22.11.2018, 15:32 Uhr

Radldieb(e) in Burghausen Teures E-Bike wurde aus versperrtem Keller geklaut


Nur drei Wochen lang konnte der Burghauser sich an seinem tollen Fahrrad erfreuen, dann wurde es gestohlen

BURGHAUSEN. Es ist eine Meldung, wie sie beinahe täglich eintrudelt: „Fahrraddiebstahl: In der Nacht von 6. auf 7. November wurde aus einem Kellerraum eines Mehrparteienhauses in der Spitalgasse ein unversperrt abgestelltes grau-rotes E-Bike der Marke Flyer Uproc 3 entwendet. Der Schaden beträgt ca. 3.700 Euro. Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Burghausen unter der Tel.-Nr. 08677/96910.“

Wie es dem Geschädigten ergeht, erfährt man kaum. In diesem Fall jedoch meldete sich der 19-jährige Radlbesitzer: „Um mir mein absolutes Traum-Bike kaufen zu können, habe ich das Geld aus einem Fonds verwendet, den meine Eltern für mich angelegt haben. Den Rest hat mir mein Vater als Darlehen gewährt. Und jetzt ist alles futsch“, ist der junge Mann fassungslos. Erst vor drei Wochen hatte Alex Lang sein Mountainbike im Wert von 4.500 Euro (inklusive Ausrüstung) bei Fun Sport in Empfang genommen. „Das Bike war für mich zum einen wichtig, weil ich damit flexibel war, denn ich habe noch kein Auto. Vor allem den Weg zur Arbeit im Erlebnisbad konnte ich damit rasch absolvieren“, erzählt der Rettungsschwimmer, der eine Ausbildung zum Bademeister beginnen will. Zum anderen hatte ihn sein tolles Mountainbike zu einem neuen Hobby inspiriert: dem Offroad-Fahren: „Dafür habe ich auch einiges in Ausstattung und Zubehör investiert ...“

Doch die Freude währte wie gesagt nicht lang und das Rad wurde gestohlen. „Anfangs hatte ich mein Rad auch im Keller abgesperrt, bis mein Vater meinte, ob das nicht etwas übertrieben sei. Und eigentlich wollte ich noch einen GPS-Empfänger einbauen, wenn ich das Geld dafür zusammen habe ...“, ärgert sich Alex Lang.

Was der junge Mann nicht versteht: „Das Rad stand in unserem abgesperrten Gemeinschaftskeller, zu dem nur die Nachbarn, die ich alle kenne, Zugang haben. Um in den Keller zu kommen, muss man erst durch die Haustür und dann durch die abgesperrte Eisentür bis nach ganz hinten um die Ecke – es gehört schon viel kriminelle Energie dazu, um da unbemerkt hinzukommen als Auswärtiger ...“ Einbruchsspuren gibt es jedenfalls keine, was bei Alex Lang auch ein gewisses Misstrauen weckt.

Der 19-Jährige hofft nun auf die Unterstützung der Wochenblatt-Leser: „Wer dieses Bike sieht oder erkennt oder irgendetwas weiß, soll mich bitte benachrichtigen. Ich bin um jeden Hinweis dankbar und einen hohen Finderlohn gibt es natürlich auch, falls mein Rad wieder auftaucht!“ Immerhin ist das E-Bike der Marke Flyer Uproc 3 in der Stadt relativ einmalig.

(Foto: pa)

Hinweise können an Alex Lang auf Facebook, an Polizei oder Wochenblatt gerichtet werden.

Zahl der Fahrraddiebstähle nur leicht angestiegen

Den subjektiven Eindruck, dass in Burghausen die Zahl der Fahrraddiebstähle sprunghaft gestiegen ist, kann Georg Nieß so nicht bestätigen. Der Leiter der Polizeiinspektion Burghausen erklärt: „Wir verzeichnen derzeit eine leichte Steigerung im niedrigen zweistelligen Bereich. Was wir feststellen, ist, dass es mehr Fälle gibt, in denen Räder aus Haus oder Garage entwendet werden und dass dabei auch hochwertige Räder gestohlen werden.“

Schwerpunkte für Raddiebstähle, wie man sie früher u.a. am Bahnhof oder an den Haupteinkaufsstraßen verzeichnete, sind aktuell laut Georg Nieß nicht feststellbar. „Auch Hinweise auf organisierte Diebstähle liegen uns zur Zeit nicht vor. Was stutzig macht ist die Tatsache, dass relativ wenige als gestohlen gemeldete Räder als Fundräder wieder auftauchen. Es gibt ja das sogenannte unbefugte Benutzen: Jemand nimmt sich ein Rad und stellt es einfach irgendwo anders wieder ab. Bei den aktuell gestohlenen Rädern scheint es aber eher so zu sein, dass eine gewisse Gewerbsmäßigkeit vorliegt und die Räder aus der Stadt verschwinden.“

Der Burghauser Polizeichef empfiehlt Fahrradbesitzern, ihr Rad auf jeden Fall zu versperren: „Es ist schon leichtfertig, Räder in offenstehenden Garagen unverschlossen stehen zu lassen. Erfahrungsgemäß kann man außerdem in Mehrparteien-Häusern nicht hundertprozentig sicher sein, dass wirklich jeder Hausbewohner Haus- bzw. Kellertüren stets ordnungsgemäß verschließt.“

Insbesondere den Besitzern hochwertiger Bikes legt er ans Herz, auf jeden Fall den Fahrradpreisen adäquate Fahrradschlösser zu benutzen – auch wenn diese teurer oder sperriger im Gebrauch sind ...


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