12.03.2018, 15:55 Uhr

Trotz gebrochener Wirbel: Krimineller direkt im Flugzeug verhaftet

Mehrmals täglich nehmen Bundespolizisten am Flughafen gesuchte Personen fest. Manche müssen gar aus dem Flugzeug geholt werden. (Foto: Bundespolizei)Mehrmals täglich nehmen Bundespolizisten am Flughafen gesuchte Personen fest. Manche müssen gar aus dem Flugzeug geholt werden. (Foto: Bundespolizei)

Verhafteter konnte weder sitzen noch gehen

FLUGHAFEN Ein 46-jähriger deutscher Staatsbürger kam am Sonntag, 11. März, aus Kiew nach München. Nach einer jahrzehntelangen Karriere vor allem als Dieb und Einbrecher, hatte er schon oft Bekanntschaft mit der Polizei gemacht. Als er in München ankam, war er mit fünf Haftbefehlen belastet. Als Bundespolizisten die Haftbefehle jedoch vollstrecken wollten, befand sich der 46-Jährige liegend im Flugzeug. Der gebürtige Kasache konnte wohl aufgrund zweier Wirbelbrüche weder sitzen noch gehen. Die Beamten mussten also ins Flugzeug, um die fünf Haftbefehle zu vollstrecken. Ob er sich die Wirbelverletzungen vielleicht sogar bei der Ausübung seiner „Tätigkeit“ zugezogen hatte, wollte der Mann den Beamten nicht verraten.

Also holten die Grenzpolizisten erst einmal einen Arzt, eröffneten dem Gesuchten aber dennoch die Festnahme. Den jämmerlichen Zustand des zu Verhaftenden vor Augen, holten die Grenzpolizisten einen Flughafenarzt. Dieser ließ den Patienten in ein Umlandkrankenhaus einliefern; Polizeibegleitung inklusive. In der dortigen Notaufnahme eröffnete der diensthabende Arzt jedoch den Beamten, dass der Verletzte in ein Unfallkrankenhaus verlegt werden müsse. Also haben die Polizisten den Mann auch in die gut 120 Kilometer entfernte Unfallklinik begleitet. Dort werden sie den Festgenommenen so lange bewachen, bis ein Haftrichter seine Entscheidung über den weiteren Aufenthaltsort des 46-Jährigen gefällt hat.