20.08.2018, 13:17 Uhr

Landgericht Regensburg 44-Jähriger steht vor Gericht – hat er seine eigene Ehefrau vergewaltigt?

(Foto: vb)(Foto: vb)

„Ich will mich gar nicht daran erinnern. Es war sehr schwer auszuhalten“, erklärt die 43-jährige Ehefrau des 44-jährigen Angeklagten im Zeugenstand. Ihr Mann steht seit Montag, 20. August, wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor dem Regensburger Landgericht. Er soll sich im vergangenen Jahr, zwei Tage vor Weihnachten, brutal an seiner Ehefrau vergangen haben.

REGENSBURG Erst waren die Eheleute in einem Supermarkt einkaufen, dann aßen sie gemeinsam zu Abend. Die Stimmung war scheinbar gut. Nachdem der 44-Jährige im Laufe des Abends eine Flasche Wein getrunken hatte, schickte er seine Frau zur nächsten Tankstelle um noch mehr Alkohol zu kaufen. Sie kam mit einer weiteren Flasche Wein und einer Flasche Wodka zurück. Sie überließ die Flaschen ihrem Mann und ging zu Bett. Gegen 2 Uhr nachts, als die 43-Jährige bereits schlief, soll der Angeklagte das Schlafzimmer mit einem um die Hand gewickelten Gürtel betreten haben. Mehrfach soll er mit dem Gürtel und auch mit einem Besenstil auf seine Frau eingeschlagen haben. Dann soll der Angeklagte kurz das Zimmer verlassen haben und mit einem circa 30 Zentimeter langen Messer zurückgekehrt sein. Auch wenn er das Messer nicht verwendet hat, so soll er es doch für seine Ehefrau gut sichtbar im Zimmer abgelegt haben. Daraufhin soll er seiner Frau in Aussicht gestellt haben, sie in Ruhe zu lassen, wenn sie mit ihm Sex haben würde. Aus Angst wehrte sich seine Ehefrau nicht. Nach einigen sexuellen Handlungen soll es aber aufgrund der Alkoholisierung des Angeklagten nicht mehr zum Geschlechtsverkehr gekommen sein. Äußern wollte sich der 44-jährige Angeklagte zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft aber erst einmal nicht. „Mein Mandant wird zunächst von seinem Schweigerecht Gebrauch machen“, stellte sein Anwalt Johannes Büttner klar.

„Er ist ein guter Schauspieler“

„Ich habe ihn sehr geliebt. Ich habe das nicht verdient“, sagt die Ehefrau mit trauriger Stimme im Zeugenstand. 15 Jahre sind die beiden inzwischen verheiratet, auch wenn seit dem Vorfall im Dezember 2017 kein Kontakt zwischen den Eheleuten besteht. In all diesen Jahren gab es aber immer wieder Probleme zwischen den beiden. Es gab mehrere Trennungen. Die 43-Jährige spricht von Schlägen und Drogen. „Er versprach mir, sich zu ändern, aber er ist ein guter Schauspieler“, erzählt sie vor Gericht.

Insgesamt sind drei Verhandlungstage für den Fall angesetzt. Das Urteil soll voraussichtlich schon am Freitag, 24. August, fallen.


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