31.07.2019, 09:05 Uhr

Vertrauen in die Polizei weiter aufbauen Der neuer Oberpfälzer Polizeipräsident Norbert Zink setzt auf mehr Bürgernähe

Norbert Zink ist seit dem 1. Mai 2019 Polizeipräsident in der Oberpfalz. (Foto: Dietmar Winterberg)Norbert Zink ist seit dem 1. Mai 2019 Polizeipräsident in der Oberpfalz. (Foto: Dietmar Winterberg)

Das Polizistsein liegt ihm im Blut – „mein Vater war auch Polizist“, sagt Norbert Zink. Der 57-Jährige ist seit dem 1. Mai Polizeipräsident in der Oberpfalz – und freut sich, hier eine gute Ausgangslage vorzufinden. Das bilden auch die statistischen Zahlen aus dem Sicherheitsbericht für das Jahr 2018. Darauf will Zink aufbauen.

REGENSBURG/OBERPFALZ „Die Anzahl der Gesamtstraftaten liegt weiter auf einem niedrigen Niveau, was in Kombination mit der höchsten Aufklärungsquote im Langzeitvergleich deutlich macht, dass es sich in der Oberpfalz sicher leben lässt“, so der Tenor des Sicherheitsberichtes für das Jahr 2018. 44.795 Straftaten wurden registriert, das sind nur 421 mehr als im Jahr 2017. „Dies stellt den zweitniedrigsten Wert in der Langzeitbetrachtung von zehn Jahren dar“, so der Bericht. Diesen Straftaten steht eine Aufklärungsquote von 68,3 Prozent gegenüber. Trotz der guten Zahlen gibt es für Zink und die Kolleginnen und Kollegen jede Menge zu tun.

Im Präsidium Oberpfalz sei er bei Dienstantritt auf „hochkompetente Kolleginnen und Kollegen“ getroffen, die ihm die ersten Tage „massiv erleichtert haben“. Der Start sei so sehr sanft gewesen, so Zink. Er will selbst häufig mit den Kolleginnen und Kollegen in Kontakt sein, er will für Fragen zur Verfügung stehen. So hat er bereits zahlreiche Dienststellen in der Oberpfalz besucht, um die Einsatzkräfte vor Ort und auch die Region besser kennenzulernen, „um einfach zu hören, welche Dinge die Kolleginnen und Kollegen gerade beschäftigen und welche Themen gerade anstehen“. Die Polizeiorganisation trage hierbei gerade den unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Oberpfälzer Regionen Rechnung: „Wir haben in der Stadt Regensburg mehrere Dienstellen, in der Fläche ist die Polizeidichte vergleichbar, aber die Dienststellen sind weiter voneinander entfernt“, so Zink. Als Präsidium müsse man die Dienstellen unterstützen, jede so, wie es gerade nötig ist. „Ich habe den Eindruck, dass das sehr gut funktioniert!“

Auch die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und dem Zoll funktioniere sehr gut – begeistert zeigt sich Zink auch über die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Tschechien. Die Nacheile zum Beispiel lasse die Verfolgung eines Straftäters über die Grenze hinweg zu. Die Kommunikation laufe dabei über das Gemeinsame Zentrum aus Bundespolizei, Bayerische Landespolizei, tschechischer Polizei und Zoll in Schwandorf. Auch mit den Rettungsdiensten und der Feuerwehr sei die Zusammenarbeit sehr gut: „Keiner kann ohne den anderen sein“, so Zink. Die alltäglichen Einsätze könnten nur gemeinsam bewältigt werden.

„Der Polizeialltag hat sich in den Jahren von 1977 bis heute um 180 Grad verändert“, so Zink. Als Praktikant habe er noch per Fernschreiber mit Lochstreifen Nachrichten versendet. Heute gebe es Internet und Mails. Auch die Rolle der Polizei hat sich verändert: „Ich sehe uns heute wesentlich bürgernäher als damals“, so Zink. Auch innerhalb der Polizei habe sich einiges getan, so werde die Hierarchie heute viel weniger gelebt als früher. Immer wichtiger wird auch die klassische Präventionsarbeit, zum Beispiel bei den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen. Aber auch die Verkehrskontrollen, die Jugendverkehrsschule oder Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen gehören zum Bereich der Prävention. Prävention beginnt im Prinzip bei den Kindern, wenn sie das Radfahren lernen, und geht bis zu den Senioren, denen man erklären müsse, dass nicht jeder, der sich am Telefon als Enkel ausgibt, auch wirklich der Enkel ist. Hier spürt Zink großes Vertrauen der Bevölkerung, er sieht gerade die Präventionsarbeit als wesentlichen Garanten dafür, dass die Polizei heute als bürgernah empfunden wird.

Sorge bereitet Zink das „Gewaltphänomen“, das sich verstärkt gegen Einsatzkräfte zeige. „Es macht keinen Sinn, den zu schlagen, der dir helfen will“, das müsse man den Menschen wieder vermitteln. Polizeipräsident Zink zeigt sich froh darüber, dass noch unter seinem Vorgänger Gerold Mahlmeister gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft das priorisierte Verfahren entwickelt worden ist, das zu einer schnellen Verurteilung bei eindeutigen Fällen der Gewalt gegen Einsatzkräfte führen soll (das Wochenblatt berichtete). Ab August werden auch bei der Oberpfälzer Polizei so genannte Body-Cams im Wach- und Streifendienst eingesetzt – „diese sollen vor allem einen Beitrag zur Verhinderung von Aggressionsdelikten gegen Einsatzkräfte leisten“. Der präventive Grundgedanke beim Einsatz der Body-Cams, steht für Zink, im Tenor mit der bayerischen Polizei, im Vordergrund.

Norbert Zink ist angekommen in der Oberpfalz – so ganz unbekannt war ihm der Regierungsbezirk nicht – während der „Wackersdorf-Zeit“ war er für ein halbes Jahr an den Wochenenden als junger Gruppenführer bei der Bereitschaftspolizei im Landkreis Schwandorf im Einsatz. Ansonsten war er dienstlich noch nicht in der Region – Zink bezeichnet sich selbst aber als sehr neugierigen Menschen, der immer gerne auch neue Dinge kennenlernt. So war der Wechsel vom Polizeipräsidium Schwaben-Nord in Augsburg nach Regensburg in der Oberpfalz für ihn kein Problem.


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