20.02.2018, 14:10 Uhr

Verfahren eingestellt Staatsanwälte schließen Akte im Fall Maria Baumer – zu viel ist ungewiss!


Es ist ein Fall, der viele Menschen bewegt hat! Als am 26. Mai 2012 die damals 26-jährige Maria Baumer verschwand, dachte man zunächst, sie habe sich abgesetzt, brauche eine Auszeit. Doch jede Suche war vergeblich. Erst 15 Monate später, im November 2013, wurde die Leiche der Frau gefunden. Jetzt, weitere fast 4,5 Jahre später, nimmt der Fall sein vorläufiges Ende – die Staatsanwaltschaft Regensburg hat das Verfahren gegen den damaligen Verlobten eingestellt.

REGENSBURG

Als Marias sterbliche Überreste dann am 8. September 2013 im Kreuther Forst bei Bernhardswald gefunden wurden, geriet schnell der damalige Verlobte ins Visier der Polizei. Denn: Am Vorabend des Verschwindens war das Paar, das bald heiraten wollte, beim Bruder des Verlobten auf einem Reiterhof unweit der Fundstelle. Den Weg zurück nach Regensburg wollen dann beide gemeinsam genommen haben, am nächsten Morgen ging Christian F. zum Joggen, danach war Maria verschwunden – so die Aussagen bei der Polizei. Die Ermittler konzentrierten sich auf den verdächtigen Verlobten, zu sehr, so die Kritik seines Anwaltes Michael Haizmann. Selbst Telefonate wurden abgehört – unter anderem auch Gespräche, die mit der Redaktion des Regensburger Wochenblattes geführt wurden. Wurden andere Spuren außer Acht gelassen? Diese Frage mussten sich die Ermittler von unterschiedlicher Seite gefallen lassen. Und dann kamen auch viele Theorien selbst ernannter „Ermittler“ ins Spiel. In Internetforen wurde viel diskutiert, was mit Maria genau passiert ist. Auch ein Privatermittler aus Norddeutschland schaltete sich ein, traf sich mit dem Verdächtigen an Marias Fundort. Zur Lösung des Falles hatte aber auch er nicht beitragen können. Anonyme Briefe wurden zudem verschickt, Maria habe einen Geliebten gehabt, der sie getötet hat. Oder hat die Vergangenheit des Ex-Verlobten etwas mit dem Fall zu tun? Christian F. wurde Ende 2016 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen sexuellen Missbrauchs an zwei Schülern der Domspatzen und der Körperverletzung an einer Patientin des BKH verurteilt. Hatte Maria von dieser Vergangenheit erfahren, die mittlerweile juristisch aufgearbeitet ist? Das Urteil ist seit 23. Dezember 2016 rechtskräftig. Musste sie sterben, weil sie die Wahrheit kannte? Fragen, die wohl niemand beantworten kann.

Nun scheint es so, als ob alle Ermittlungen letztlich umsonst waren, die Staatsanwaltschaft hat den Aktendeckel geschlossen, wenn auch nicht ganz: Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, kann das Verfahren erneut eröffnet werden – auch gegen Christian F..


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