09.08.2018, 08:41 Uhr

Ein Zufall bringt Polizei auf die Spur Portugiese überführt sich unfreiwillig selbst

Durchschnittlich zwei- bis dreimal am Tag nehmen die Bundespolizisten am Flughafen gesuchte Personen fest. Manchmal kommen die Gesuchten – wie zum Beispiel der Portugiese im Rahmen der Überprüfung eines herrenlosen Gepäckstücks  – auch von selbst zur Polizei. (Foto: Bundespolizei)Durchschnittlich zwei- bis dreimal am Tag nehmen die Bundespolizisten am Flughafen gesuchte Personen fest. Manchmal kommen die Gesuchten – wie zum Beispiel der Portugiese im Rahmen der Überprüfung eines herrenlosen Gepäckstücks – auch von selbst zur Polizei. (Foto: Bundespolizei)

Gesuchter 48-Jähriger ließ Koffer unbeaufsichtigt und wurde deshalb von der Polizei kontrolliert

FLUGHAFEN Wie der Zufall so spielt. Die Justiz in Hamburg suchte schon seit fast vier Jahren mit Haftbefehl nach einem 48-jährigen Portugiesen. Am Mittwoch, 8. August, stellte er sich dann praktisch selbst.

Bundespolizisten waren gerade dabei, ein herrenloses Gepäckstück zu inspizieren, als der Mann sich als Besitzer des Trolleys zu erkennen gab. Also überprüften die Polizisten nach dem Koffer auch den Mann und entdeckten dabei eine Fahndungsnotiz der Staatsanwaltschaft Hamburg. Seine Unachtsamkeit brachte dem Portugiesen zum Schluss einen 40-tägigen Gefängnisaufenthalt ein – und das wegen 200 Euro, die er nicht bezahlen konnte.

Der in Paris geborene Mann war bereits im April 2014 vom Amtsgericht Hamburg wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in Tateinheit mit vorsätzlichen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verurteilt worden. Der Amtsrichter hatte eine Geldstrafe von 200 Euro oder ersatzweise 40 Tage Haft gegen den 48-Jährigen verhängt. Da der Verurteilte den Richterspruch ebenso wenig ernst genommen hatte wie die Verkehrsregeln, schrieb ihn die Staatsanwaltschaft in der Hansestadt im Dezember 2014 zur Festnahme aus.

Nun wurde dem Gesuchten seine Unachtsamkeit am Münchner Flughafen zum Verhängnis. Er hatte wieder einmal offizielle Verhaltenshinweise ignoriert und im Terminal 2 seinen Trolley unbeaufsichtigt stehen gelassen. Also musste die Bundespolizei anrücken, den Bereich absperren und das herrenlose Gepäckstück überprüfen. Noch während die Bundesbeamten mit dem Gepäckstück beschäftigt waren, kam der Portugiese zum Ort des Geschehens zurück. Er sprach die Polizisten selbst an und gab sich als Besitzer des im Fokus stehenden Objekts zu erkennen. Die Bundespolizisten überprüften folglich nicht nur das Gepäckstück, sondern auch den Besitzer. Dabei stellten die Beamten schnell fest, dass ihnen der Zufall einen gesuchten Straftäter zugespielt hatte, und sie nahmen den 48-Jährigen fest.

Nachdem der Portugiese sich mehr oder weniger freiwillig gestellt hatte, kam es für den Mann noch schlimmer. Die norddeutsche Justiz wollte 200 Euro von dem Verurteilten haben. Dieser konnte den Betrag aber nicht bezahlen und muss jetzt den Rest des Sommers in der Münchner Justizvollzugsanstalt verbringen.