29.01.2020, 16:11 Uhr

Kostenlos Wildunfälle vermeiden – der Landkreis Kelheim führt die Wildwarner-App „wuidi“ ein

Josef Feichtmeier (3. Vorsitzender Jagdverband Kelheim), Manfred Vormittag (Leiter Polizeiinspektion Kelheim), Martin Neumeyer (Landrat des Landkreises Kelheim), Alfons Weinzierl (wuidi GmbH), Mike Süß (Sachgebietsleiter Straßenverkehrswesen), Andreas Wasner (1. Vorsitzender Jagdverband Kelheim), Johann Stanglmair (Leiter Polizeiinspektion Mainburg), Albert Blümel (Kreisjagdberater). (Foto: Marcus Dörner/LRA Kelheim)Josef Feichtmeier (3. Vorsitzender Jagdverband Kelheim), Manfred Vormittag (Leiter Polizeiinspektion Kelheim), Martin Neumeyer (Landrat des Landkreises Kelheim), Alfons Weinzierl (wuidi GmbH), Mike Süß (Sachgebietsleiter Straßenverkehrswesen), Andreas Wasner (1. Vorsitzender Jagdverband Kelheim), Johann Stanglmair (Leiter Polizeiinspektion Mainburg), Albert Blümel (Kreisjagdberater). (Foto: Marcus Dörner/LRA Kelheim)

Auf den Straßen kracht es immer wieder, weil Wildschweine, Rehe oder Hasen vors Auto laufen – dies kann schwere Folgen für Mensch und Tier haben.

LANDKREIS KELHEIM Vergleicht man die Zahlen aus dem Landkreis Kelheim, gab es im Jahr 2018 1.413 und im Jahr 2019 1.626 gemeldete Wildunfälle - der bislang vorläufigen Statistik des Jahres 2019 zufolge, entspricht dies einer Veränderung um 15,1%. Während es bei einem Wildunfall für den Menschen oft nur bei einem Blechschaden am Fahrzeug bleibt, verenden die schwerverletzten Tiere oft qualvoll am Straßenrand. Dies beklagen sowohl Jägerschaft als auch Polizei.

Um Wildunfälle zu vermeiden gibt es Verkehrsschilder, die vor Wildwechsel warnen, Wildwarnreflektoren oder Tempolimits – und jetzt auch eine App. Alfons Weinzierl, Geschäftsführer der wuidi GmbH stellte Landrat Martin Neumeyer, Vertretern des Jagdverbandes und den Dienststellenleitern der Kelheimer und Mainburger Polizei die Initiative „wuidi – Die Nr. 1 Wildwarner“ vor. Aus einer wissenschaftlichen Untersuchung entstand die App als „Abhilfemaßnahme“, diese wurde jetzt den Interessensgruppen vorgestellt. Ziel ist die Steigerung des Bekanntheitsgrades und der Anwenderhäufigkeit im Landkreis Kelheim sowie die Reduzierung von Wildunfällen zum Wohl der Autofahrer und des Wildes. Ab sofort können sich Autofahrer die App kostenlos downloaden. Die Entwickler der Wildwarner App und Mitgründer des Startups „wuidi“ wurden mit diversen Preisen ausgezeichnet, unter anderem auch mit dem Deutschen Mobilitätspreis des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Und so funktioniert „wuidi“: Die Jäger pflegen die Daten der Abschnitte mit erhöhtem Wildwechsel bei „wuidi“ ein. Diese werden zusammen mit den polizeilichen Unfalldaten analysiert und dem Verkehrsteilnehmer in der Wildwarner App bereitgestellt. So wird er bei der Fahrt durch Gefahrengebiete mit erhöhtem Wildwechsel gewarnt – und dies orts- und zeitabhängig. Beim Wildunfall erhält der Autofahrer einen Wildunfall-Service mit Schritt-für-Schritt Anleitung, den richtigen Ansprechpartner und der Jäger den exakten Unfallstandort.

Die kostenlose Wildwarner-App steht für iOS und Android bereit und wird regelmäßig aktualisiert. Einfach in den App-Store gehen, nach „Wildwarner“ oder „wuidi“ suchen, App herunterladen und installieren. Nach Aktivierung läuft die App im Hintergrund und gibt über den Lautsprecher des Telefons oder der Freisprechanlage eine entsprechende Warnung.

Statements

Alfons Weinzierl, Geschäftsführer wuidi GmbH: „Die aktuellen Daten für den Landkreis Kelheim sind bereits in der App verfügbar. Daneben gibt es über unsere Homepage wuidi.com einen Download für Navigationsgeräte. Aktuell arbeiten wir an einer Lösung für Automobile.“

Andreas Wasner, Vorsitzender des Jagdverbandes Kelheim: „Diese Initiative ist eine super Sache und schützt die Autofahrer sowie das Wild. Bei einem Wildunfall übermittelt uns die App den genauen Unfallstandort.“

Manfred Vormittag, Polizei Kelheim: „Laut Bayerischem Jagdrecht besteht eine Pflicht, den Wildunfall an uns zu melden, wir verständigen dann den zuständigen Revierinhaber bzw. Revierförster.“

Johann Stanglmair, Polizei Mainburg: „Die Wildwarner App hilft Wildunfälle zu vermeiden und bietet im Ernstfall auch einen einfachen Leitfaden, wie man sich in einer Situation richtig verhält und was zu tun ist.“

Mike Süß, Sachgebietsleiter Straßenverkehrswesen: „Ich freue mich sehr, dass wir diese Wildwarn-App für unseren Landkreis einführen können. Zum Schutz für unsere Verkehrsteilnehmer und unserem Wild. Sicherheit auf unseren Straßen hat oberste Priorität.“

Martin Neumeyer, Landrat des Landkreises Kelheim: „Beeindruckend, was die jungen Gründer aus Niederbayern hier leisten. Ganz besonders freut mich, dass Jägerschaft, Polizei und die Anwender der App hier Hand in Hand arbeiten. Ich wünsche mir, dass viele Menschen sich die App auf ihr Handy holen. Das hilft allen Beteiligten und trägt zur Verkehrssicherheit bei.“


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