01.08.2018, 15:11 Uhr

Schattenseite des Internets Mehr Kompetenzen für die Zentralstelle – Bayern verstärkt den Kampf gegen Cybercrime

(Foto: ventura pictures/123rf.com)(Foto: ventura pictures/123rf.com)

Bayern verstärkt den Kampf gegen Cybercrime und baut seine Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB), die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg eingerichtet ist, personell und strukturell aus. Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback hierzu am Mittwoch, 1. August, in München: „Mit mehr Kompetenzen und mehr Personal machen wir unsere Zentralstelle noch schlagkräftiger und noch zukunftsfähiger. Künftig werden wir auch im Bereich Wirtschafts-Cybercrime mit gebündelter Kompetenz der Schattenseite des Internets die Stirn bieten!“

BAYERN Ab 1. August wird die ZCB auch für bestimmte Verfahren aus dem Bereich der Wirtschafts-Cyberkriminalität zuständig sein. Der Fokus liegt insbesondere auf der strafrechtlichen Bekämpfung von Cyberangriffen auf Unternehmen, Behörden und auf zentrale Infrastruktureinrichtungen. Bausback: „Wer also etwa über den Cyberspace das Know-how unserer Unternehmen attackiert, dem wird künftig die geballte Kompetenz der ZCB begegnen. Damit leistet die bayerische Justiz einen wesentlichen Beitrag, um unsere Wirtschaft und unsere kritischen Infrastrukturen etwa vor Wirtschaftsspionage und Computersabotage noch besser zu schützen.“

Mit der Zuständigkeitserweiterung ist auch ein weiterer personeller Ausbau der Zentralstelle verbunden. 13 Staatsanwälte sollen bis zum Ende des Jahres bei der ZCB arbeiten. „Damit haben wir mehr als sechsmal so viele Staatsanwälte als zum Start der ZCB Anfang 2015! Hinzu kommen Stellenmehrungen bei den Rechtspflegern, den IT-Forensikern und im Unterstützungsbereich. Es ist klar: Vernetzten Straftätern im Cyberspace können wir nur durch ebenso gut vernetzte und hochspezialisierte Strafverfolger begegnen“, so der Justizminister.

Der Erfolg der Zentralstelle zeigt sich bereits an den Verfahrenszahlen: Gingen bei der ZCB 2016 insgesamt 1.545 Ermittlungsverfahren ein, waren es 2017 bereits 2.081 Ermittlungsverfahren. Und auch im laufenden Jahr zeichnet sich bereits eine weitere erhebliche Steigerung ab: Allein bis 30. Juli 2018 wurden bereits 1.971 Ermittlungsverfahren neu eingeleitet.

Der Bamberger Generalstaatsanwalt Thomas Janovsky ergänzt zu den Ermittlungserfolgen der ZCB: „Überall dort, wo Straftäter die Möglichkeiten moderner Informationstechnologien nutzen, sei es bei Fake-Shops im Internet, beim Drogen- und Waffenhandel im Darknet oder bei der Verbreitung von Kinderpornographie, braucht es eine kompetente Antwort der Strafverfolgungsbehörden. Die Staatsanwälte der ZCB haben mehr als einmal erfolgreich deutlich gemacht: Niemand kann sich darauf verlassen, sein kriminelles Tun auf Dauer in der Anonymität des Netzes verstecken zu können. Diese Sachkunde werden wir jetzt auch in die Bekämpfung von Wirtschafts-Cybercrime investieren.“

„Um in dem sich ständig ändernden technischen Umfeld erfolgreich ermitteln zu können, sind Spezialkenntnisse erforderlich, die auch für die neuen Zuständigkeiten der ZCB nützlich sind“, führt der Leiter der Zentralstelle, Leitender Oberstaatsanwalt Lukas Knorr, aus. „Immer mehr Täter versuchen, ihre kriminellen Aktivitäten durch die Nutzung von Kryptowährungen zu verschleiern. Wir reagieren darauf, indem wir ebenfalls auf modernste Techniken zurückgreifen, um Transaktionen zu deanonymisieren und Geldflüsse aufzudecken.“

Bausback abschließend: „Die Bamberger Zentralstelle ist ein Erfolgsmodell. Allen, die sich tagtäglich dafür einsetzen, dass wir uns im Netz ein Stückchen sicherer bewegen können, danke ich ganz herzlich! Sie sind nicht nur die Speerspitze der bayerischen Justiz im Kampf gegen Cybercrime, Sie sind auch Garanten für mehr Cybersicherheit – für die bayerische Wirtschaft und für alle Bürgerinnen und Bürger in Bayern.“


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