26.08.2020, 21:23 Uhr

Kultur So funktioniert der „Gillamoos dahoam“

Niklas Neumeyer und Anton Kiermeier vom Stadtverband Abensberg, Bürgermeister Dr. Uwe Brandl, Marktmeister Konrad Ettengruber, die Gillamoos-Dirndlkönigin Lisa Lattner und die Vize-Gillamoos-Dirndlkönigin Conny Mader sowie Marktmeister Heribert Eichstädter.  Foto: Knott, Stadt AbensbergNiklas Neumeyer und Anton Kiermeier vom Stadtverband Abensberg, Bürgermeister Dr. Uwe Brandl, Marktmeister Konrad Ettengruber, die Gillamoos-Dirndlkönigin Lisa Lattner und die Vize-Gillamoos-Dirndlkönigin Conny Mader sowie Marktmeister Heribert Eichstädter. Foto: Knott, Stadt Abensberg

Nach der bayernweiten, später auch bundesweiten Absage von Großveranstaltungen und dem damit verbundenen Aus für den Gillamoos in Abensberg war für den Bürgermeister Dr. Uwe Brandl und den Vorsitzenden des Abensberger Stadtverbands, Anton Kiermeier, eine Sache schnell klar: „Wir müssen unseren Partnern beistehen. Und ein bisschen Gillamoos muss einfach sein.“ Der „Gillamoos dahoam“ wurde ins Leben gerufen und am Montag, 17. August, im Rahmen einer Pressekonferenz die Bausteine präsentiert.

Abensberg. Feiern daheim ist ja möglich -– pünktlich zum Gillamoos-Wochenende, also am Samstag und Sonntag, 5. und 6. September, gibt es von 11 bis 19 Uhr auf der Gillamooswiese Produkte für einen „Gillamoos to go“ mit Haxn und Brathendln, Käse, gebrannten Mandeln und anderen Süßwaren, Spielwaren und Heliumballons sowie einem Kinderkarussell. Alles ist so organisiert, dass die Sicherheitsauflagen eingehalten werden – es herrscht Maskenpflicht, die Personenanzahl ist begrenzt, usw.. In der Stadt gibt es in diesem Zeitraum bratfertig gewürzten Fisch und Bratwürste bei der Metzgerei Kiermeier, Bratwürstel natürlich auch bei Wagner und Bachhuber. Die Bäckereien Gabelsberger und Schwarz bieten Festbrezen an, Trauben und Emmentaler gibt's beim Supermarkt Achtner und der Bauernverband bietet am Sonntag die beliebten Kiachl an. Die drei Abensberger Brauereien bieten schon jetzt ihr Gillamoos-Bier im gemeinsamen Sixpack an; wer größere Margen bevorzugt, greift zu den Bierkisten der Brauereien, die im Getränkehandel und bei den Brauereien selbst zu haben sind.

Am Gillamoos-Samstag und -Sonntag wird auch das Kasperltheater der Familie Richter da sein – und zwar im Schlossgarten! Jeweils um 15 Uhr, der Eintritt kostet drei Euro pro Person. Karten gibt es im Herzogskasten und im Online-Shop unter www.abensberg.de. Am Gillamoos-Sonntag wird es auch einen Feldgottesdienst geben, und zwar um 10 Uhr an der St. Ägidius-Kapelle zwischen Bad Gögginger Weg und Gillahof, wo es viel Platz (und einige Sitzbänke) gibt. Die beiden Dirndlköniginnen und die Spargelkönigin lesen die Fürbitten. Für die musikalische Umrahmung sorgt die Stadtkapelle. (Bei schlechtem Wetter wird der Gottesdienst in der Klosterkirche stattfinden.) Eintrittskarten gibt es seit dem 18. August im Herzogskasten.

Neben den Maßnahmen der Stadt Abensberg und ihrer Partner für einen „privaten“ Gillamoos gibt es aber auch die andere, ernste Seite vom „Gillamoos dahoam“: „Wenn wir den Fahrgeschäften und Standbetreibern nicht unter die Arme greifen, haben wir im schlimmsten Fall nächstes Jahr nur mehr die Bierzelte auf der Gillamooswiese stehen“, so Dr. Uwe Brandl. Deshalb haben Stadt und Stadtverband einige Aktionen ins Leben gerufen, die denen zugute kommen, ohne die ein echter Gillamoos nicht möglich wäre. So gibt im Herzogskasten der Stadt Abensberg Gillamoos-Krüge, Gillamoos-Brotzeit-Brettln und T-Shirts mit verschiedenen Motiven – alle Einnahmen gehen auf die Spendenkonten des Stadtverbands. Neu und exklusiv ist auch der „Retter-Pin“: Dieser „Gillamoos retten“-Pin ist für zehn Euro ebenfalls erhältlich – neun Euro, also der Reinerlös, gehen auch hier auf die Stadtverband-Spendenkonten. „Wir müssen den Schaustellern durch diese Zeit helfen“, so Anton Kiermeier vom Stadtverband. Der Verband sammelt seit Jahrzehnten am Freitagmorgen Fahrchips, Kuscheltiere und Gutscheine bei den Schaustellern auf der Gilamooswiese. Kiermeier: „Ganz egal, wie es mit dem Geschäft gelaufen ist – diese Leute sind alle immer sehr großzügig!“ Das Cabrinizentrum Offenstetten freut sich immer sehr über die tollen Geschenke. Kiermeier: „Wir wollen heuer etwas zurückgeben.“ Spendenkonten des Stadtverbands gibt es bei der Kreissparkasse Kelheim und bei der Raiffeisenbank Kreis Kelheim eG. Wer's einfacher haben möchte, werfe einen Betrag in die Spenden-Ape, die seit einigen Wochen in Abensberg an verschiedenen Stellen aufgestellt ist. Anton Kiermeier appellierte insbesondere an die Abensberger, eine kleine oder größere Spende zu leisten. Sein Stellvertreter, Niklas Neumeyer, unterstrich dies: „Wir sollten den Berufszweig unterstützen, der es heuer mit am schwersten hat.“ Er dankte der Stadt für die Unterstützung. Neumeyer selbst wird am Freitag, 4. September, mit Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren "Auf den Spuren des Gillamoos" sein, um 10 Uhr geht's los. (Kostenfrei; Anmeldungen bei der vhs Abensberg.)

Auch der Abensberger Marketingverein "MiA bewegt" hat Aktionstage vom 3. bis 7. September geplant, Gewinnspiel inbegriffen. Auf www.mia-bewegt.de gibt es Informationen dazu. Die Stadt Abensberg hat einen Malwettbewerb ins Leben gerufen; Kinder bis 13 Jahre können ihre Gillamoos-Zeichnungen bis zum Gillamoos-Freitag im Herzogskasten abgeben. Abensbergs Kindergärten und Kinderkrippen erhalten Gutscheine über je fünf Euro für jedes Kind, einzulösen an den Ständen oder dem Kinderkarussell beim „Gillamoos to go“. Auch die Senioren der Stadt Abensberg ab dem 70. Lebensjahr erhalten Gutscheine - der Seniorenbeirat der Stadt verteilt diese am Mittwoch, 2. September, von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr im Aventinum.

Die Marktmeister des Gillamoos haben heuer natürlich weniger zu tun. Konrad Ettengruber: „Um diese Zeit stehen wir eigentlich voll unter Strom.“ Nun haben er und sein Kollege Heribert Eichstätter eben den kleinen „Gillamoos to go“ organisiert; der Bereich ist eingezäunt und als Einbahnstraße geregelt. Am Eingang werden Chips ausgeteilt, damit die Personenanzahl kontrollierbar ist. Beide Marktmeister haben ja auch intensiven Kontakt zu den Schaustellern: „Wir hoffen sehr darauf, dass zum Beispiel Firmen, die sonst geschlossen auf unseren Jahrmarkt gehen, heuer etwas spenden und auch den ;Gillamoos to go‘ nutzen“, so Eichstätter. Er unterstrich, Gillamoos-Fans müssten „ein bisschen Solidarität zeigen“. Und wer direkten Kontakt zu den Schaustellern sucht, der findet den auf der Homepage der Stadt Abensberg - dort hat die Marketingabteilung einen virtuellen Rundgang erschaffen, mit direkter Kontaktmöglichkeit.

Unterm Strich also doch eine ganze Menge Gillamoos. „Ich hoffe auf eine schöne Teilnahme“, so Bürgermeister Dr. Brandl. „Viele, die den Gillamoos ausmachen, brauchen uns. Und wir brauchen den Gillamoos.“

Und wer eine schöne oder zünftige „Gillamoos dahoam“-Feier plant, der sollte die fotografieren oder filmen – denn beim Wettbewerb „Wer feiert den schönsten Gillamoos dahoam?“ gibt es Gillamoos-Markerl für 2021 zu gewinnen. Informationen dazu gibt es online unter www.abensberg.de.


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