27.12.2017, 13:16 Uhr

Feiertage hinter Gittern Wenn die Zellentür gar nicht mehr aufgeht


Der Bus mit den Neuankömmlingen rollt gerade von der JVA Passau an. Mit dabei ist Miroslav. Der 35-jährige Slowake steht hinter einem vergitterten Fenster, hüpft vor Freude, lacht und winkt dem Justizvollzugsbeamten zu. Bizarr: Miroslav muss jetzt 17 Monate lang einsitzen.

LANDSHUT Er freut sich, weil es dort schlimmer ist, wo er herkommt. Beim Brigade-Arbeitstrupp, zu den ihn die Justiz in der Heimat verdonnert hat, hat er 2 Euro pro Tag verdient. In den Werkstätten der JVA Landshut verdient er deutlich mehr – und wird menschlich respektvoll behandelt. „Miroslavs Situation ist schön und traurig zugleich“, sagt Markus Kronawitter, Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes (aVD).

Mittwoch ist Transporttag für Häftlinge. Die anderen Häftlinge stehen dabei nicht Spalier am Zaun und inspizieren das „Frischfleisch“ – wie man es aus US-Serien wie „Prison Break“ kennt. In Landshut lehnen nur zwei bullige, tätowierte Männer im Blaumann an der Wand – sie sind selbst Gefangene, aber als „Hausarbeiter“ für ihre Kollegen mitverantwortlich und tragen das Gepäck. Ihre Frisur scheint der letzte Schrei im Knast zu sein: Kurzrasiertes Kopfhaar und Vollbart.

Kronawitter ist Chef von 162 Justizvollzugs-Beamten – früher hätte man sie Gefängniswärter genannt, was man in der JVA aber gar nicht gerne hört – die ihre „Pappenheimer“ kennen. Teilweise begrüßen sich Häftlinge und Personal freudig. In die Landshuter JVA kommen immer wieder alte Bekannte: Hier ist Kurzzeithaft von wenigen Monaten bis maximal 6 Jahren angesagt. „Die echten Schwerverbrecher sitzen eher in der JVA Straubing“, so Kronawitter – oder vorher auch in Untersuchungshaft in Landshut.

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