25.10.2018, 11:13 Uhr

Betriebsbesichtigung bei Kiefel „Maschinenbauer brauchen offene Märkte“

(Foto: Luciana Bley)(Foto: Luciana Bley)

Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung war Bundestagsabgeordneter Dr. Peter Ramsauer in Freilassing beim Unternehmen Kiefel zu Gast.

FREILASSING/FRANKFURT. Offene Märkte und freier Handel ohne Barrieren sind von entscheidender Bedeutung für die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Insbesondere global agierende mittelständische Betriebe, darunter auch die häufig zitierten „Hidden Champions“, sind auf einen funktionierenden Freihandel angewiesen. Nur so können sie eine starke Position im internationalen Wettbewerb einnehmen und einen wichtigen Beitrag für Arbeitsplätze und Wohlstand in ihrer Region leisten. Das haben das Unternehmen Kiefel aus Freilassing und der VDMA im Rahmen einer Betriebsbesichtigung gegenüber dem Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Ramsauer betont.

„Wir entwickeln und produzieren unsere Anlagen in Freilassing und haben eine Exportquote von 90 Prozent. Die Freiheit des internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehrs ist für unser Unternehmen und unseren Standort hier daher lebenswichtig“ sagte Thomas J. Halletz, CEO von Kiefel. Besonders die Entsendung von Monteuren innerhalb Europas sei mit steigendem bürokratischem Aufwand verbunden.

„Starke Mittelstandsunternehmen, wie Kiefel, sind das Rückgrat der Deutschen Wirtschaft. Um sie werden wir weltweit beneidet. Die Politik muss alles dafür tun, ihnen freiheitliche Rahmenbedingungen zu gewährleisten und ihnen die Weltmärkte offen zu halten“ sagte Ramsauer nach dem Gespräch.

Unterschiedliche Regelwerke behindern den Mittelstand

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Peter Ramsauer (CSU), erläuterte das mittelständische Unternehmen, das am Stammsitz in Freilassing rund 580Mitarbeiter beschäftigt, warum die „Hidden Champions“ mehr Einsatz der Politik für den Freihandel erwarten.

„Wir exportieren unsere Anlagen weltweit. Damit sind vielseitige Anforderungen und komplexe technische Regelwerke verbunden, die den Export nicht immer einfach machen. Freihandelsabkommen sind vor diesem Hintergrund sehr wichtig, denn sie bauen sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse ab und machen uns somit wettbewerbsfähiger,“ erläutert Halletz, dessen Unternehmen zu den Weltmarktführern in der Konzeption und Herstellung von Maschinen für die Verarbeitung von Kunststofffolien ist.

Über 600.000 Arbeitsplätze im Maschinenbau vom Exportgeschäft abhängig

Ulrich Ackermann, Leiter der VDMA Außenwirtschaft, zeichnete das Bild etwas weiter und unterstrich die Bedeutung des Freihandels für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau: „Der Maschinenbau aus Deutschland hat im Jahr 2017 rund 226 Milliarden Euro umgesetzt, die Exportquote liegt bei über 78 Prozent. Mehr als 600.000 Arbeitsplätze sind direkt vom Export abhängig. Daran wird deutlich, welch großen Stellenwert der Außenhandel für den industriellen Mittelstand hat.“

Hinzu komme, dass mittlerweile rund 35 Prozent des Exports in Länder mit hohen Einfuhrhürden gehe. „Freihandel braucht daher die klare Fürsprache in der deutschen Politik, denn es geht letztlich um Arbeitsplätze und Wohlstand in unserem Land. Protektionismus und Abschottung werden hingegen alle Marktteilnehmer im In- und Ausland zu Verlierern machen“, betonte Ackermann.

Über die KIEFEL GmbH

Kiefel zählt zu den Weltmarktführen in der Konzeption und Herstellung von Maschinen für die Verarbeitung von Kunststofffolien. Die Kernkompetenzen liegen dabei in den Schlüssel-Technologien Fügen und Formen. Als Partner namhafter Hersteller liefert die KIEFEL GmbH in die Automobil-, Medizintechnik-, Kühlschrank- und Verpackungsindustrie. Stammsitz der KIEFEL GmbH ist Freilassing/Deutschland – das Unternehmen produziert zudem in Österreich, Tschechien, Niederlande, China, Indonesien, betreibt weitere Niederlassungen in den USA, Frankreich, den Niederlanden, Russland, China, Brasilien, Indonesien und Indien und ist durch Vertriebspartner in über 60 Ländern weltweit vertreten. Die KIEFEL GmbH gehört zur Brückner-Gruppe, Siegsdorf, einem weltweit führenden Anbieter von Maschinen und Anlagen für die Kunststoff-Verarbeitung.

Über den VDMA

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) vertritt fast 3.200 vorrangig mittelständische Mitgliedsunternehmen der Investitionsgüterindustrie und ist damit einer der mitgliederstärksten Industrieverbände in Europa. Über 78 Prozent der deutschen Maschinenbauproduktion gehen in den Export. Mit einem Umsatz von rund 226 Milliarden Euro (2017) ist er einer der führenden Industriezweige in Deutschland.


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