22.12.2018, 10:00 Uhr

Brennpunkt Eggenfelden Polizeichef sieht auch die Veranstalter in der Pflicht

V. li.: MdB Max Straubinger, Erster Polizeihauptkommissar Armin Zehentbauer,MdL  Martin Wagle und Polizeihauptkommissar Christian Biedermann mit den Plänen für den Neubau der Inspektion in Eggenfelden. (Foto: CSU Rottal-Inn)V. li.: MdB Max Straubinger, Erster Polizeihauptkommissar Armin Zehentbauer,MdL Martin Wagle und Polizeihauptkommissar Christian Biedermann mit den Plänen für den Neubau der Inspektion in Eggenfelden. (Foto: CSU Rottal-Inn)

Zu einem Kennenlern- und Jahresabschlussgespräch haben MdL Martin Wagle und MdB Max Straubinger die drei Rottaler Polizeiinspektionen besucht. Die Inspektionsleiter Armin Zehentbauer (Eggenfelden), Josef Frei (Pfarrkirchen) und stellv. Inspektionsleiter Peter Spiegelsberger (Simbach) erläuterten den beiden Abgeordneten die aktuellen Probleme der Rottaler Polizei. Dabei wurden Themen wie die Personalstärken und Bautätigkeiten in den Inspektionen angesprochen.

ROTTAL-INN „Wir haben im Landkreis eine wirklich gut funktionierende Polizei, nicht zuletzt durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit der Inspektionen und deren Leiter und die Aufklärungsrate ist mit knapp 70 Prozent erfreulich hoch“, betonen Wagle und Straubinger. Es gäbet aber auch Punkte, die geklärt werden müssen, damit der Ablauf weiterhin reibungslos bleibt.

Wie Inspektionsleiter Zehentbauer berichtete, liegen die Brennpunkte in Eggenfelden bei den Diskotheken und beim Pub-Festival. Hier sieht Zehentbauer die Veranstalter in der Pflicht, für die Sicherheit zu sorgen. „Solche kommerziellen Veranstaltungen können nicht nur auf Kosten der Polizei und somit der öffentlichen Hand ausgetragen werden“, so Zehentbauer. Zufrieden ist er mit der derzeitigen Personalsituation und dem Altersdurchschnitt seiner Kollegen von 35 Jahren. Hier habe sich viel getan. Erfreulich sei die konkrete Aussicht auf einen baldigen Neubau des Dienstgebäudes. Das bestehende Gebäude sei stark sanierungsbedürftig, biete zu wenig Platz und entspreche in keiner Weise mehr den Standards der heutigen Zeit.

Auch beim Gespräch in der PI Simbach war der Neubau ein Thema. Nach der Hochwasserkatastrophe war der Standort nicht mehr vertretbar und nun wurde nach zweijährigen Verhandlungen der Erbpachtvertrag notariell beurkundet. Nachdem es bereits einen haushaltsrechtlichen Planungstitel gibt, kann zügig mit den Bauplanungen begonnen werden. Hier sei wichtig zu berücksichtigen, dass künftig mit der A 94 eine Autobahn in den Zuständigkeitsbereich gehöre. Nicht glücklich sind der stv. PI-Leiter Peter Spiegelsberger und sein Kollege und Kreisgruppenvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Christian Danzer mit der Personalsituation. So sind bei einer Sollstärke von 41 Polizisten derzeit nur 36 Beamte im Einsatz und davon fünf in Teilzeit. „Momentan sind die Aufgaben gerade noch zu bewältigen, aber bei weiteren Ausfällen oder größeren Einsätzen ist unsere Leistungsgrenze schnell erreicht“, mahnen Spiegelsberger und Danzer. „Hier müsse der Staat reagieren und weitere Beamte zur Verfügung stellen“, stimmten Wagle und Straubinger zu.

Josef Frei, Dienststellenleiter der PI Pfarrkirchen, zeigte sich mit der personellen Situation zufrieden, auch wenn mehr Personal immer besser wäre. Bei allen drei Inspektionen ist die Häufigkeit von Unfällen in den letzten Jahren auf etwa gleichbleibendem Niveau, allerdings steigen die Wildunfälle im gesamten Landkreis an. Im Bereich der Polizeiinspektion Pfarrkirchen wurde auf der Staatsstraße 2112 zwischen Pfarrkirchen und Dietersburg eine Teststrecke mit akustischen Wildwarnern eingerichtet. Leider zeigten die Warner keinen Erfolg, die Wildunfallzahlen blieben gleichbleibend hoch und das Pilotprojekt wurde vorzeitig beendet. Stolz ist Frei auf den kürzlichen Erfolg bei der Festnahme von Drogendealern. In Zusammenarbeit mit der Kripo Passau und der Polizei Eggenfelden und Pfarrkirchen ist es gelungen, den illegalen Rauschgifthandel im Landkreis zu schwächen.

Alle betonten die gute Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten, den freiwilligen Feuerwehren und den Kommunen. Wagle und Straubinger sicherten ihre Unterstützung bei Belangen der Polizei zu. „Man dürfe an der Sicherheit der Bevölkerung nicht sparen“, betonten beide.


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