21.12.2018, 07:37 Uhr

18-Jährigen gequält Kelheimer Polizei ist entsetzt über Gewalt-Ausbruch unter Jugendlichen

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Drei Jugendliche sollen einen 18-Jährigen so brutal geschlagen und gedemütigt haben, dass sogar der Polizei die Worte fehlen. Die Tat, die sich in Kelheim laut Polizei ereignet haben soll, wirft erneut einen Blick auf die Frage: Was ist los mit unserer Jugend?

LANDKREIS KELHEIM Nein, so einen Fall hat man bei der Polizei in Kelheim noch nicht erlebt. „Die Demütigung und Erniedrigung, die der 18-Jährige erfahren musste, kann kaum in Worte gefasst werden und schockierte die zuständigen Ermittler der Polizeiinspektion Kelheim“, heißt es von Seiten der Polizei.

Das ist geschehen: Am Mittwoch, 19. Dezember, kam ein 18-jähriger junger Mann aus dem Landkreis Kelheim in die Polizeidienststelle. Nach seinen Angaben soll er am Dienstagabend zwischen 19 und 22 Uhr von drei Jugendlichen zwischen 18 und 21 Jahren brutal misshandelt worden sein.

Laut Polizei wurde der junge Mann im Parkhaus des Kelheimer Einkaufszentrums mit Tritten und Schlägen traktiert. Dabei soll sich der junge Mann nach Angaben der Polizei nicht unerheblich verletzt haben. Die Erniedrigungen sollen sogar so weit gegangen sein, dass einer der Täter auf das Opfer urinieren wollte. „Hierzu entblößte er bereits sein Glied. Es blieb hier jedoch bei der Drohung“, so schildert die Polizei den Vorgang. Doch das Martyrium des jungen Mannes war damit noch nicht beendet, glaubt man der Polizei: Die drei Täter sollen ihr Opfer dazu gezwungen haben, große Mengen Alkohol zu trinken. Mehrfach soll sich der junge Mann erbrochen haben.

„Über das Motiv der Täter ist bislang nichts bekannt. Nach derzeitigen Erkenntnissen muss von unerklärbarer Willkür der Täter ausgegangen werden“, heißt es weiter von der Polizei. Die drei jungen Männer wurden jedenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung angezeigt. Nach Angaben von Polizeisprecher Maximilian Bohms konnte einer der Täter bereits mit den Vorwürfen konfrontiert werden. „Er hat die Vorwürfe bestätigt“, sagte Bohms dem Wochenblatt. Die zwei weiteren Täter sind noch auf der Flucht, doch namentlich bekannt. Es handelt sich nach Auskunft der Polizei um Deutsche ohne Migrationshintergrund. „Sie haben keine Arbeit, sind selten zuhause und aus sehr schwierigen familiären Verhältnissen“, so der Polizeisprecher weiter. Für ihn und seine Kollegen habe es einen solchen Fall in dieser Brutalität noch nicht gegeben – „zumal vor Weihnachten“, so der Sprecher.

Die Polizei Kelheim bittet nun um mögliche Hinweise aus der Bevölkerung zu diesem Vorfall. Die Tat ereignete sich im Bereich des Parkhauses des Einkaufzentrums Kelheim zwischen 19 Uhr und 22.30 Uhr.