06.03.2019, 09:08 Uhr

Polizeiinspektion Neutraubling 258 Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Jahr 2018 – ein Motorradfahrer kam ums Leben

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Die Polizeiinspektion Neutraubling gibt eine Übersicht im Hinblick auf die Entwicklung des Verkehrsunfallgeschehens im Bereich der Polizeiinspektion Neutraubling. Zum einen erfolgt eine detaillierte Betrachtung der Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr, zum anderen wird das langfristige Geschehen anhand von Zehn-Jahresvergleichen beleuchtet.

NEUTRAUBLING Der Leiter der Polizeiinspektion Neutraubling, Erster Polizeihauptkommissar Thomas Rölz, zeigt sich aufgrund der erfreulichen Ergebnisse des vergangenen Jahres – die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle haben sich im Vergleich zum Jahr 2017 nochmals leicht verringert – sehr erfreut.

Die Verkehrsunfälle mit Personenschaden haben sich zum Vorjahr zwar von 225 auf 258 erhöht (14,66 Prozent), liegen mit 6,90 Prozent jedoch noch im Zehn-Jahresvergleich auf einen niedrigen Stand. In diesem Zusammenhang erscheint es auch erwähnenswert, dass die Unfallursache Alkohol zwar nahezu unverändert zum Vorjahr liegt, sich die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 26,66 Prozent verringert hat.

Um 40 Prozent haben sich die Geschwindigkeitsunfälle erhöht. Diese erhöhten sich von 25 Unfällen im Jahr 2017 auf nun 35 Unfälle. Deutlich wird jedoch der direkte Vergleich mit dem Jahr 2009. Damals wurden noch 98 Geschwindigkeitsunfälle gezählt.

Weiterhin auf hohem Niveau liegen die sogenannten Wildunfälle. Mit 564 Unfällen (Vorjahr 582) verringerten sich diese lediglich um 3,09 Prozent. Um die unangenehme Begegnung mit Wild im Straßenverkehr zu vermeiden, sollten sich die Kraftfahrer der latenten Gefahr immer bewusst sein und insbesondere in Waldgebieten oder an Feldrändern eine erhöhte Aufmerksamkeit an den Tag legen. Zudem ziehen niedrige Fahrgeschwindigkeiten längere Reaktionszeiten nach sich und bieten somit eine Möglichkeit, den Kontakt mit dem Wild zu vermeiden.

Auf ein Zehnjahreshoch gestiegen sind die Verkehrsunfälle, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Die Zahl stieg auf den Höchstwert von 65 Unfällen (58 Radfahrer und sieben Pedelec-Fahrer). Im Vorjahr lagen die Zahl mit 38 Radfahrern und zwei Pedelec-Fahrern noch im Zehn-Jahresschnitt. Ob dies dem langen und trockenen Sommer zu schulden ist, ist reine Spekulation. Jeder der gestürzten Radfahrer ist dabei rein statistisch verletzt worden.

Auch die Unfälle, bei denen Senioren beteiligt war, liegen auf einem Zehnjahreshoch. Nach einer Steigerung von 52,68 Prozent liegen die Unfallzahlen 2018 bei 142 (Vorjahr 93). Die Hauptunfallursachen, welche die Senioren gesetzt haben, waren Fehler beim Abbiegen/Wenden sowie Vorfahrts-/Vorrangverstöße. Ob die Erhöhung mit der Zunahme der Verkehrsdichte zu tun hat oder dem demografischen Wandel zu schulden ist, muss weiterhin beobachtet werden.

Verkehrslage

Die Polizeiinspektion Neutraubling ist zuständig für die Stadt Neutraubling, die Gemeinden Alteglofsheim, Barbing, Hagelstadt, Köfering, Mintraching, Obertraubling, Pentling, Pfakofen, Tegernheim, Thalmassing und den Markt Schierling.

Die Polizeiinspektion Neutraubling betreut ein Gebiet von circa 332 Quadratkilometer. Durch den Zuständigkeitsbereich der PI Neutraubling verlaufen die beiden Bundesautobahnen A3 und A93 sowie die stark frequentierten Bundesstraßen B15, B15 neu, B16 und B8. Verkehrsunfälle, die sich auf den Autobahnen ereignen, werden von der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg aufgenommen. Für die Unfallaufnahme auf der B15n ist die Polizeiinspektion Mainburg zuständig.

Die Polizeiinspektion Neutraubling registrierte im Jahr 2018 nahezu gleich viele Verkehrsunfälle als im Vorjahr. Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden stieg jedoch an. Hierbei wurden um 14 Prozent mehr Personen verletzt als im Vorjahr. Leicht rückläufig sind die Zahlen bei den sogenannten „Kleinunfällen“. Dies sind Sachschadensunfälle, die im Kurzaufnahmeverfahren bearbeitet werden. Auch die Sachschadensunfälle, bei denen eine Verkehrsstraftat oder eine schwerwiegende Verkehrsordnungswidrigkeit begangen wurde, verringerten sich von 368 auf 364. Im Jahr 2018 wurden 258 Verkehrsunfälle mit Personenschaden registriert. In diesem Bereich kam es zu einem deutlichen Anstieg um 14,66 Prozent. Im Zehn-Jahresvergleich kann ein Rückgang um 6,18 Prozent verzeichnet werden. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 370 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt (Vorjahr 318). Dies entspricht einer Steigerung von 14,05 Prozent. 2018 wurden 37 Personen schwer verletzt (Vorjahr 51), 333 Personen (Vorjahr 267) erlitten leichte Verletzungen.

Verkehrstote

Ein Verkehrsteilnehmer erlitte tödliche Verletzungen (Vorjahr drei). Dieser kam bei einem Verkehrsunfall am 2. August gegen 16.20 Uhr auf der Kreisstraße R3 zwischen Gebelkofen und Thalmassing bei einem missglückten Überholmanöver mit seinem Motorrad ums Leben. Die Verkehrsunfälle mit getöteten Verkehrsteilnehmern ereigneten sich in den letzten zehn Jahren überwiegend außerhalb geschlossener Ortschaften.

Schulwegunfälle

Die Einstufung als Schulwegunfall erfolgt, wenn ein Schüler bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres auf dem Weg von oder zu einer schulischen Veranstaltung, einer Betreuungseinrichtung oder einem Hort verletzt oder getötet wurde. Am Freitag, 4. Mai, fuhr ein zehnjähriger Schüler mit seinem Fahrrad auf dem Weg von der Schule in Neutraubling nach Hause in Richtung Barbing über die Autobahnbrücke. Er befand sich in Begleitung eines Schulfreundes. Zur Unfallzeit befand sich auf der nördlichen Autobahnseite eine Baustelle. Unmittelbar nach der Überführung wollte ein Lkw mit Kies in den Radweg einfahren, blieb jedoch stehen. Während der vorausfahrende Freund auf dem abschüssigen Radweg gefahrlos abbremsen konnte, stürzte der Zehnjährige beim Abbremsen und zog sich Abschürfungen zu. Nur ein paar Tage später, am Mittwoch, 9. Mai, befuhr gegen 7.20 Uhr eine Schülerin der zweiten Klasse Grundschule in Tegernheim mit ihrem Tretroller den linken Gehweg in Richtung ihrer Schule. Auf dem Gehweg kam ihr ein Jugendlicher mit seinem Fahrrad entgegen. Beim Begegnungsverkehr auf dem Gehweg streiften sich beide. Die Schülerin stürzte und verletzte sich leicht am Knie. Der Jugendliche flüchtete unerkannt.

Wildunfälle

Die Anzahl von „Wildunfällen“, die bei der Polizei zur Meldung gebracht werden, liegt seit vier Jahren nahezu unverändert hoch. Überproportional hoch ist hier die Wildart Rehwild vertreten.

Verkehrsunfälle mit unerlaubten Entfernen vom Unfallort

Im Zehn-Jahresvergleich sind hier keine großen Steigerungen der Verkehrsunfallfluchten zu erkennen. Die Aufklärungsquote liegt mit 37,5 Prozent immer noch auf einem guten Stand. Bei der Aufklärung ist hier die Polizei vor allem auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

Unfallursachen gesamt

Die Unfallursache „Geschwindigkeit“ (hier beinhaltet ist die nicht angepasste sowie die Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit) hat von 25 im Vorjahr auf 35 im Jahr 2018 zugenommen. Diese Unfallursache war auch ausschlaggebend für den tödlichen Unfall im Jahr 2018.

Bei 101 Unfällen war die Unfallursache „Vorfahrt beziehungsweise Vorrang“ beinhaltet. Neben der Regelung „rechts vor links“ sind hier die Vorfahrtsverstöße an beschilderten Einmündungen und Kreuzungen sowie der Vorrang des entgegenkommenden Fahrzeugverkehrs genannt. In dieser Unfallkategorie wurden 78 Personen verletzt.

Drei Verkehrsunfälle ereigneten sich in der Kombination „Alkohol und Geschwindigkeit“.

Im Dienstbereich ist zwar eine leichte Steigerung bei den Geschwindigkeitsunfällen zu verzeichnen. Betrachtet man jedoch die Zehnjahreszahlen, liegt der Wert mit 35 Unfällen jedoch im niedrigen Bereich.

Als sogenannte „Seniorenunfälle“ bezeichnet man Verkehrsunfälle, bei denen Personen ab dem 65. Lebensjahr beteiligt sind. Nach einer zwischenzeitlichen Verringerung sind hier die Unfallzahlen im Zehn-Jahresvergleich wieder deutlich angestiegen. Sie liegen mit 142 Unfällen auf einem Zehnjahreshoch.

Die Anzahl von Verkehrsunfällen, bei denen Kinder beteiligt waren, beziehungsweise bei denen Kinder geschädigt wurden, stieg um 15,38 Prozent von 13 auf 15 Unfälle an. Hierbei hat sich die Anzahl der Verletzten (gesamt) von 26 auf 28 erhöht. Verletzte Kinder wurden hierbei 16 (13) verzeichnet (davon wiederum bei zwei Schulwegunfällen). Wie im Jahr 2017 verursachten auch 2018 vier Kinder diese Unfälle.


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