29.11.2017, 14:58 Uhr

Kabel Deutschland 160 Haushalte in Regensburg sind ohne Internet, Fernsehen und Telefon!

Die etwas eigentümlich aussehenden Gebäude an der Uni wurden für die Amerikaner gebaut. Foto: ceDie etwas eigentümlich aussehenden Gebäude an der Uni wurden für die Amerikaner gebaut. Foto: ce

Seit Montag kein Internet mehr, kein Fernsehen und kein Telefon: Insgesamt 160 Haushalte in der Otto-Hahn-Straße in Regensburg sind betroffen. Ein Sprecher von Vodafone, das Kabel Deutschland gekauft hat, bittet um Entschuldigung.

REGENSBURG Es ist ein Hilferuf, als eine Anwohnerin in der Otto-Hahn-Straße in Regensburg beim Wochenblatt anruft. „Wir haben seit drei Tagen kein Telefon mehr“, so die Leserin. „Und auch das Internet und das Kabelfernsehen funktioniert nicht!“ Die Siedlung bei der Regensburger Uni ist vielen Regensburgern bekannt.

So mancher wird sich schon gefragt haben, warum die eigentümlichen Wohnblocks in der Otto-Hahn-Straße an der Regensburger Uni eigentlich wie Monolithen dastehen. Sie scheinen keinen Bezug zur restlichen Bebauung zu haben, auch nicht zur Uni. Wer die Geschichte dieser „Riegel“ mit ihren Eternitplatten kennt, der kann sich denken, warum: Gebaut wurden die Blöcke nämlich 1956 für die damals in Bayern stationierten Amerikaner.

Später, da wurde die Nibelungenkaserne hinter den Gebäuden noch von der Bundeswehr genutzt, zogen hier Bundesbeamte und Bundeswehrler ein. Die Nibelungenkaserne ist zwischenzeitlich an die Stadt verkauft, dort werden neue Wohnungen entstehen, ein „Tech-Campus“, die Berufsoberschule und ein „Haus der kleinen Forscher – Jugend Tech Lab“. Doch die Siedlung mit den eigentümlichen Riegeln wirkt nach wie vor irgendwie seltsam. Jetzt ist sie auch noch von der Außenwelt zumindest digital völlig abgeschirmt. „Wir haben wenigstens ein Handy“, sagt unsere Leserin. „Aber hier wohnen viele alte Leute, was ist, wenn denen was passiert? Die haben nicht einmal ein Telefon, um Hilfe zu rufen!“ Bei Kabel Deutschland habe man auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hingewiesen. Darin stehe, dass eine solche Störung bis zu 14 Tage dauern dürfe, ohne dass der Kunde Rechte habe.

Ein Sprecher von Vodafone, das Kabel Deutschland gekauft hat, antwortete jetzt auf unsere Anfrage - und bestätigte, dass zahlreiche Haushalte ohne Internet sind. „Tatsächlich können etwa 160 Haushalte im Bereich Otto-Hahn-Straße in Regensburg seit Montag kein Kabelfernsehen empfangen“, so der Sprecher. 55 dieser Kabelhaushalte können zudem auch kein Internet und keinen Festnetz-Anschluss nutzen. Grund: Ein bisheriger Übergabepunkt in einem Abrissgebäude steht nicht mehr zur Verfügung. „Unsere Technik-Experten arbeiten mit Hochdruck an der Entstörung. Dazu muss allerdings das Kabelnetz vor Ort komplett neu geplant werden. Aktuell werden die Möglichkeiten einer provisorischen Neuanbindungen der Siedlung an unser Kabelnetz ausgelotet. Wir streben an, dass die betroffenen Haushalte wieder ab Freitag in gewohnter Qualität Kabelfernsehen empfangen, im Internet surfen und telefonieren können.“


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