06.06.2018, 14:49 Uhr

Sturz Wurzel wurde Urlauber zum Verhängnis

(Foto: Bergwacht Grafenau)(Foto: Bergwacht Grafenau)

Samstag, 2. Juni, 14.08 Uhr: Die Integrierte Leitstelle Passau alarmiert den diensthabenden Einsatzleiter des Einsatzleitbereichs Nationalpark, Tobias Reichl von der Bergwacht Wolfstein, die Bergwacht Grafenau und den Rettungsdienst Riedlhütte zur Bergrettung einer verletzten Person auf dem Wanderweg zwischen Felsenkanzel und Racheldiensthütte. Ein Urlauber war auf einer feuchten Wurzel ausgerutscht und mit voller Wucht auf den Oberschenkel bzw. die Hüfte gefallen.

BAYERISCHER WALD Disponent und Einsatzleiter konnten im Telefongespräch mit der Ehefrau und dem Sohn des Verletzten die genauen Koordinaten der Unfallstelle feststellen. Auf Grund dessen forderte der Einsatzleiter unverzüglich Christoph 15 – einen Hubschrauber mit Rettungswinde – an, der aber bereits im Einsatz war und daher nicht zu Verfügung stand.

Ferner stellte sich in einem weiteren Telefonat mit der Familie des Verunfallten heraus, dass dringend Schmerzbekämpfung erforderlich war, so dass der Notarzt aus Grafenau angefordert wurde.

Die Bergretter Christian Mies, Mathias Simmet, Maria und Matthias Stockbauer und Holger Meininger starteten mit dem erforderlichen Equipment von der Bergrettungswache, während Sigi Stockbauer, Manuel Weber-Stockbauer, Rainer Pinker sowie Nicole und Pascal Sigl direkt Richtung Unfallort fuhren.

Der Sohn des Verletzten leistete wertvolle Hilfe bei der Einweisung an der Racheldiensthütte und brachte die Notfallsanitäter vorab zu Fuß zum Vater, während die zeitgleich eingetroffenen Bergretter alles Erforderliche für den Transport herrichteten und nachfolgten.

Bis zum Eintreffen des Notarztes wurde – so weit wie möglich – Rettungssanitäter und Bergretter Hand in Hand arbeitend, alles vorbereitet: Blutwerte bestimmt, ein Zugang gelegt, eine Infusion angehängt und mit Wärmeweste und -decke der insbesondere auch nach dem Regen deutlich unterkühlt Verletzten vor weiterem Wärmeverlust geschützt. Die Schaufeltrage und die Gebirgstrage samt Bergesack bzw. Vakuummatratze zur Stabilisierung der Verletzung lagen ebenfalls bereit.

Nach entsprechender Schmerzstillung durch den Notarzt konnte der Patient mit Hilfe der Schaufeltrage in die Gebirgstrage umgelagert, bis zum ca. 300 Meter entfernt stehenden Rettungswagen der Bergwacht vorsichtig abtransportiert und mit ihm dann zum an der Racheldiensthütte stehenden Rettungswagen gefahren werden. Kurz nach 16 Uhr war der Einsatz beendet.


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