29.11.2017, 23:02 Uhr

300 Sicherheitsexperten aus 38 Staaten Konferenz in Den Haag – bessere Vernetzung gegen internationale Einbrecherbanden

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Vom 27. bis zum 29. November fand bei Europol in Den Haag eine vom Polizeipräsidium München organisierte Internationale Konferenz gegen Wohnungseinbruch statt. Hintergrund war, dass Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Kampf gegen internationale Einbrecherbanden auch die Polizeizusammenarbeit mit anderen Ländern verstärkt hat.

BAYERN/DEN HAAG „Gerade organisierten Einbrecherbanden müssen wir grenzüberschreitend das Handwerk legen“, erklärte Herrmann. Dazu gehöre auch, die Hintermänner hinter Gitter zu bringen, die in Herkunftsländern reisender Wohnungseinbrecher die Strippen ziehen. „Unsere internationale Konferenz gegen Wohnungseinbruch hat einen wichtigen Beitrag für eine bessere Zusammenarbeit der Staaten gegen Einbrecherbanden geleistet“, zeigte sich der Minister zufrieden. „Darauf aufbauend werden wir die Kooperation unserer Bekämpfungsspezialisten mit ihren ausländischen Kollegen weiter vertiefen.“

Die verbesserte internationale Zusammenarbeit ist laut Herrmann auch ein wichtiger Grund für den Rückgang der Einbruchsdelikte in Bayern. Im ersten Halbjahr 2017 ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Bayern mit 3.617 angezeigten Fällen weiter zurückgegangen, 595 weniger als im Vorjahreszeitraum (-14,1 Prozent). Auch bundesweit habe Bayern bei der Einbruchskriminalität die besten Eckwerte vorzuweisen. So war das Einbruchsrisiko 2016 mit 58 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner wie in den Vorjahren deutschlandweit am niedrigsten. Bundesweit lag 2016 das Einbruchsrisiko mehr als dreimal so hoch (184), in Nordrhein-Westfalen sogar mehr als fünfmal so hoch (294).

An der Internationalen Konferenz gegen Wohnungseinbruch nahmen rund 300 Experten von Strafverfolgungsbehörden aus insgesamt 38 Staaten teil, darunter alle EU-Länder sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Chile, Georgien, Island, Mazedonien, Moldawien, Norwegen, Schweiz und Serbien. Im Rahmen mehrerer Workshops und Vorträge hatten die Teilnehmer ausgiebig die Möglichkeit, sich auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen. Unter anderem ging es um einen Erfahrungsaustausch bei Vernehmungen von Tätern, die strukturierte Analyse von kriminalpolizeilichen Daten und auch um konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Ländern, die als Hauptherkunftsländer für reisende Wohnungseinbrecher gelten. Neben Europol waren bei der Organisation der Konferenz auch das Bundeskriminalamt, Eurojust und die Spanische Nationalpolizei Kooperationspartner des Polizeipräsidiums München.


0 Kommentare