21.02.2018, 13:48 Uhr

Statistik Geschwindigkeit bleibt Hauptunfallursache im Bereich der PI Kelheim

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Nachdem sich im Jahr 2017 in der Nordhälfte des Landkreises Kelheim insgesamt 2.452 Verkehrsunfälle ereignet haben, ist vorab festzustellen, dass sich in der Entwicklung der Unfallzahlen sowohl positive als auch negative Tendenzen ergaben. Trotz Erhöhung der Gesamtunfallzahlen ergaben sich erfreuliche Rückgänge im Bereich der Hauptunfallursachen Geschwindigkeit und Alkohol.

KELHEIM Im Betreuungsgebiet der Polizeiinspektion Kelheim wohnen rund 86.000 Einwohner von den insgesamt rund 120.000 Landkreisbürgern. Insgesamt wurden im Zuständigkeitsbereich der Kelheimer Polizeiinspektion 2.452 Verkehrsunfälle aufgenommen, was einen Anstieg um 235 Unfälle im Vergleich zum Jahr 2016 (2.217 Unfälle) darstellt. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden stieg im zurückliegenden Jahr um exakt zehn Unfälle von 359 aus dem Jahr 2016 auf nunmehr 369 Unfälle an. Die Zahl der verletzten Personen hingegen, sank um einen Verletzten, von 492 im Jahr 2016, auf 491 Verletzte im Jahr 2017. Bei der Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer war hingegen ein Anstieg von fünf Toten im Jahr 2016 auf sechs Tote im Jahr 2017 zu verzeichnen.

Die Zahl der Kleinunfälle hat sich von 1.357 aus dem Jahr 2016 auf 1.509 erhöht. Die Zahl der Kleinunfälle und der Verkehrsunfälle mit schwerwiegenden Sachschäden waren im Wesentlichen für den Gesamtanstieg der Verkehrsunfälle maßgeblich, nachdem diese ebenfalls einen starken Anstieg von 501 im Jahr 2016 auf 574 im Jahr 2017 erfuhren. Ein minimaler Rückgang war bei den Verkehrsunfällen festzustellen, die von der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen verursacht wurden. Hier hat sich die Gesamtzahl von 196 um 0,5 Prozent auf 195 verringert. Sehr erfreulich ist hier jedoch, dass die Unfälle mit Personenschäden im Gegenzug von 109 auf nunmehr 84 (-23%) gesunken sind. Leider musste in dieser Altersgruppe, genau wie im Vorjahr, ein Verkehrstoter beklagt werden.

Gar nicht erfreulich zeigte sich die Entwicklung bei den Verkehrsunfällen, an denen motorisierte Zweiräder beteiligt waren. So hat sich hier die Gesamtzahl von 64 auf 74 Verkehrsunfälle unter Zweiradbeteiligung erhöht. Entsprechend hierzu ist auch die Zahl der Verletzten von 67 auf 82 gestiegen, wobei auch die Zahl der getöteten Personen von einem auf zwei getötete motorisierte Zweiradfahrer anstieg.

Geschwindigkeit eine Hauptunfallursache

Bei Verkehrsunfällen stellt meist die Geschwindigkeit eine Hauptunfallursache dar. In diesem Segment konnte ein Rückgang von 105 Geschwindigkeitsunfällen im Jahr 2016 auf 95 Unfälle im Jahr 2017 erreicht werden. Gleichzeitig sank hier auch die Zahl der Personenschadensunfälle von 57 auf 38 Unfälle, was auch mit einem Rückgang bei den Verletzten um 35,4 Prozent von 82 auf 53 Verletzte verbunden war. Bei den tödlich verletzten Verkehrsteilnehmern muss hingegen ein Gleichstand zum Vorjahr hingenommen werden. So waren in diesem Bereich drei getötete Verkehrsteilnehmer zu beklagen.

Ein weiterer Hauptunfallschwerpunkt stellen die Unfälle dar, bei denen Alkohol im Spiel war. Leider musste hier ein Anstieg von 32 auf 40 Alkoholunfälle verzeichnet werden. Allerdings verringerte sich die Zahl der Verletzten von 21 im Jahr 2016 auf 18 im Jahr 2017. Verkehrsteilnehmer die aufgrund der Unfallursache Alkoholeinfluss getötet wurden, gab es im Jahr 2017 nicht (zwei Getötete im Jahr 2016). Die Zahl der Fahrten unter Alkoholeinfluss, bei welchen keine Verkehrsunfälle stattfanden, stieg hingegen von 63 auf 116 an.

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Ursache Drogeneinfluss stieg leider von drei Unfälle im Jahr 2016 auf vier Unfälle im Jahr 2017 an. Während es hier im Jahr 2016 zwei Verletzte gab, wurden im Jahr 2017 drei Personen verletzt. Nachdem der Kontrolldruck seitens der Kelheimer Polizei durch konsequente Verkehrskontrollen auch im Jahr 2017 aufrecht erhalten wurde, stieg die Zahl der folgenlosen Drogenfahrten von 17 auf 19.

Schulwegsicherheit

Obwohl ein Bestreben der Kelheimer Polizei darin liegt, die Schulwegsicherheit immer weiter zu optimieren, musste hier ein Gleichstand zum Vorjahr hingenommen werden. Die Zahl der Schulwegunfälle und der dabei verletzten Kinder blieb mit vier Unfällen und vier verletzten Kindern auf dem Stand des Vorjahres.

Wildunfälle und Unfallflucht

Bei den Wildunfällen war auch im Jahr 2017 erneut ein Anstieg zu verzeichnen. Die Zahl der Wildunfälle erhöhte sich von 701 Wildunfällen im Jahr 2016 auf 785 im Jahr 2017. Auch die Entwicklung bei den Verkehrsunfällen, bei denen sich die Unfallverursacher unerlaubt von der Unfallstelle entfernt hatten, zeigte sich negativ. Während hier im Jahr 2016 insgesamt 369 Unfälle wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zur Anzeige gebracht wurden, erhöhte sich diese Zahl im Jahr 2017 auf 426 Unfälle. In Bezug auf die Aufklärungsquote konnte eine deutliche Steigerung erzielt werden. Im Jahr 2016 konnten rund 35,8 % dieser Unfälle aufgeklärt werden, im Jahr 2017 stieg diese Quote auf erfreuliche 41,6 Prozent.

Unfallprävention

Die Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Kelheim waren 2017 im Zuge der Unfallprävention in Schulen, Kindergärten und anderen Informationsveranstaltungen unterwegs. Dabei wurden im Dienstbereich der Polizeiinspektion Kelheim 38 Schulklassen von Grund- und Förderschulen mit 801 Schüler in Bezug auf das richtige Verkehrsverhalten geschult. Im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramms 2020 „Bayern mobil – sicher ans Ziel – Aufbruch Bayern“, werden nach Auskunft des Leiters der Polizeiinspektion Kelheim, EPHK Banczyk, im Jahr 2018 konsequente und regelmäßige Verkehrskontrollen in den Bereichen Geschwindigkeit, Drogen und Alkohol am Steuer und vor allem Zweiradverkehr durchgeführt. Zudem wird bei den Kontrollen verstärkt auf das Tragen von Sicherheitsgurten, die Sicherung von Kindern im Fahrzeug und auf das Telefonieren am Steuer geachtet werden, da es erklärtes Ziel ist, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer noch weiter zu erhöhen.


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