09.12.2020, 21:37 Uhr

Nach Brand Emsiges Treiben auf der Baustelle für den Rathaus-Wiederaufbau

Ein Teil der insgesamt 75 Mikrobohrpfähle zur Sicherung des Untergrunds im Bereich der Touristinfo und im Brunnenhof wurde bereits eingebracht. Foto: Stadt StraubingEin Teil der insgesamt 75 Mikrobohrpfähle zur Sicherung des Untergrunds im Bereich der Touristinfo und im Brunnenhof wurde bereits eingebracht. Foto: Stadt Straubing

„Der Brand des Rathauses war ein sehr trauriger Tag für mich. Diese Erinnerung wird mich noch lange begleiten“, so Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr im Interview mit dem Wochenblatt Ende Juni dieses Jahres. Seit Kurzem laufen nun die Sanierungs- und Wiederaufbauarbeiten an dem historischen Gebäude, das durch den Brand am 25. November 2016 stark in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Straubing. Andreas Hild vom Büro Hild und K Architekten aus München sieht im Straubinger Rathaus ein Denkmal von „mindestens nationaler Bedeutung“. Insgesamt veranschlagen die Planer 46,5 Millionen Euro für den Wiederaufbau des teilweise zerstörten Gebäudes. Die Stadt Straubing und die Versicherungskammer Bayern hatten sich für den Wiederaufbau des Rathauses auf eine Gesamtzahlung in Höhe von 31 Millionen Euro verständigt. Mitte Februar dieses Jahres hatte der Stadtrat dieser Vereinbarung zugestimmt – und nun sind die Arbeiten in vollem Gange.

„In den letzten beiden Wochen wurde durch die Spezial-Tiefbaufirma bereits ein Teil der insgesamt 75 Mikrobohrpfähle zur Sicherung des Untergrunds im Bereich der Touristinfo und im Brunnenhof eingebracht“, berichtet die Stadt zum Baufortschritt. Die Räume der ehemaligen Touristinformation sind bereits vollständig entkernt. Die aufwändigen Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk haben ebenfalls bereits begonnen.

Die Fenster- und Türelemente im Erdgeschoss mussten ausgebaut werden, sie haben durch den Brand und auch durch das Löschwasser sehr gelitten. Insgesamt 180 Fenster müssen restauriert und teilweise nachgebaut werden, dabei wird auf eine „eine denkmalgerechte und originalgetreue Ausführung“ geachtet, so die Stadt. Das hölzerne Eingangstor des Rathauses muss ebenfalls restauriert werden. Es soll nach dem Wiedereinbau auch künftig die Besucherinnen und Besucher des Rathauses willkommen heißen.

Im Dischingerhaus sind die Rückbau- und Räumungsarbeiten weit fortgeschritten, „zahlreiche Deckenkonstruktionen wurden entfernt und Trockenbauverkleidungen aus den verbleibenden Büros im Dachgeschoss demontiert“, so die Stadt.

Im hinteren Innenhof wird ebenfalls gearbeitet: „Um später den Gebäudeteil an der Seminargasse mit dem historischen Rathausteil verbinden zu können, werden Leerrohre für Elektro- und Netzwerkleitungen in den Boden eingebracht. Dazu wurde in den letzten Tagen auf fast der gesamten Hoffläche das Pflaster entfernt und ein circa zwei Meter tiefer Leitungsgraben ausgehoben.“

Die Stadt bittet alle Verkehrsteilnehmer, in der Simon-Höller-Straße nur in den gekennzeichneten Parkflächen stehen zu bleiben, nur so könne der Zufahrtsweg zur Baustelle gesichert werden. „Wir weisen nochmals darauf hin, dass es im Zuge der aktuellen Arbeiten weiterhin zu verstärkter Lärmentwicklung im Umgriff des Rathauses kommen kann. Wir bedanken uns bei allen Anliegern, Geschäftsinhabern und Innenstadtbesuchern für das Verständnis“, so die Stadt Straubing.


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