27.02.2018, 07:27 Uhr

Gefahr im Isartal Zunahme von Wildunfällen auf der Autobahn

1.506 Wildunfälle beschäftigten 2017 die Polizei im Landkreis Dingolfing-Landau. (Foto: domen.grogl/123rf.com)1.506 Wildunfälle beschäftigten 2017 die Polizei im Landkreis Dingolfing-Landau. (Foto: domen.grogl/123rf.com)

Polizei veröffentlicht Wildunfallstatistik für das Jahr 2017 - 14 Personen verletzt

DINGOLFING-LANDAU Erneut angestiegen ist im Landkreis Dingolfing-Landau die Anzahl der Unfälle mit Rehwild, insbesondere im Isartal. 1.506 Wildunfälle mussten die Beamten der Polizeiinspektionen Dingolfing und Landau letztes Jahr aufnehmen, etwa so viel wie im Vorjahr. Davon 1.154 Unfälle mit Rehwild, womit die Rehe einen Anteil von 77 Prozent an den Wildunfällen haben. Mit 216 Unfällen waren die Hasen dabei, der Rest verteilt sich auf Füchse, Dachse und sonstige Wildtiere. Erfreulich ist, dass lediglich 11 Wildschweine (Vorjahr 12) dem Straßenverkehr zum Opfer fielen. Von einer „Wildschweinplage“ ist der Landkreis bisher verschont geblieben.

Meist entstehen bei Wildunfällen nur Blechschäden, die allerdings von den Autofahrern über ihre Teilkasko-Versicherung bezahlt werden müssen. Nach Angaben des ADAC entsteht bei jedem Wildunfall durchschnittlich ein Schaden von 3.000 Euro, womit die 1.506 Wildunfälle die Fahrzeughalter im Landkreis etwa 4,5 Mio. Euro gekostet haben. Bei einem Fahrzeugbestand von ca. 100.000 Kfz macht das immerhin 45 Euro pro Kfz.

Einige Wildunfälle gingen weniger glimpflich aus, insgesamt wurden 14 Personen verletzt, drei davon schwer. So fuhr Anfang Juni ein 60-Jähriger mit seinem Motorrad am frühen Morgen auf der Staatsstraße von Mamming in Richtung Dingolfing. Dabei stieß er mit einem Reh zusammen, stürzte mit seinem Zweirad und zog sich dabei einen Bruch des rechten Unterschenkels zu.

Viel Arbeit machten der Polizei die zahlreichen Unfälle mit Rehwild. 1.154 Rehe wurden überfahren, nochmals 51 mehr als im Vorjahr. Dabei gibt es deutliche Schwerpunkte. Wie immer ist der Gemeindebereich Frontenhausen Spitzenreiter im positiven Sinn. Hier passierten lediglich 11 Verkehrsunfälle mit Rehwild. Langjähriges Schlusslicht ist die Gemeinde Moosthenning mit 172 Unfällen.

Sorgen machen Verkehrssachbearbeiter Johann Aigner vor allem die zunehmenden Unfälle im Isartal. So stiegen in der Gemeinde Pilsting die Rehwildunfälle von 113 auf 135. Obwohl es im Pilstinger Bereich kaum Waldflächen gibt, ist der Rehwildbestand sehr hoch.

Das hat Auswirkungen auf das Unfallgeschehen auf der Autobahn. Während 2016 noch 10 Rehe auf der Autobahn im Bereich des Landkreises ihr Leben lassen mussten, waren es 2017 bereits 21. Die Rehe gelangen über die Zufahrten auf die Autobahn und sind dann zwischen den an der Autobahn entlangführenden Wildschutzzäunen „eingesperrt“, womit Unfälle vorprogrammiert sind. Bei den hohen Geschwindigkeiten, die auf der Autobahn gefahren werden, kann auch ein Zusammenstoß mit einem Reh fatale Folgen haben, so der Verkehrsexperte der Polizei. „Hier kann nur eine Verringerung des Rehwildbestandes entlang der Autobahn Abhilfe schaffen“, so Aigner. „Die Zufahrten kann man schließlich nicht mit Toren versperren“.


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