22.10.2020, 09:44 Uhr

Rathaus-Wiederaufbau 46,5 Millionen Euro für ein Denkmal von „nationaler Bedeutung“


25. November 2016 – es ist etwa 15.43 Uhr, da passiert das Unfassbare: Im Straubinger Rathaus bricht ein Brand aus, ein Großaufgebot an Rettungskräften eilt in die Innenstadt. In unmittelbarer Nähe findet der Christkindlmarkt statt, viele Menschen sind unterwegs und erleben das Szenario hautnah mit – Straubing im Ausnahmezustand. Heute, knapp vier Jahre später, stehen in Straubing die Zeichen auf Wiederaufbau! Dazu informierte am Montag, 19. Oktober, der beauftragte Architekt.

Straubing. Andreas Hild vom Büro Hild und K Architekten aus München sieht im Straubinger Rathaus ein Denkmal von „mindestens nationaler Bedeutung“. Und das müsse man erhalten, auch wenn vielleicht ein Neubau billiger gewesen wäre. Insgesamt veranschlagen die Planer 46,5 Millionen Euro für den Wiederaufbau des teilweise zerstörten Gebäudes. Die Stadt Straubing und die Versicherungskammer Bayern hatten sich für den Wiederaufbau des Rathauses auf eine Gesamtzahlung in Höhe von 31 Millionen Euro verständigt. Mitte Februar dieses Jahres hatte der Stadtrat dieser Vereinbarung zugestimmt. „Diese Zusage der Versicherungskammer Bayern ist eine solide Basis für dieses herausfordernde Projekt. Wir haben damit eine wichtige Hürde genommen, um jetzt zeitnah mit der Maßnahme beginnen zu können“, zeigte sich Oberbürgermeister Markus Pannermayr damals froh über die Einigung.

Wenige Tage später gab es eine weitere erfreuliche Nachricht: Bei einem Besuch in Straubing sagte Ministerpräsident Markus Söder eine Millionenhilfe zu. Aktuell fehlen rund 15 Millionen Euro, die zusätzlich zur Summe der Versicherung seitens der Stadt gezahlt werden müssten. Söder sagte hier zu, dass der Freistaat die Hälfte dieser Differenz – bis zu einer Höchstsumme von maximal zehn Millionen Euro – übernehmen werde. Dies tut der Stadtkasse gut – gerade in Corona-Zeiten, in denen noch unklar ist, wie sich die einzelnen Maßnahmen und Beschränkungen auf die kommunalen Finanzen auswirken werden.

Am Montag legten die Planer einen detaillierten Zeitplan für den Wiederaufbau vor. Auf die Kalenderwochen genau wurde erarbeitet, wie der Wiederaufbau vonstatten gehen könnte. Die Bauausführung soll noch in diesem Monat mit Maßnahmen zur Statik starten. Mitte Dezember 2021 könnte mit dem Außenputz begonnen werden, am 11. März 2022 wäre dann die Fertigstellung geplant.

Von außen soll das „neue“ Rathaus in seiner alten Form erhalten bleiben, so wie es die Straubingerinnen und Straubinger kennen, im Inneren wird sich einiges ändern, man passt sich an die heutigen Ansprüche an: Zwei neue Treppenhäuser schaffen für den Brandschutz nötige Fluchtwege, der Sitzungssaal wird ins Dachgeschoss verlegt – und auch der Oberbürgermeister bekommt ein neues Büro. Für den historischen Rathaussaal ist ein Foyer geplant, das es bisher nicht gab. Auch bei den Fenstern gibt es einiges zu tun. 180 Fenster müssen restauriert und teilweise nachgebaut werden.

Viele weitere Informationen über und rund um den Straubinger Rathausbrand gibt es auch online auf unserer Themenseite unter www.wochenblatt.de.


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