02.08.2018, 10:26 Uhr

Grenzpolizeiliche Bilanz Bundespolizei stellt in Bayern 7.600 unerlaubte Einreisen fest

(Foto: Bundespolizei)(Foto: Bundespolizei)

Die Kontrollen der Bundespolizei an den bayerischen Grenzen zeigen nach wie vor Wirkung: Die Beamten haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund 280 mutmaßliche Schleuser festgenommen und knapp 7.600 illegale Einreisen festgestellt.

ROSENHEIM Schleuser

Mit dem Einschleusen von Menschen versuchen auch in diesem Jahr zahlreiche Kriminelle ihr Geschäft zu machen, indem sie Migranten ausbeuten. Die Bundespolizei geht weiterhin entschlossen dagegen vor. Von Januar bis Juni haben die Bundespolizisten in Bayern mehr als 280 mutmaßliche Schleuser aus dem Verkehr gezogen, davon 250 an der deutsch-österreichischen und 24 an der deutsch-tschechischen Grenze. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres gab es insgesamt rund 230 Schleuser-Festnahmen.

Dass Einschleusen kein Kavaliersdelikt ist, zeigen auch die Ergebnisse der einschlägigen Ermittlungen. So hat zum Beispiel das Traunsteiner Landgericht im März einen Somalier, dem Rosenheimer Bundespolizisten auf die Spur gekommen waren, wegen des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt.

 

Unerlaubte Einreisen

Die im Freistaat Bayern zuständige Bundespolizeidirektion München hat von Januar bis Juni 2018 fast 7.600 unerlaubte Einreisen angezeigt. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es rund 9.650 Delikte.

Die meisten Aufgriffe gab es wieder an der Grenze zu Österreich: Dort waren es rund 5.350 (~7.350 im Vergleichszeitraum 2017) Personen, die illegal über die Grenze kamen. An der deutsch-tschechischen Grenze stellten die Fahnder der Bundespolizei etwa 1.500 (~1.400) unerlaubt Eingereiste fest.

Die Migranten stammten vor allem aus Nigeria, Afghanistan, Türkei, dem Irak und Syrien. Sie benutzten überwiegend PKW (32%), Züge (30%) und Busse (26%), um illegal nach Deutschland zu kommen.

An der deutsch-österreichischen Grenze wiesen die Beamten knapp 2.900 (~3.450) Personen zurück.

 

Sonstige Feststellungen

Die Bundespolizisten nahmen auch per Haftbefehl gesuchte Personen fest und beschlagnahmten Rauschgift, Diebesbeute oder Waffen beziehungsweise verbotene Gegenstände (siehe z. B. Anlage 3).

In einigen Fällen hatten die Drogenschmuggler mehr als 20 Kilogramm Marihuana im Gepäck dabei (siehe z. B. Anlage 4). Die Verstecke der Rauschgiftkuriere waren zum Teil kurios: Bei einem Aufgriff entdeckten die Bundespolizisten ein Kilogramm Marihuana im Bauch eines Stoffbären.

Unter den Festgenommen war unter anderem ein 54-jähriger Italiener, der wegen eines versuchten Tötungsdelikts gesucht wurde.

 

Hintergrund: Die rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundespolizeidirektion München sorgen für ein sicheres Reisen im Freistaat Bayern. Neben der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität (1.175 km Grenzlänge zu Österreich [815] und Tschechien [360]) ist die Bundespolizeidirektion München auch zuständig für den Schutz der Bahn (mehr als 1.000 Bahnhöfe/Haltepunkte und 6.200 Schienenkilometer) sowie für die Passkontrollen und die Luftsicherheit am Münchner Flughafen.


0 Kommentare