwesenheit dankte: „Damit wird auch die Rückendeckung für die Arbeit der Feuerwehren und der Führungskräfte deutlich.“ Zum Abschluss der beiden Tage in Bayerisch Gmain stellte sich der neue Vorsitzende des Feuerwehrverbandes Bayern, Kreisbrandrat Johann Eitzenberger, vor. „Wir verfolgen einen gesellschaftlichen Auftrag, der mit Qualitätserhalt und -ausbau einhergeht“, so Johannes Eitzenberger, der auf neue Themen wie sich ständig erweiternde Gewerbeeinheiten, Ausbau der Infrastruktur oder auch Schadensfälle wie flächenmäßiger Stromausfall einging. Hier müsse auch die Feuerwehr mitwachsen, meinte Eitzenberger. Deshalb müsse man noch deutlicher bewusst machen, dass viele Feuerwehrdienst leisten könnten, dies aber nicht tun. Es genüge nicht, in einer Notlage aber genau diese Leistung abzurufen.


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