20.04.2018, 12:12 Uhr

Spanierin mit mysteriösen Dokumenten Hund und Katz als Urkundenfälscher

(Foto: Bundespolizei)(Foto: Bundespolizei)

Urlauberin musste wegen Urkundenfälschung nach Hause zurück

FLUGHAFEN Wenn man ihren Aussagen Glauben schenken mag, haben ein altersschwacher Ausweis und die Haustiere eine Spanierin am späten Donnerstag Abend, 19. April, in eine missliche Lage gebracht.

Die 32-Jährige war auf dem Weg von Palma de Mallorca über München nach Montreal. Als sie in München die Ausreisekontrolle durchlaufen musste, zeigte die Frau den Bundespolizisten ihren spanischen Pass.

Sowohl der von der Reisenden vorgelegte spanische Reisepass, als auch die iberische Identitätskarte waren verfälscht. Auf den Lichtbildseiten beider Dokumente war das Geburtsdatum verändert worden. Warum sich die Frau genau ein Jahr jünger gemacht hatte, bleibt für die Beamten wohl für immer ein Rätsel. Die 32-Jährige jedenfalls konnte oder wollte es nicht lösen.

In der Vernehmung beharrte die Mallorquinerin darauf, dass die Manipulationen praktisch von selbst entstanden seien, die Dokumente seien echt. Sie sei jetzt auf dem Weg nach Montreal, wo sie für ein paar Tage einen Freund besuchen wolle. Die Veränderung am Geburtsjahr auf ihrer Identitätskarte komme wohl vom Alter des Ausweises. Er sei schon sehr alt, oft in Gebrauch und eben genau an dieser Stelle kaputtgegangen. Dass aus der ursprünglichen Fünf eine Sechs entstanden war, wollte sie nicht erkennen. Auf die Vorhaltungen, dass diese Geschichte aber nicht die exakt gleiche Veränderung in ihrem Reisepass erkläre, zauberte sie ein paar Haustiere aus dem Hut. Sie habe Hunde und Katzen. Diese könnten sich am Reisepass zu schaffen gemacht haben. Die Frage des vernehmenden Beamten, ob denn ihre Haustiere auch schreiben und so aus der weggekratzten Fünf eine Sechs machen könnten, blieb unbeantwortet.

Nachdem es den Beamten insofern am späten Abend nicht mehr möglich war, Licht ins Dunkel zu bringen, musste die 32-Jährige die Nacht bei der Bundespolizei verbringen. Auch am nächsten Tag blieb sie bei ihrer Geschichte vom „altersschwachen“ Ausweis und den dokumentenfälschenden Haustieren. Die Urkundenfachleute der Bundespolizei konnten außer den Datumsmanipulationen keine weiteren Veränderungen an den Dokumenten feststellen und sich die vorhandenen Manipulationen auch am nächsten Tag nicht erklären. Wenigstens konnten die Bundesbeamten bei ihren spanischen Kollegen in Erfahrung bringen, dass die betreffenden Dokumente tatsächlich an die Mallorquinerin ausgegeben worden waren, und auch gegen sie in Spanien nichts vorliegt. Die 32-Jährige ist also zumindest echte Spanierin mit einer offenbar weißen Weste – abgesehen von der jetzt am Moos-Airport festgestellten zweifachen Urkundenfälschung.

Auch wenn sich die Spanierin keiner Schuld bewusst ist, muss sie sich dennoch wegen Urkundenfälschung verantworten und postwendend ihren Rückflug auf die spanische Ferieninsel antreten.