06.04.2018, 14:17 Uhr

Brand in der Goldberg-Klinik Stromausfall im Kelheimer Krankenhaus – BRK musste die Notaufnahme für Stunden überbrücken

Kreisbereitschaftsleiter Bernhard Steffel instruiert einen Teil seiner überwiegend ehrenamtlichen Helfer. (Foto: BRK Kelheim)Kreisbereitschaftsleiter Bernhard Steffel instruiert einen Teil seiner überwiegend ehrenamtlichen Helfer. (Foto: BRK Kelheim)

Am Donnerstag, 5. April,kam es in einer Umspannanlage der Goldberg-Klinik Kelheim zu einem Brand. Infolgedessen fiel die gesamte Netzstromversorgung des Krankenhauses aus. Kritische Infrastrukturen des Hauses konnten wie berichtet mittels Akkubetrieb aufrechterhalten werden, Operationen oder die Aufnahme neuer Patienten waren jedoch schlagartig nicht mehr möglich.

KELHEIM Der ersteintreffende Einsatzleiter Rettungsdienst des BRK, Michael Mehrl, erhöhte umgehend die Alarmstufe und forderte die Sanitätseinsatzleitung sowie weitere Rettungsmittel an. Nachdem mehrere Versuche eine externe Stromeinspeisung in das Stromnetz des Krankenhauses vorzunehmen fehlschlugen, wurden durch die Sanitätseinsatzleitung die Schnelleinsatzgruppen des Sanitäts- und Betreuungsdienstes der ehrenamtlichen BRK-Bereitschaften angefordert. Auch ein Fachberater des Roten Kreuzes unterstützte die Einsatzleitung.

Aufgrund der besonderen Dimension des Einsatzgeschehens wurden neben den Einheiten des BRK-Kreisverbandes Kelheim auch Einheiten des BRK-Kreisverbandes Regensburg und des Malteser Hilfsdienst mit in den Einsatzraum beordert. Zwei Einsatzzüge mit sanitäts- und betreuungsdienstlichen Einheiten mussten schnellsten gebildet und auf Abruf bereitgehalten werden. Eine Schnelleinsatzgruppe Behandlung des BRK übernahm eine arztbesetzte Patientenablage für Patienten, die regulär in der Notaufnahme der Goldbergklinik behandelt werden sollten. Alle Patienten konnten so versorgt und sofern nötig in umliegende Kliniken verbracht werden.

Im Einsatzgeschehen waren insgesamt 120 Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes und befreundeter Hilfsorganisationen eingesetzt. Davon 40 hauptamtliche Einsatzkräfte und Notärzte des öffentlich rechtlichen Rettungsdienstes sowie 80 ehrenamtliche Einsatzkräfte des Sanitäts- und Betreuungsdienstes der Bereitschaften.

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Strukturen des Rettungsdienstes, der Einheiten des Katastrophenschutzes und der Feuerwehr konnte die Bedrohungslage schnell und professionell abgearbeitet werden.

Gegen 14.30 Uhr glückte der Versuch der Stadtwerke Kelheim, die Goldberg-Klinik wieder mit Netzstrom zu versorgen. Station für Station wurde die Stromversorgung wiederhergestellt und die Lage entspannte sich Zunehmens. Um 15:30 Uhr konnte der Einsatz für die Kräfte des Sanitäts- und Bereuungsdienstes beendet und die Einheiten an ihre Heimatdienststellen entlassen werden.

Kreisbereitschaftsleiter Bernhard Steffel dankte allen eingesetzten Kräften für das schnelle und professionelle Eingreifen. „Ohne die ehrenamtlichen Einsatzdienste wäre dieser Einsatz nicht zu bewältigen gewesen“. Auch der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter und Taktische Leiter der Bereitschaften Christoph Kühnl lobte die vorbildliche Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einheiten auch über die Grenzen der Hilfsorganisationen hinweg. „Wieder einmal zeige sich, dass das Ehrenamt eine unverzichtbare Säule der Gefahrenabwehr sei und sich die Konzepte im Katastrophenschutz bewährt haben“.

Zum ersten Mal kam auch der neue Einsatzleitwagen der Bereitschaften zum Einsatz. Zwei dieser mobilen Büros hatte der BRK Kreisverband Kelheim Anfang des Jahres übernommen und umgebaut. Sie unterstützen die Einheiten des Sanitäts- und Bereuungsdienstes mit Material für größere Einsätze und bringen die Führungskräfte an die Einsatzstelle. Ohne die Spenden aus der Bevölkerung und die Beiträge der vielen Fördermitglieder des Roten Kreuzes wäre das so nicht möglich meint auch Kreisgeschäftsführer Edgar Fischer. „Wie sich auch in diesem Einsatz wieder gezeigt hat, ist auf das Rote Kreuz verlass, egal in welcher Lebenslage“.


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