19.02.2019, 09:33 Uhr

Prozess in Landshut Hat 30-Jähriger seine Cousine auf dem Gretlmühle-Parkplatz brutal vergewaltigt?

Hier soll sich die Vergewaltigung abgespielt haben. (Foto: Schmid)Hier soll sich die Vergewaltigung abgespielt haben. (Foto: Schmid)

„Alles Lügen“ wehrte sich der vierfache Familienvater aus Landshut gegen die Vorwürfe zu Prozessbeginn vor der Jugendkammer. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-Jährigen eine brutale Vergewaltigung vor. Er soll seine 17-jährige Cousine im August letzten Jahres auf dem Parkplatz des Naherholungsgebietes Gretlmühle missbraucht haben.

LANDSHUT Laut Anklage kontaktierte der aus der aus Rumänien stammende Mann abends seine Cousine und gab vor, ihre Hilfe zu benötigen. Dann habe er sie abgeholt und sie in sein Auto gezogen, um mit ihr zum Naherholungsgebiet Gretlmühle zu fahren. Laut Staatsanwaltschaft sperrte er erst die Türen ab, nahm ihr das Handy weg und vergewaltigte dann das Mädchen –trotz deren Gegenwehr mit Händen und Füßen. Auf dem Nachhauseweg habe er angedroht, ihr und ihrer Familie die Köpfe abzuschneiden, sollte sie Anzeige erstatten. Doch das hielt die Frau nicht davon ab, am nächsten Tag zur Polizei zu gehen.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe wiederum hartnäckig. Sie seien „alle falsch“. Sie sei doch wie „seine kleine Schwester“. Er habe zwar seine Cousine vom gegenüberliegenden Wohnblock abgeholt, aber sie sei es gewesen, die zur Gretlmühle habe fahren wollen. „Dann hat sie sich zu mir auf den Schoß gesetzt, ihre Zigarette aus dem Auto geworfen und mich auf die rechte Wange geküsst. Ich habe sie dann auf ihre Wange geküsst“, berichtete der Angeklagte. Der Kuss habe ihn schon „überrascht“, aber das sei alles gewesen. Auch am Nachhauseweg sei alles noch „ganz normal“ gewesen. Gegen 23 Uhr habe seine Cousine ihm Nachrichten geschrieben und ihn gefragt, ob es ihm denn „leid tut“.

Bereits am nächsten Tag soll ihn sein Vater aus Rumänien telefonisch wegen der Vergewaltigungsvorwürfe zur Rede gestellt haben. „Da habe ich kapiert, dass sie keinen Spaß macht und ich habe meinen Eltern gesagt, dass sie mich zu Unrecht beschuldigt“, so der 30-Jährige. Man habe auch versucht, die Angelegenheit innerhalb der Familie zu klären. „Als mein Vater seinen Bruder darum bat, die Anzeige zurückzuziehen, forderte mein Onkel dafür 30.000 Euro“, erklärte der Angeklagte dem Gericht. Ein paar Tage später wurde der 30-Jährige festgenommen. Seitdem sitzt er in U-Haft in der JVA Landshut.

Nach und nach füllte sich der Gerichtssaal während der Verhandlung mit Familienangehörigen. Der vorgetragene Chatverlauf nach der angeblichen Vergewaltigung zwischen dem Angeklagten und seiner Cousine schien die Ehefrau des Rumänen zu amüsieren. Kopfschüttelnd begann sie immer wieder zu lachen. Weniger amüsant hingegen war der Inhalt der Nachrichten: Das mutmaßliche Opfer warf dem Angeklagten immer wieder vor, wie er ihr „das nur antun konnte“, während er sie mehrmals um Verzeihung bat und sich bei seinem „Schwesterchen“ entschuldigte.

Der Prozess wird am Mittwoch, 20. Februar, mit der Aussage der Cousine fortgesetzt.


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