11.09.2020, 11:02 Uhr

Milchwirtschaft Beschäftigte könnten beinahe leer ausgehen – Gewerkschaft NGG kritisiert „Mager-Angebot“ der Arbeitgeber

Milch aus Bayern ist weit über den Freistaat hinaus beliebt. Trotz guter Wirtschaftszahlen droht den Beschäftigten in Molkereien und verarbeitenden Betrieben jetzt aber eine Nullrunde, warnt die Gewerkschaft NGG. Foto: NGGMilch aus Bayern ist weit über den Freistaat hinaus beliebt. Trotz guter Wirtschaftszahlen droht den Beschäftigten in Molkereien und verarbeitenden Betrieben jetzt aber eine Nullrunde, warnt die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG

Von den Goldsteig Käserei-Standorten in Stephansposching und Tittling bis zum Frischli-Milchwerk in Eggenfelden: Die Milchbranche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. An den steigenden Umsätzen wollen auch die Beschäftigten in Molkereien und Verarbeitungsbetrieben in Straubing und im Landkreis Straubing-Bogen beteiligt werden.

Straubing/Landkreis Straubing-Bogen. Doch statt einer spürbaren Lohnerhöhung droht ihnen nun fast eine Nullrunde, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilt. „Die Arbeitgeber haben in der ersten Tarifverhandlung nur ein Mager-Angebot von 1,5 Prozent vorgelegt. Und das, obwohl die Milchwirtschaft – anders als viele andere Branchen – gut durch die Corona-Krise gekommen ist. Milch, Käse, Joghurt, Quark und Butter sind mindestens genauso gefragt wie vor der Pandemie“, sagt Kurt Haberl, Geschäftsführer der NGG-Region Niederbayern.

Für die Beschäftigten in der niederbayerischen Milchverarbeitung fordert die Gewerkschaft ein Lohn-Plus von sechs Prozent, mindestens aber 190 Euro mehr im Monat. Auszubildende sollen 125 Euro zusätzlich erhalten. „Wer Milch veredelt, macht einen unverzichtbaren Job. Die Mitarbeiter erwarten dafür eine angemessene Anerkennung“, so Mustafa Öz, NGG-Landeschef in Bayern und Verhandlungsführer.

Die Gewerkschaft fordert die Arbeitgeber dazu auf, jetzt ein „vernünftiges Angebot“ vorzulegen. Eine minimale Lohnerhöhung sei angesichts der guten Auslastung der Betriebe und des Einsatzes der Belegschaften auch während der Pandemie unzureichend. „Sollten die Unternehmen nicht nachlegen, werden die Beschäftigten auf die Barrikaden gehen“, betont Öz. Corona könne nicht als Argument gegen angemessene Tariferhöhungen in einer Branche herhalten, die wirtschaftlich auf sehr festem Boden stehe. Die Tarifverhandlungen gehen am 8. Oktober in Fürstenfeldbruck in die nächste Runde.


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