05.03.2018, 13:56 Uhr

Hammer-Attacke Ministranten-Mörder schlägt zu – wollte er seinen Mithäftling töten?

Martin P., bekannt als der Ministrantenmörder, wird von drei Polizeibeamten in das Gerichtsgebäude gebracht. (Foto: vb)Martin P., bekannt als der Ministrantenmörder, wird von drei Polizeibeamten in das Gerichtsgebäude gebracht. (Foto: vb)

Seit Montag, 5. März, steht der 41-jährige, als Ministranten-Mörder bekannte, Martin P. wieder vor Gericht. Er soll versucht haben, einen Mithäftling mit einem Hammer zu töten. Neben Martin P., der 1994 und 2005 zwei Jungen tötete, ist auch sein Mithäftling kein unbeschriebenes Blatt. Der 28-Jährige stalkte eine junge Frau und erstach sie 2011 schließlich, weil sie seine Liebe nicht erwiderte.

REGENSBURG/STRAUBING „Bei dem Angeschuldigten besteht eine Paraphilie im Sinne einer homosexuellen orientierten Pädophilie und im Sinne eines Sadismus. Die erotischen und sexuellen Bedürfnisse des Angeschuldigten sind stets mit dem Würgen und mit der Tötung des Partners verbunden“, heißt es in der Anklageschrift. Diesen Bedürfnissen wollte er in seinem Zimmer des Bezirkskrankenhauses im Oktober 2015 scheinbar nachgeben. Martin P. soll sich mit seinem Mithäftling zu einem gemeinsamen DVD-Abend in seinem Zimmer verabredet haben. Als sich der Mithäftling bückte, um eine DVD in den Player einzulegen, soll Martin P. zwei Mal mit einem Hammer auf dessen Hinterkopf eingeschlagen haben. Danach soll Martin P. den Mithäftling auf das Bett gepresst und ihm den Mund fest zugedrückt haben. Erst als ein weiterer Mitinsasse das Zimmer betrat, soll P. von ihm abgelassen haben. Der Mithäftling, den P. mit dem Hammer attackiert haben soll, ist ebenfalls kein Unbekannter. Dem 28-jährigen Stalker fiel 2011 eine 21-jährige Frau zum Opfer. Er hatte sie erstochen, weil sie seine Liebe nicht erwiderte.

„Ich wusste, dass er auf jüngere Leute steht. Weil ich jünger aussehe, war mir klar, dass er auch auf mich steht“, erklärte der 28-Jährige, der mit Handschellen gefesselt im Zeugenstand aussagte.

„Ich habe keine Bedrohung gefühlt“

„Ich machte ihm klar, dass ich auf Frauen stehe. Ich habe keine Bedrohung gefühlt“, führte er weiter aus. Erinnerungen an P.s Mordanschlag auf ihn selbst hat er heute kaum noch. „Ich habe wirklich keine Erinnerungen. Ich habe zur Zeit so viel andere Sachen die im Vordergrund stehen“, erklärte er dem Vorsitzenden Richter Michael Hammer. Wenn er Martin P. heute ansieht, fühle er „nix“.

Für die Verhandlung gegen Martin P. sind vier Prozesstage angesetzt. Ein Urteil wird voraussichtlich am Dienstag, 20. März, erwartet.

Der damals 18-jährige Martin P. tötete 1994 den elfjährigen Ministranten Tobias in der Nähe der Regensburger Kirche Herz Marien mit 70 Messerstichen. Nachdem er seine Haftstrafe verbüßt hatte, lauerte er 2005 dem Sohn eines Mithäftlings auf dem Schulweg auf. Er erstickte den Neunjährigen und verging sich an der Leiche. Seither ist er in Sicherungsverwahrung in der Forensischen Klinik in Straubing-Lerchenhaid.


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