30.10.2018, 09:56 Uhr

Wahnsinn Türkischer Grusel-LKW auf der A8 aus dem Verkehr gezogen

(Foto: Hannes Lehner)(Foto: Hannes Lehner)

Am Montagmittag fiel einer Streife der Schwerverkehrskontrollgruppe der Verkehrspolizei Traunstein auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg im Bereich Neukirchen ein türkischer Sattelzug auf, der bei einer Geschwindigkeit von rund 80 km/h im Abstand von gut fünf Metern hinter einem weiteren Sattelzug herfuhr.

NEUKIRCHEN Die Polizeibeamten, die in einem zivilen Videofahrzeug unterwegs waren, zeigten dem türkischen LKW-Fahrer unverzüglich die Polizeikelle. Dieser hatte jedoch sprichwörtlich alle Hände voll zu tun - links Zigarette, rechts Handy- und war überdies derart mit seinem Handy beschäftigt, dass er die Kelle erst durch zusätzliches, wiederholtes Hupen wahrnahm. Im Bereich Teisenberg konnte der 57-jährige Türke schließlich angehalten werden. Die Polizisten entschlossen sich, den LKW aufgrund seines augenscheinlich desolaten Zustands genauer unter die Lupe zu nehmen. Was dann allerdings im Zuge der technischen Fahrzeugkontrolle so alles zu Tage trat, stellte den beiden Beamten schon zwei Tage vor Halloween mächtig die Gänsehaut auf. So konnten bei der Renault-Zugmaschine eine beschädigte Verriegelung der Sattelkupplung, ein zerstörter Anfahrspiegel, sowie verschlissene Bremsscheiben festgestellt werden.

Wesentlich schlimmer sah es noch beim Auflieger der Marke Tirsan aus. So bremsten die erste und die dritte Achse links und rechts auf Eisen. An der dritten Achse links waren nicht nur die Bremsbeläge vollständig verschlissen, vielmehr war selbst einer der ursprünglich rund einen Zentimeter dicken Bremsbelagträger aus massivem Eisen bereits auf eine Dicke von circa drei Millimetern zusammengeschliffen. Rechts hingegen wurde - die Beamten trauten ihren Augen kaum - der komplette Bremszylinder ersatzlos entfernt und in die offenen Enden der Bremsschläuche Schrauben eingedreht. Das Bedienteil für die Feststellbremse war zerstört, die Feststellbremse nicht mehr zu betätigen; gleichzeitig waren nicht einmal mehr Unterlegkeile an Bord. Zu guter Letzt konnte auch noch ein außer Betrieb gesetztes Antiblockiersystem festgestellt werden. Dennoch zeigte sich der Fahrer leicht überrascht, als ihm an Ort und Stelle die Weiterfahrt untersagt, und zur Durchsetzung der Fahrtunterbindung das Gros der mitgeführten Dokumente sichergestellt wurde. Der türkische Staatsbürger musste vor Ort eine Sicherheit von 300 Euro leisten. Zudem erwartet ihn ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünder-Datei. Sachverhalt und Fahrzeughalter, eine Spedition mit Sitz in der Türkei, werden dem Bundesamt für Güterverkehr mitgeteilt. Das BAG wird seinerseits in der Sache schließlich mit der entsprechenden türkischen Verkehrsbehörde Kontakt aufnehmen und die Einleitung angemessener Maßnahmen anregen.


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