28.02.2020, 00:41 Uhr

Statistik für 2019 Mainburger Polizei zieht Bilanz – mehr Unfälle, aber weniger Verletzte

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Die PI Mainburg kann für 2019 eine insgesamt recht positive Verkehrsunfallstatistik vorweisen. Die Zahl der Unfälle ist zwar von 1.632 im Vorjahr um knapp sieben Prozent auf 1.745 im Jahr 2019 gestiegen, die Zahl der Verletzten ist dabei von 283 um rund zwölf Prozent auf 248 gesunken.

Mainburg. Und während 2018 drei Unfalltote zu beklagen waren, kam 2019 auf den Straßen der PI Mainburg kein Mensch ums Leben. 351 der registrierten Unfälle ereigneten sich dabei auf der Autobahn.

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit ist von 125 im Vorjahr um rund sieben Prozent auf 116 gesunken. Und während 2018 bei diesen Unfällen noch neun Personen schwer verletzt wurden, waren 2019 noch sechs Schwerverletzte zu beklagen. Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen.

Sehr erfreulich ist, dass auch die kontinuierlichen Alkoholkontrollen im Dienstbereich der PI Mainburg deutliche Ergebnisse zeigen. Die Zahl der Alkoholunfälle ist von 24 im Vorjahr auf acht in 2019 zurückgegangen, ein Rückgang von 66 Prozent. Auch die Zahl der Verletzten sank in diesem Bereich von 15 Verletzten auf vier, ein Rückgang von 73 Prozent. Bedauerlich hingegen ist, dass im Gegensatz zu 2018 wieder fünf Unfälle registriert wurden, bei denen der Fahrer unter Drogeneinfluss stand. Bei diesen Unfällen wurden 2019 zwei Personen verletzt.

Sorge und Unverständnis bereitet weiterhin die Moral in Sachen Gurtanlegepflicht. In Niederbayern wurden auch 2019 wieder zahlreiche Unfälle bearbeitet, bei denen Menschen unnötig schwer verletzt oder getötet wurden, weil sie den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten. Im Bereich der PI Mainburg wurde lediglich ein Fahrer, der den Gurt nicht angelegt hatte, bei einem Unfall schwer verletzt. Circa 1.000 Fahrzeugführer wurden wegen Verstößen gegen die Gurtanlegepflicht beanstandet.

Es wird auch immer wieder festgestellt, dass das Bußgeld von 100 Euro für das Benutzen eines Mobiltelefons während der Fahrt nicht ausreicht, um dieser Versuchung zu widerstehen. Wie viele Unfälle sich aufgrund der Ablenkung durch Handybenutzung ereignen, ist schwer zu ermitteln, weil das bei der Unfallaufnahme zumeist unerkannt bleibt. Die Beamten der PI Mainburg brachten 2019 bei Kontrollen 170 Fahrzeugführer zur Anzeige, die bei der Benutzung eines Mobiltelefons am Steuer ertappt worden waren.

Die Erfahrung zeigt, dass Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit und Alkohol- oder Drogenkonsums in direktem Zusammenhang mit dem Kontrolldruck stehen. Diese Unfälle können nur durch permanente Kontrollen eingedämmt werden, ebenso die schweren Unfallfolgen aufgrund der Gurtpflichtverletzungen. Auch die Gurtmoral der Verkehrsteilnehmer steigt deutlich mit den Kontrollen. Daher werden die Beamtinnen und Beamten der PI Mainburg auch 2020 durch stete Kontrollen und rigorose Verfolgung von Verstößen ihr Möglichstes tun, um zur Verkehrssicherheit beizutragen.

Im vergangenen Jahr waren bei der PI Mainburg 247 Verkehrsunfälle zu bearbeiten, bei denen der Verursacher geflüchtet war, ein Anstieg von rund dreizehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, da waren es noch 218 Unfälle. Bei diesen Unfällen mit Unfallflucht wurden 2019 acht Personen verletzt, ein deutlicher Rückgang um rund 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei 167 dieser Unfallfluchten konnte der Fahrer ermittelt werden. Auch diese Ermittlungsergebnisse konnten im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent gesteigert werden. Für die Fahrer, die nach dem Unfall flüchteten, sind neben den strafrechtlichen Konsequenzen auch Regressforderungen der Versicherungen zu erwarten.

2019 waren bei 142 Verkehrsunfällen Fahrer der Risikogruppe „junge Erwachsene“ im Alter von 18 bis 24 Jahren beteiligt, drei weniger als im Vorjahr. Bei 94 dieser Unfälle wurde der junge Fahrer als Unfallverursacher festgestellt. 42 junge Fahrer wurden dabei verletzt. Diese Zahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich verändert. Allerdings kam 2018 ein junger Fahrer bei einem Unfall ums Leben, 2019 war, wie eingangs schon erwähnt kein Unfalltoter, also auch kein junger Erwachsener, zu beklagen.

Auch bei den Schulwegunfällen ist erfreulicherweise ein Rückgang von 50 Prozent zu verzeichnen. Es wurde lediglich ein Schulwegunfall registriert, bei dem ein Kind leicht verletzt wurde. In Mainburg tragen sechs Schulweghelfer durch ihren Einsatz wesentlich zur Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg bei. Dafür möchte sich die Polizeiinspektion Mainburg in diesem Zusammenhang sehr herzlich bedanken.

Die Unfälle von Senioren im Alter ab 65 Jahren haben im Bereich der PI Mainburg um rund fünf Prozent abgenommen. Während 2018 noch bei 97 Verkehrsunfälle Senioren beteiligt waren, waren es 2019 92 Unfälle. 62 dieser Unfälle wurden von den Senioren verursacht. 29 Senioren wurden dabei verletzt.

In diesem Zusammenhang wird auf das Angebot der Verkehrswacht Mainburg hingewiesen, die auch in Zukunft regelmäßig kostenlose Fahrsicherheitstrainings für die Generation 50 plus anbietet. Hier werden die älteren Verkehrsteilnehmen von erfahrenen Moderatoren im Rahmen eines theoretischen Unterrichtes und auch mit praktischen Übungen auf einem sicheren Übungsgelände unterstützt, ihr Wissen und ihr Können aufzufrischen. Es handelt sich dabei um ein reines Training, bei dem die Teilnehmer für sich prüfen können, wie fit sie noch im Straßenverkehr sind und bei dem sie eventuell Defizite erkennen können. Welche Schlüsse der einzelne aus diesen Erkenntnissen zieht, bleib jedem selbst überlassen. Es braucht jedenfalls niemand zu befürchten, dass eventuell schlechtere Ergebnisse an die Führerscheinstelle gemeldet werden.

Die Risikogruppe der Motorradfahrer schlägt in der Unfallstatistik der PI Mainburg im Vergleich zu anderen Dienststellen weniger zu Buche, aber auch diese Zahlen sind deutlich rückläufig. Bei insgesamt 17 Motorradunfällen wurden 15 Fahrer verletzt. Im Vorjahr waren es noch 22 Motorradunfälle, und 16 Verletzte. Auch für Motorradfahrer bietet die Verkehrswacht Mainburg Fahrsicherheitstrainings an, die besonders zu Beginn der Motorradsaison sehr sinnvoll sind.

Ein deutlicher Anstieg von 12,5 Prozent, von 678 auf 763, ist bei den Wildunfällen im Bereich der PI Mainburg festzustellen. Dabei ist die Zahl der Verletzten von elf auf zwei Verletzte wiederum rückläufig. Besonders auffällig ist die Anstieg der Wildunfälle mit Wildschweinen von 17 Unfällen in 2018 auf 50 in 2019.


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